Jetzt Hochsaison für Kinderunfälle

Vorsicht!

Jetzt Hochsaison für Kinderunfälle

Zwei tragische Unfälle im Wohnbereich, bei denen ein dreijähriger Bub in Wien und ein fünfjähriges Mädchen in Oberösterreich ums Leben kamen, machten im April Schlagzeilen. Rund 75.000 Kinder in der Altersgruppe bis neun Jahre verunglücken in Österreich jährlich so schwer, dass sie in ein Krankenhaus müssen. Ausgenommen davon sind Verkehrsunfälle. So die Zahlen des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aus dem Zeitraum 2007 bis 2011. Statistisch gesehen haben Unfälle im April und im Mai Hochsaison.

Überaktivität

Das ist kein Zufall: "Die durch die Jahreszeit bedingte Überaktivität geht noch mit der Ungeübtheit einher, da auch Kinder im Winter meist weniger in Bewegung waren", so Armin Kaltenegger, Leiter der KFV-Rechtsabteilung, im Gespräch mit der APA. Ein Umstand, der auch bei Sportlern zu beobachten sei. Von der Tageszeit her ist die Risikospitze zwischen 15.00 und 17.00 Uhr angesiedelt. Da beginnt die Freizeit nach Kindergarten und Schule und die Konzentration lässt in der zweiten Tageshälfte langsam nach. Ebenso sind Mittwoch und Donnerstag Risikotage, denn auch Kinder ermüden nach Kindergarten oder Hortbesuch ähnlich wie Erwachsene durch die Arbeitswoche.

Unfälle im Wohnbereich
Knapp die Hälfte der Unfälle passiert im Wohnbereich, rund ein weiteres Viertel ereignet sich in näherer Umgebung, das verbleibende Viertel auf Sport- oder Spielplätzen. Von den 74.500 im Krankenhaus behandelten Kindern muss rund jedes Fünfte für einen stationären Aufenthalt in diesem bleiben. 2011 nahmen dabei elf von 74.500 Unfällen einen tödlichen Ausgang. "Zwei Drittel, also 50.000 Unfälle wären mit einfachsten Mitteln zu vermeiden", so Kaltenegger. "Im häuslichen Umfeld fühlt man sich wohl und lässt in seiner Aufmerksamkeit eher nach", so der Experte. Wogegen nichts sprechen würde, wenn man bei der Prävention schon im Voraus tätig werden würde.

Bewegung wichtig
"Der Sicherheitsgedanke soll die Kinder in ihrer Aktivität nicht hemmen, im Gegenteil, denn die motorische Schulung durch Bewegung ist ebenfalls ein Teil der Vorsorge und sorgt zudem auch für gefestigte Erwachsene", so Kaltenegger. Vielmehr sollen Sicherheitsartikel wie Fensterriegel oder Treppenschutzgitter die Umgebung der Kleinen sichern, ohne ihren Bewegungsdrang einzuschränken.

Wenn ein Unfall geschieht, dann am häufigsten in Wohn-, Schlaf-oder Kinderzimmer, wo rund zwei Drittel stattfinden. Rund zwanzig Prozent der Unfälle passieren in der Küche. Unfallursache sind am häufigsten Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Folgen sind mit jeweils rund 20 Prozent Prellungen und offene Verletzungen wie etwa Schnittwunden und mit 19 Prozent fast genau so oft Knochenbrüche.

Badeunfälle

Angesichts der nahenden Badesaison warnte der Experte vor Badeunfällen. Diese seien von den Zahlen her zwar nicht sehr häufig, jedoch sind die Folgen hier besonders schwerwiegend.
 

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