Liebe bis zum letzten Atemzug

Das war Peter Alexander

Liebe bis zum letzten Atemzug

Sein letztes Wort war "Hilde", ehe er in der Nacht von Freitag auf Samstag friedlich entschlief. Peter Alexander und seine "Schnurrdiburr" – die beiden verband eine lebenslange Lovestory. Bis Hilde Hagen 2003 starb und ihren Lebensmenschen trauernd zurückließ.

Silvester
52 Jahre waren die beiden absolut skandalfrei verheiratet. Zwei Kinder – Susanne (sie starb 2009 erst 51-jährig) und der Universalerbe Michael (47) – sowie die Enkerln Lena (15) und Philip (17) vervollständigten das Glück, das am Silvesterabend 1951 bei einer privaten Feier in Wien begann. "Obwohl da eine Unmenge Menschen herumwimmelten, sah ich nur sie. Mein Gott war sie schön! Schick, attraktiv, sexy, sprühend vor Temperament. Kurzum – eine Wucht", erinnert sich Alexander in der Biografie Das Leben ist lebenswert an die erste Begegnung, bei der er sich allerdings noch keine großen Chancen ausrechnete. "Wer war ich denn schon? Ein arbeitsloser, unbekannter Schauspieler in einem geflickten, abgetragenen Anzug vom Onkel aus Amerika."

Hilde hingegen trug teure Kleider und kostbaren Schmuck und war damals schon eine erfolgreiche ­Josefstadt-Schauspielerin. Alexander: "Ich wagte es nicht einmal, sie zum Tanzen aufzufordern. Also haben wir in der ganzen Nacht kein einziges Wort miteinander gewechselt."

Straßenbahn ins Glück
Am 7. Mai 1952 ("ein Datum, das ich nie vergessen werde") traf man sich wieder. Peter hatte seine Proben überzogen und Hilde ärgerte sich vor der verschlossenen Tür über ihn. Doch scheinbar traf er mit den Worten "Darf ich Sie zur Straßenbahn begleiten, bittschön" den richtigen Ton zur Versöhnung.

Der Weg zur Straßenbahn führte schon bald zum Romantik-Dinner am Kahlenberg, wo er ihr aus heiterem Himmel einen Heiratsantrag machte (Hilde: "Ich wollte ihn mit einem Nein nicht beleidigen"), und am 22. September 1952 zum Standesamt. Dorthin kam Alexander wegen Plattenaufnahmen gleich einmal zu spät. Doch Hilde verzieh ihm auch das: "Der Peter war so entwaffnend jung. Er hatte eine unglaubliche Portion Charme und viel Mutterwitz. Ich konnte gar nicht anders, ich musste mich in ihn verlieben." Hochzeits-Foto gibt es keines: "Diese Sonderausgaben konnten wir uns nicht leisten."

Die erste Zeit war hart, es fehlte an Geld. Die Wohnung war zu klein und Hilde gab auf Peters Drängen hin den Job auf. "Wir waren eher auf Dornen als auf Rosen gebettet." Wer die Hosen anhatte, war schnell klar – Hildes Karriereratschläge und noch mehr ihr Vertragsgeschick waren bis in die späten 90er-Jahre legendär. Sie veranlasste ihn, für die Karriere den Urlaub zu unterbrechen, entschied über Platten und Produzenten und wollte ihn in den USA groß herausbringen. Doch dann wurde sie schwanger. "Peter konnte es gar nicht erwarten, Vater zu werden."

Die Kinder
Als am 28. August 1958 seine Tochter Susanne geboren wurde, drehte Alexander gerade an der Côte d’Azur Ein Millionär hat’s schwer. Bei der Landung am nächsten Tag in Schwechat wurde er von der Presse umschwärmt. "Die hatten meine Tochter vor mir gesehen und präsentierten mir die ersten Fotos meiner Susi. Ich war der glücklichste Mensch auf Erden." Am 9. November 1963 kam Sohn Michael – eine Notgeburt mit Kaiserschnitt. Alexander: "Ein Kampf um Leben und Tod. Hätte es da das Penicillin noch nicht gegeben, hätte meine Frau das nicht überlebt."

Privatleben
Ab 1969 vermarktete Hilde den TV-Renner Die Peter Alexander Show, begleitete ihren Mann auf sechs Tourneen und checkte Duettpartner von Falco bis Dieter Bohlen. Man gönnte sich eine Millionen-Villa in Grinzing, ein Haus im Tessin, eins in Pörtschach und eine Villa in Kitz. Man freute sich über die Enkerl und zog sich 1995 vollends ins Privatleben zurück. "Obwohl die Ehe ein schwerer Eingriff in das Leben eines Menschen ist, ist sie immer noch die beste Form des Zusammenlebens", kommentierte Alexander den 50. Hochzeitstag.

Hildes Tod
2002 – das Jahr des ersten Schocks: Hilde erlitt in Kärnten einen Oberschenkelhalsbruch und sollte sich davon nie mehr regenerieren. Alexander besuchte sie täglich im Wiener AKH. Am 29. März 2003 dann der Schicksalsschlag: "Schnurrdiburr" ist vor Peter verstorben. "Ich hoffe, ich bin der erste, der geht, sonst bin ich verloren", hatte er immer gesagt. Jetzt, acht Jahre später, durfte Peter Alexander seiner Hilde endlich folgen …

Autor: Thomas Zeidler
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