Krebs wird Todesursache Nummer 1

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Krebs wird Todesursache Nummer 1

Die Welt sieht sich mit einer ständig wachsenden Zahl an Krebskranken und Todesfällen durch bösartige Erkrankungen konfrontiert. Das ist die Konsequenz einer generell steigenden Lebenserwartung. "Krebs wird in diesem Jahr die Herz-Kreislauf-Leiden als 'Killer Nummer 1' ablösen. Die Gesundheitsbelastung durch Krebs hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt", warnte am Freitag beim Europäischen Krebskongress (12. Oktober) in Mailand der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO), David Kerr.

7,6 Mio. Todesfälle
Die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2008 wurden weltweit rund 12,7 Mio. Krebserkrankungen neu diagnostiziert. Es gab 7,6 Mio. Todesfälle durch solche Leiden. Auf der anderen Seite leben immer mehr Menschen Krebserkrankungen: Derzeit sind es weltweit rund 25 Mio. Patienten.

Therapien
Kerr, Onkologe aus Oxford in Großbritannien bei der Eröffnungspressekonferenz der ESMO-Jahrestagung mit rund 15.000 Teilnehmern und mehr als 1.100 wissenschaftlichen Beiträgen: "Das Wort 'Krebs' hatte immer einen ziemlich furchterregenden Beigeschmack, aber das sollte vorbei sein. Wir Onkologen arbeiten hart daran, die Therapien den jeweils richtigen Patienten, zur rechten Zeit und in der richtigen Dosis zukommen zu lassen. Bei der Entwicklung von individuellen und für den Einzelnen wirkungsvollsten Therapien sind wir auch ein Beispiel für andere Medizinbereiche, zum Beispiel die Diabetiker-Behandlung."

In Mailand wurden insbesondere wichtige Studienergebnisse auf dem Gebiet von Brust-, Eierstock-, Prostata- und Lungenkrebs erwartet. Einen "Hype" um manche Ergebnisse sollte man vermeiden, betonte der britische Experte: "Wir sollten das Wort 'Durchbruch' nicht verwenden. Das ist nur selten gerechtfertigt. Wir machen 'Schritte nach vorwärts', Studienergebnisse können unsere tägliche Praxis verändern."

Bei immer mehr Krebspatienten und - zumindest bei einigen Krebserkrankungen - immer längeren Überlebens- und somit auch Behandlungszeiten - wird auch die Frage der Finanzierung de Therapien in der Onkologie immer wichtiger. Kerr: "Obwohl wir in einer Zeit von engen Budgetmitteln leben, sollten wir wirksame Therapien in die Gesellschaft bringen." Jedes Land aber habe hier seine Limits selbst zu bestimmen.

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