ORF: Polit-Streit um Sido-Comeback

Wieder in 'Große Chance'-Jury

ORF: Polit-Streit um Sido-Comeback

Heute Abend soll es der große Quoten-Coup werden: die Rückkehr von Rapper Sido in Die Große Chance des ORF. Ein Gnadenakt nach der Prügelaffäre, der zur größten Krise des ORF werden könnte. Denn während die Sido-Fans im Internet jubeln, feuern die ersten Politiker aus allen Rohren gegen ORF-Chef Wrabetz und dessen Programmdirektorin Zechner. Einhelliger Tenor: Das Sido-Comeback nach Prügelattacke, Drogenvorwürfen und vor allem vor Abschluss aller polizeiliche Ermittlungen sei nicht mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF vereinbar und habe eine verheerende Vorbild- und Außenwirkung.

Diashow Sido-Comeback: Das sagen Promis & Politiker

Niki Lauda, Formel-1-Legende

„Der ORF hat mit dieser Entscheidung mittlerweile ein ­Niveau erreicht, dass ich mich nicht mehr dazu äußern möchte.“

Franz Küberl, Caritas-Chef & ORF-Stiftungsrat

„Der ORF zeigt: Einer hat etwas getan, das sich nicht gehört, und entschuldigt sich dann. Dann ist eine Wiederversöhnung nur ein Akt der Fairness.“

Franz Medwenitsch, ORF-Stiftungsrat (ÖVP)

„Das Comeback ­Sidos ist eine nicht nachvollziehbare Rücknahme einer getroffenen und richtigen Entscheidung. Ist jetzt ­Gewalt doch akzeptabel?“

Rotraud Perner, Therapeutin

„Es ist so schwer, abzuschätzen, wie diese Rauferei zustande kam. Aber als ‚Hype‘ ist das ein Schlag ins Gesicht für Frauen und Kinder, die daheim Opfer von Gewalt werden.“

Stefan Petzner, BZÖ-Abgeordneter

„Mir fehlen die Worte. Ich hoffe, es kommt zu einem Aufstand der Gebührenzahler. Ich sehe nicht ein, dass Österreich einen ‚Piefke-Moderator‘ braucht. Aus Quotengeilheit einen kiffenden, prügelnden Piefke in eine Familienshow zu setzen, ist inakzeptabel. Das ist eine Sauerei!“

Franz Klammer, Ski-Legende

„Sido darf zurück zum ORF? Was ist das für eine Weichreiberei? Auch wenn er provoziert wurde: Gewalttätigkeit hat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts verloren. Dazu kommen die Beschimpfungen, die er auf dem Video für alle hörbar losgelassen hat. So einer darf doch nicht Juror sein. Sido ist nicht gesellschaftsfähig.“

Zabine, „Große Chance“-Jurorin

„Sido ist mein Lieblingsjuror. Er ist der Motor der Sendung. Ich konnte es gar nicht glauben, dass sie ihn gleich rausgeworfen haben. Ich hätte mir von Anfang an eine vernünftige Lösung gewünscht.“

Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär

„Das ist völlig indiskutabel für den ORF! Gewalt, primitive Schimpftiraden und offensichtlicher Drogenmissbrauch haben in einem öffentlich-rechtlichen Sender keinen Platz.“

Rudi Roubinek, Seyffenstein & Kurzzeit-Juror

„Die Sendung heißt 'Die große Chance', ­warum auch nicht die zweite Chance? Sido hat seine Fans, das Publikum wollte ihn zurück, für mich passt das.“

Norbert Steger, ORF-Stiftungsrat (FPÖ)

„Ich war froh, dass Sido und Heinzl weg waren. Beide haben im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen.“

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Folge: BZÖ-Petzner fordert sogar den Kopf des Generalintendanten. Tatsache ist (siehe Polit-Insider), dass Wrabetz und Co. sich im kommenden Stiftungsrat am 15. November und bereits einen Tag davor im Programmausschuss den Fragen ihrer Aufsichtsräte stellen werden müssen. ­Einer der Beteiligten: „Es wird die ganze Sache penibel aufgearbeitet werden. Sowohl Gewalt als auch Drogen. Wrabetz und Zechner stehen in der vollen Verantwortung.“

Klar kristallisiert sich auch immer mehr heraus, dass die Sido-Rückkehr eine einsame Entscheidung von Direktorin Zechner war – gegen den Rat vieler ihrer Freunde. Erst im letzten Moment war Mittwochnachmittag der ORF-Chef eingebunden worden. Ein Zeuge: „Er hat gemeint, das ist dein Bereich. Wenn du das machen willst, dann musst du auch die Verantwortung tragen.“

Pikantes Detail: Sendungsverantwortlicher Redakteur der Großen Chance ist Stefan Zechner, der ­Bruder der Direktorin. Der Dienstweg fürs Sido-Revival war also mehr als kurz. Für Kathi Zechner könnte es jetzt eng werden. „Der Lack ist ab – und ihre nicht nachvollziehbare Sprunghaftigkeit öffentlich geworden“, so ein hochrangiger ORF-Kollege.

So brutal war der Faustschlag:

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