Cholesterinsenker schützt vor Infarkt

Prävention

Cholesterinsenker schützt vor Infarkt

Die präventive Behandlung mit einem Statin-Cholesterinsenker reduziert die Häufigkeit von Herzinfarkten und ähnlichen Erkrankungen, erhöht aber bei Gefährdeten das Risiko des Ausbruchs von Diabetes. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten klinischen Studie mit rund 17.600 Probanden, die vor wenigen Tagen im "Lancet" (11. August) erschienen ist. Die Verringerung der Herz-Kreislauf-Gefahr mache das Diabetes-Risiko mehr als wett, schrieben die Autoren.

In der sogenannten Jupiter-Studie hatten 17.603 Männer und Frauen im Alter von rund 66 Jahren, ohne offenbare Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ohne Zuckerkrankheit im Durchschnitt fünf Jahre lang präventiv täglich entweder 20 Milligramm des Cholesterinsenkers Rosuvastatin oder ein Placebo geschluckt. Solche Statine senken über die Blockade eines Enzyms in der Leber die Produktin des "bösen" LDL-Cholesterins, führen zu einer Stabilisierung bereits vorhandener atherosklerotischer Veränderungen in den Arterien und haben zusätzlich auch noch einen entzündungshemmenden Effekt. Rosuvastatin ist in der Substanzklasse der Statine ein relativ neuer Wirkstoff, der eine stärkere Cholesterin senkende Wirkung als ältere Substanzen besitzt. Die Frage ist, ob man solche Medikamente präventiv, also noch vor bestätigter Herz-Kreislauf-Erkrankung, einsetzen sollte.

Laut der Jupiter-Studie sprechen die Resultate für eine solche Strategie: Bei Probanden ohne einen Risikofaktor für Diabetes reduzierte die Behandlung das Mortalitätsrisiko um 22 Prozent. Es kam zu um 53 Prozent weniger venösen Thromboembolien und keiner höheren Diabetes-Rate. Die Häufigkeit von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Spitalsaufnahmen wegen instabiler Angina Pectoris, Bypass-Operationen, Ballon-Dilatationen von verengten Herzkranzgefäßen und die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen ging um 53 Prozent zurück. Bei Probanden mit Diabetes-Risikofaktoren war dieser Effekt nicht so stark, die Diabetes-Rate aber erhöhte sich um 28 Prozent. Für 54 neue Fälle des Ausbruchs eine Zuckerkrankheit wurden - statistisch gesehen - 134 Todesfälle bzw. schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen verhindert.

Die Autoren unter Paul Ridker vom Zentrum für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Brigham and Women's Hospital der Harvard Medical School in Boston in den USA: "In der Jupiter Studie zur Primärprävention überwogen die Vorteile der Statin-Therapie bei der Mortalität und bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Diabetes-Risiko. Dies betraf auch Personen mit einer hohen Gefährdung für den Ausbruch der Erkrankung."

Tipps von Univ-Prof. Dr. Gerald Maurer für ein herzgesundes Leben: 1/7
1. Mediterrane Ernährung  „Essen Sie fischreich, viel Obst und viel Gemüse, wenig rotes Fleisch und kochen Sie mit Olivenöl.“
2. Ausgeglichenheit „Menschen die ruhiger und ausgeglichen sind, leben herzgesünder. Im Leben lässt sich Stress nicht vermeiden, aber man kann lernen damit umzugehen.“
3. Vorsorgeuntersuchungen „Auch bei bestehenden Herzerkrankungen können Medikamente viel erreichen. Das ist noch ein Grund mehr warum man wirklich zu Vorsorgeuntersuchungen gehen sollte. Haben Sie keine Angst davor.“
4. Rauchen „Qualmen ist extrem schädlich für Herz und andere Organe. Sie sollten selbst Passivrauchen nicht unterschätzen.“
5. Salz „Halten Sie sich beim Salzkonsum zurück. Drei Viertel aller Menschen mit hohem Blutdruck können ihn mit Kochsalzreduktion senken und ihren Medikamentenbedarf reduzieren.“
6. Bewegung „Drei bis vier Mal die Woche eine halbe Stunde Radeln oder schnelles Spazierengehen ist besser als sich vor den Fernseher zu setzen und sich nicht mehr zu bewegen.“
7. Zucker „Diabetes ist ein enormer Risikofaktor für Herzinfarkt, da bei der Zuckerkrankheit das Gefäßsystem im gesamten Körper betroffen ist. “


Die Risiko-Berechnungen sind statistischer Natur. Die Medizin geht aber im Sinne von "zielgerichteter Therapie" immer mehr dazu über, aufgrund von individuellen Charakteristika beim einzelnen Patienten auch direkte Aussagen zum zu erwartenden Effekt von Behandlungsstrategien beim Individuum treffen zu können. Damit sollen sich Wirkungen und Nebenwirkungen von Therapien besser abschätzen lassen. Außerdem sollen damit Aussagen für einzelne Patienten getroffen werden können.

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