© ZDF/Carmen Sauerbrei

"Wetten, dass..?": Show muss weitergehen

Ob "Wetten, dass..?" das unverwüstliche Unterhaltungsschlachtross ist, für das es viele halten, könnte sich am kommenden Samstag entscheiden. Das Ausstrahlungsdatum markiert gleich zwei denkwürdige Zeitpunkte: Einerseits feiert die Sendung im Februar ihren 30. Geburtstag, andererseits ist es die erste Ausgabe nach jenem verheerenden Unfall eines Wettkandidaten, der erstmals in der Geschichte von "Wetten, dass..?" zu einem Abbruch führte und die Sendung in die bisher größte Krise seit der Erstausstrahlung am 14. Februar 1981 stürzte.

Horror-Unfall
Im ZDF hatte man angesichts des tragischen Unfalls von Samuel Koch vom 4. Dezember wenig zu lachen. Einerseits war da das Unfallopfer, das vor Millionenpublikum bei einem Stunt mit Sprungstelzen mit dem Kopf voran auf den Boden krachte und schwere Lähmungen davon trug. Andererseits nahmen deutsche Medien den Vorfall zum Anlass, einmal mehr das millionenschwere "Universum Gottschalk" zu untersuchen.

Da war unter anderem auch von geschäftlichen Zerwürfnissen von Moderator Thomas Gottschalk und dessen Bruder Christoph zu lesen, der über die gemeinsame Firma "Dolce Media" die lukrative Vermarktung der Show über hatte. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete zuletzt, dass Gottschalk schon 2008 im Streit aus der Firma ausgestiegen war. Über die Details ihrer geschäftlichen Tätigkeit hüllten sich beide jedoch in Schweigen.

Streit um Werbung
Auch das Product Placement in der Sendung rückte wieder in den Mittelpunkt des Interesses: Samuel Koch war bei seinem Stunt schließlich über einen 5,15 Meter langen Audi A8 gestürzt, was Fragen aufwarf, ob der Autokonzern, der Kooperationspartner mit "Wetten, dass..?" ist, bei der Auswahl der Fahrzeuge mitzureden hatte. Gegenüber der Tageszeitung "Welt" bestritt die Audi AG jedoch, an der Konzeption der Sprung-Wette beteiligt gewesen zu sein. Koch sei eine Liste mit Autos aller Marken vorgelegt worden, aus denen er sich fünf habe aussuchen können, sagt Audi-Sprecher Jürgen De Graeve der Zeitung. "Wir hatten keinen Einfluss auf diese Liste." Er bestätigt allerdings einen Vertrag mit Dolce Media, der Vermarktungsfirma von "Wetten, dass ...?", die Gottschalks Bruder Christoph leitet.

Die ZDF-interne Auswertung zu dem Unfall ergab jedenfalls, dass "eine Verkettung unglücklicher Umstände" zu dem Sturz von Koch geführt habe. Zwei Untersuchungen hätten ergeben, "dass kein schuldhaftes Verhalten zu dem Unfall geführt hat", erklärte Intendant Markus Schächter im Jänner. "Die notwendigen und möglichen Sicherheitsmaßnahmen waren eingehalten."

Wie Gottschalk, der heuer den Adolf-Grimme-Preis für sein Lebenswerk verliehen bekommt, die Überleitung in die neue Ära am Samstag vor Millionenpublikum im deutschsprachigen Raum schaffen wird, könnte ein Index dafür sein, wie lange der Showmaster die Sendung noch moderieren wird. Immerhin hatte dieser sich ein Monat Zeit gelassen, bis er seinen Verbleib als Moderator verlautbaren ließ.

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