30. Juli 2010 18:14
Abschluss-Szene im Wolf Haas-Thriller Der Knochenmann: Josef Hader als
Kommissar Brenner will den Fall endgültig lösen. Beinahe wird er abgelenkt,
im Wirtshaus tobt ein wilder Maskenball. Der Sänger auf der Bühne reißt alle
mit. Er tanzt, singt, unterhält mit viel Energie. Der Sänger ist Christian
Pogats (43). Immer, wenn TV-Kameras an sind, blüht der Burgenländer
(„Schlosshotel Orth“, „Tatort“) auf.
Um 9 Uhr ereilt die Polizei der Anruf eines Bekannten
Seit
Freitagvormittag stehen Familie und Umfeld von Pogats unter Schock. Der
43-Jährige wird in seiner Eisenstädter Wohnung tot aufgefunden. Die Polizei
schließt Fremdverschulden sofort aus.
Das Protokoll: Es ist kurz nach 9 Uhr, als bei der Polizeidienststelle
Neusiedler Straße 84 das Telefon läutet. Am Apparat ist ein aufgeregter
Mann. Er sagt: „Ich bitte Sie, schauen Sie bei Christian Pogats nach.“
Die Polizisten wissen sofort, wer gemeint ist. Pogats ist eingefleischter
Burgenländer und bekennender Patriot. Jeder hier kennt ihn – sei es von
seiner Rolle in „Schlosshotel Orth“ oder von Auftritten seiner Musikband
„Humphrey und die Funkberater“.
Sofort rast eine Polizeistreife zu seiner Heimatadresse in die Bahnstraße.
Pogats lebt in einer großen Wohnung im ersten Stock des unscheinbaren
Eckhauses – im Erdgeschoss ist das Elektrogeschäft seiner Eltern
untergebracht. Die Beamten betreten die Wohnung. „Die Tür war nicht
versperrt, die Polizisten konnten ohne Probleme in die Wohnung“, sagt Ulrike
Weiß, Polizeidirektion von Eisenstadt.
Als sie Pogats finden, ist der Schauspieler tot. Die Tatortarbeit ist
schnell abgeschlossen – um 14 Uhr kommt der Leichenwagen. „Wir schließen
Fremdverschulden aus, die Obduktion wird die genaue Todesursache klären“,
sagt Weiß zu ÖSTERREICH. Aus Gründen der Pietät will sie keine weiteren
Fragen beantworten, nur soviel: „Möglicherweise war es Selbstmord“. Laut
Bekanntenkreis soll Pogats unter Depressionen gelitten haben – warum, ist
vielen unklar.
Bestürzung in heimischer TV- und Filmwelt ist groß
Die
Trauer in der TV- und Filmwelt ist enorm. Rasch macht eine SMS von einem
seiner besten Freunde die Runde: „Liebe Freunde, leider eine traurige
Mitteilung. Humphrey ist nicht mehr unter uns“. „Humphrey“ war Christians
Spitzname – wegen der Namensähnlichkeit zu Humphrey Bogart wurde er von
allen so genannt.
Filmkollegen und Bekante reagieren auf sein Ableben bestürzt. Herbert
Unterberger von der Filmfirma SATEL: „Er war verrückt wie eine Ziege, aber
mit einem Herz eines Löwen“. Schauspiel-Kollege Wolfgang Böck („Trautmann“)
spielte mit ihm im Jahr 2006: „Ich habe ihn als aufgeweckten Mann
kennengelernt. Sein Tod stimmt mich sehr traurig.“