In Spielfilmlänge

"Schnell ermittelt": Ganzkörperverändert

Über mangelnde Beschäftigung kann sich Ursula Strauss derzeit wahrlich nicht beklagen. Gerade erst fielen für die Schauspielerin die letzten Klappen bei den Produktionen "Deus Ex Machina" und "Käthe Kruse", schon stehen die nächsten Dreharbeiten an. Dazwischen findet sie sich auf den TV-Bildschirmen wieder, wenn sie im ORF "Schnell ermittelt" - noch dazu in Spielfilmlänge.

Spaß trotz Stress
"Es war jetzt schon ziemlich heftig, die vergangenen Wochen habe ich fast nur im Flieger verbracht", erzählte Strauss über ihre Engagements. "Es ist schon anstrengend und ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn man jeden zweiten Tag in einer anderen Stadt ist." Trotz Stress könne sie ihre Arbeit aber genießen, "es macht mir einfach voll Spaß". Und schließlich finde sich dazwischen noch "Zeit für mich, für meine Familie und Freunde".

Ihre Fans dürfen sich wiederum auf ein Wiedersehen mit ihrer vielleicht bekanntesten Rolle, der Ermittlerin Angelika Schnell, einstellen. Waren zuletzt die finalen Episoden der vierten Staffel als Wiederholung zu sehen, so steht nun Nachschlag an: Nachdem Anfang September der Neunzigminüter "Schuld" über die Bildschirme flimmerte, folgen mit "Erinnern" (16. September) und "Leben" (23. September, jeweils 20.15 Uhr auf ORF eins) zwei neue, abendfüllende Fälle der Krimireihe.

"Ich mag sie"
"Angelika Schnell ist die mir vertrauteste Figur", so Strauss über jene Rolle, die ihr österreichweite Bekanntheit verschaffte. "Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, dass sie mir näher ist. Aber ich habe die längste Zeit mit ihr verbracht und kenne sie am besten. Aber bei jeder neuen Geschichte entdeckt man auch neue Seiten." Die Arbeit an den Filmen sei jedenfalls anders als für die Serie, "wo man über Jahre hinweg jeden Tag mit dieser Figur verbringt. Ich selbst habe mich weiterentwickelt und mache mit jedem Tag andere Dinge. Aber ich mag sie wahnsinnig gern."

Eingeengt habe sich Strauss aufgrund der starken Identifikation mit Angelika Schnell nie gefühlt. "Ein breites Publikum, das in erster Linie Fernsehkonsument ist und nicht so oft ins Kino geht, konnotiert mich natürlich damit. Das ist auch ganz normal und legitim, schließlich stehe ich voll auf das, was wir gemacht haben. Es wäre ja absurd zu sagen, ich mag nicht mit etwas in Verbindung gebracht werden, das mir selber gefällt."

So sei sie "jeden Dienstag zu Gast bei den Leuten" gewesen. Aber gerade aufgrund verschiedener anderer Tätigkeiten habe sich diese Tatsache für Strauss nie als problematisch dargestellt. "Es geht auch darum, wie erfüllt man selber seinen Beruf wahrnehmen darf. Gott sei Dank habe ich viele andere Dinge gehabt." Und obwohl sie auch schon mit "Frau Schnell" angesprochen wurde, habe sie die Figur "nie genervt". "Ich denke mir nur: Die Leute wissen nicht, dass es ein Beruf ist, den wir ausüben. Gleichzeitig ist es ein Kompliment, weil man es scheinbar so lebendig macht, dass sie es nicht trennen."

Ganzkörperveränderung
Eine Erfahrung der anderen Art ist es wiederum, wenn sich Strauss selbst auf Bildschirm oder Kinoleinwand sieht. "Das ist nach wie vor komisch", schmunzelte die Schauspielerin. "Man sieht einen Prozess, den man selber durchgemacht hat, aus einer anderen Perspektive. Und beim ersten Mal schaut man auf die ganzen falschen Sachen, diese Art von Eitelkeit steckt einfach in uns allen", lachte Strauss. "Ich muss mich davon distanzieren, und dieser Prozess dauert. Das ist, wie wenn man seine Stimme zum ersten Mal auf einem Tonband hört. Da verändert sich auch die Perspektive. Bei mir ist es eben ganzkörperverändert."

Als Angelika Schnell hat sie sich jedenfalls nicht zum letzten Mal im Fernsehen bewundern dürfen: Die Dreharbeiten zum nächsten "Schnell ermittelt"-Film sollen in Kürze starten. Inhaltlich darf Strauss "noch nichts verraten". Auf die eigenwillige Recherchearbeit der Ermittlerin sowie ebenso liebenswürdig wie interessant gezeichnete Figuren wird sich die Fangemeinde aber wohl freuen dürfen.

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