Hallstattzeit-Doku

"Wir wollen kein Big Brother im Gatsch"

Das Freilichtmuseum Mitterkirchen (Bezirk Perg), die Oberösterreichischen Landesmuseen und der ORF Oberösterreich machen Geschichte buchstäblich lebendig: Eine fünfköpfige Familie taucht samt Begleitern für knapp zwei Wochen in die Hallstattzeit ein. "Wir wollen keine 'Big Brother im Gatsch'-Geschichte", so Projektleiterin Jutta Leskovar mit Landesmuseen-Direktor Peter Assmann und ORF-Landesdirektor Helmut Obermayr zu dem wissenschaftlichen Experiment.

Authentisch
Das vor 20 Jahren eröffnete Keltendorf Mitterkirchen wird derzeit für ein Leben wie vor 2.700 Jahren adaptiert: Bereits vor Ostern wurden Hülsenfrüchte und Getreide angebaut, die vorhandenen Gebäude erhalten Schlafstätten, eine Kuh, zwei Schafe und zwei Ziegen, die Milch bzw. Wolle liefern sollen, ziehen ein. Die Bewohner bekommen authentisches Gewand, Schmuck, Werkzeuge und Messer sowie Gefäße wie Essschalen, Trinkbecher und Kochgeschirr.

Bedingungen von damals erforschen
Ziel sei es, mit dem Klischee von der "total primitiven Urgeschichte" aufzuräumen und die Bedingungen von damals zu erforschen, erklärte Leskovar. Dinge wie möglicherweise geänderte Tagesabläufe und Schlafrhythmen werden dokumentiert und sollen neue wertvolle Erkenntnisse liefern. Assmann betonte die Wichtigkeit von Soft Facts, man sei an dem Miteinander von Menschen in dieser Situation interessiert. Im Gegensatz zu TV-Shows gebe es kein Hinauswählen und keine grauslichen Sachen zu essen, sagte Obermayr augenzwinkernd. Mit einem derartigen Projekt bringe man die Frühgeschichte besser unter die Leute, "als Objekte in Vitrinen zu zeigen und gescheit darüber zu reden".

Elf Personen
Am 21. August zieht die Familie Rösl mit drei Kindern im Alter von ein, fünf und acht Jahren ein, bis 2. September dauert das Experiment. Mutter Helga ist vom Fach: Bei der Keltologin "hat's mit Textilien angefangen", der Nähtechnik aus der Hallstattzeit, wie sie erzählte. Um eine bessere "demografische Mischung" (Leskovar) zu erhalten, begleiten sie zwei Jugendliche, auch Wildnispädagogen sind mit von der Partie. Unterstützung erhalten sie tageweise von Handwerkern, in Summe werden elf Personen im Dorf leben.

Erlebnis Österreich
Den Schlusspunkt bildet ein Keltenfest am 3. und 4. September. Redakteur Manfred Hoschek und Kameramann Claus Muhr halten das Vorhaben für den ORF fest, die Dokumentation "Prunkwagen und Hirsebrei - Ein Leben wie vor 2.700 Jahren" wird am 11. September in "Erlebnis Österreich" ausgestrahlt.
 

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