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Inszenierte Immobilien kommen besser an

Zuhause als Bühne

Inszenierte Immobilien kommen besser an

Mehrere Studien haben gezeigt, dass inszenierte Immobilien leichter an den Käufer zu bringen sind als kahle Räume. Leihmöbel und gestalterisches Können – so genanntes Homestaging – inspirieren die Interessenten und lösen die Lust auf „Haben-wollen“ aus.

Knapp 2.700 Wohnungen in Wien sind aktuell auf dem www.immoads.oe24.at für Suchende online. Jede einzelne von ihnen an den Mann und die Frau zu bringen, ist bei so viel Konkurrenz kein Kinderspiel. Da muss man als Makler kreativ werden und Mehrwerte bieten – entweder mit Zusatzkompetenzen wie Immobilien- und Grundstücksbewertung, Erstellung von Energieausweisen oder auch mit vordergründig weniger wirtschaftlichen Ideen wie Feng-Shui-Analysen. Oder man setzt auf Homestaging.

Altes Mobiliar schreckt ab
Als Homestaging bezeichnet man die Vorgangsweise, bei der professionelle Interior Designer damit beauftragt werden, eine leerstehende Wohnung einzurichten – um den Interessenten das Potential der Wohnung zu veranschaulichen und als Inspiration zu dienen. Die Einrichtung wird nämlich danach wieder weggeräumt, es handelt sich also nicht um eine Vormöblierung. Untersuchungen haben gezeigt, dass lediglich zwei von zehn Interessenten einen Raum unabhängig von der vorhandenen Einrichtung imaginieren können. Und sie lassen sich von diesem Mobiliar auch gerne abschrecken, was weder im Sinne des Verkäufers noch des Maklers ist – Homestaging wirkt dem entgegen und hilft der Fantasie auf die Sprünge.

Bis zu 15 Prozent mehr Erlös
Nur ein paar Möbel in die Küche zu stellen, ist allerdings zu wenig. Deshalb ist Homestaging in Deutschland ein Berufsbild, ähnlich dem des Interior Designers.  Denn man muss sich eben nicht nur mit Möbeln, sondern auch mit Farben oder Stilen auskennen. Und es gehört zusätzlich auch Wissen darum, wie man eine Wohnung de-personalisiert, dazu. Schließlich soll den neuen Besitzer nichts mehr an den alten erinnern. Laut deutscher Gesellschaft für Homestaging und Redesignerkennt man einen Experten daran, dass er ein vollständiges Angebot, bestehend aus Beratung, Ein-Tages-Kur sowie Komplett-Angebot samt Mietmöbel unterbreitet. In Ländern, in denen so etwas gang und gäbe ist, bringen solche Bemühungen bis zu 15% mehr Erlös für den Vermieter ein. Gleichzeitig sollen sich die Interessenten laut Studie um ein Drittel bis zur Hälfte der Zeit schneller für das Wohnobjekt entscheiden.

Homestaging oder doch lieber fertig möbliert?
Was in den USA seit den 1970ern längst zur Realität gehört, entwickelt sich dieser Trend in Österreich nur langsam. Der Grund dafür: laut Informationen von www.bar.at besteht hier vor allem eine Nachfrage nach fertig möblierten Wohnungen. Möblierte Wohnungen werden vor allem dann gesucht, wenn die Mietwohnung nur auf begrenzte Zeit bewohnt werden soll – etwa bei einer jobbedingten Verlegung in eine andere Stadt. Das ist auch in vergleichbaren Städten wie etwa München der Fall, wo möblierte Einzimmerwohnungen unmöblierten vorgezogen werden. Hier ist jedoch die Nachfrage leicht rückläufig im Vergleich zu vorigen Zeiträumen.

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