Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Alzheimer

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Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Der Verein "Alzheimer Angehörige Austria" hat mehr Unterstützung für pflegende Angehörige, Verbesserungen beim Aufenthalt in Spitälern und verpflichtende Qualitätsstandards in Heimen gefordert. Je früher die Krankheit diagnostiziert werde, desto länger könnten die Betroffenen in häuslicher Pflege bleiben, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien. Heute leben in Österreich über 100.000 Demenzkranke. Bis 2050 sollen es dreimal so viele sein.

Früher hat man Krankheit versteckt
Ex-Opernballmutter Lotte Tobisch-Labotyn hat die Krankheit im privaten Umfeld, bei ihrem Engagement im Künstleraltersheim Baden und als Ehrenpräsidentin des Vereins kennengelernt. Positiv schätzt sie die Sensibilisierung der Menschen für Alzheimer ein: "Vor 15 Jahren wurde die Krankheit versteckt. Über Probleme wurde hinter vorgehaltener Hand gesprochen." Sie appellierte für flächendeckende Betreuungsstätten, "wo man die Patienten für einige Stunden mit gutem Gewissen lassen kann".

Unheilbare Krankheit
Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und bis heute unheilbar. Eine frühe Diagnose, frühe medikamentöse Behandlung und richtiger Umgang mit den Patienten kann die Symptome lindern, die Krankheit aber nicht stoppen. Zu Veränderungen im Gehirn kommt es bereits 20 Jahre vor Auftreten der ersten Anzeichen. Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September fasste Andreas Winkler, Vizepräsident und wissenschaftlicher Beirat des Vereins "Alzheimer Angehörige Austria", den Status quo zusammen: "Alzheimer ist keine Alterserscheinung, sondern eine schwere Krankheit, die durchschnittlich nach fünf bis acht Jahren zum frühzeitigen Tod führt." Derzeit werde in 316 Projekten an neuen Medikamenten geforscht. Aktuell laufen 72 klinische Studien an Patienten. Drei Präparate könnten bis 2013 die Zulassung erreichen, sofern das letzte Stadium der Tests positiv verlaufe.

Soziale Perspektive wichtig
Neben der medizinischen Seite ist die soziale Perspektive besonders wichtig. Etwa 80 Prozent der Pflegeleistungen werden von Angehörigen übernommen, wobei die Hauptverantwortung großteils auf Frauen entfällt. "Man muss lernen, die Krankheit zu akzeptieren", formulierte Antonia Croy, Präsidentin der Selbsthilfegruppe, die heuer ihr 20-jähriges Bestehen feiert, den Weg, um mit der Rund-Um-Betreuung und den Veränderungen im täglichen Leben fertig werden zu können. Schulungen, psychologische Begleitung, Erfahrungsaustausch und der Aufbau eines Helfernetzes seien unerlässlich für die Betreuer. Der flächendeckende Ausbau der Tagesbetreuung auch in ländlichen Gebieten, ist ihr ein besonderes Anliegen.

Mehr Infos: www.alzheimer-selbsthilfe.at

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