Nur jedes zweite Kind isst täglich Obst

Mangelhafte Ernährung

Nur jedes zweite Kind isst täglich Obst

Drei von vier Müttern ist nicht bewusst, dass ein Kleinkind in den ersten tausend Tagen einen besonderen Nährstoffbedarf hat. Nahezu jedes zweite Einjährige isst schon bei den Erwachsenen mit. Wenn es um das Essen für ihr Kind geht, vertrauen Eltern mehr auf das eigene Gefühl als auf wissenschaftliche Empfehlungen. Dies geht aus einer aktuellen marketagent.com-Umfrage hervor. Falsche Ess- und Trinkgewohnheiten in dieser sensiblen Phase können aber negative Auswirkungen auf das Wachstum und die Entwicklung des Kindes haben.

Eine Umfrage von marketagent.com, die im Sommer 2013 unter 500 österreichischen Müttern durchgeführt wurde, zeigt: Mehr als 99 Prozent der Befragten ist die Ernährung der eigenen Kinder wichtig bzw. sehr wichtig. 85,3 Prozent gehen dabei nach Gefühl und Intuition vor, nur 14,7 Prozent achten bewusst auf den Nährstoffgehalt. Sie stufen die Ernährungsqualität mit zunehmendem Alter des Kindes nicht mehr so hoch ein wie im ersten Lebensjahr bzw. nach dem Stillen.

Ernährung wichtig
Dass Kinder in den ersten drei Lebensjahren spezielle Ernährungsbedürfnisse haben, ist laut Umfrage nur jeder vierten Mutter bewusst (nur 24,5 % stimmen dieser Aussage „sehr zu“). Das wichtigste Kriterium der Mütter für die Ernährung ihrer Kinder ist, dass es den Kindern schmeckt (71,8 %). Immerhin aber wissen fast zwei Drittel (62,2 %) der Befragten, dass die Ernährung in den ersten Lebensjahren entscheidend ist für eine gesunde Entwicklung.

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen"
Die Ernährung in den ersten 1000 Tagen (gerechnet von der Befruchtung bis zum zweiten Geburtstag) eines Kindes ist entscheidend für eine gesunde Zukunft, wie  Ernährungswissenschafterin Mag. Eva Unterberger betont: „Kleinkinder sind beim Essen keine kleinen Erwachsenen. Sie benötigen von manchen Nährstoffen bezogen auf das Körpergewicht bis zu 5 x mehr als Erwachsene. Dabei ist ihr Magen etwa nur ein Sechstel so groß und verhält sich größenmäßig etwa wie eine Mandarine zu einer Grapefruit. Es liegt also auf der Hand, dass überwiegend nährstoffreiche Lebensmittel ihren Weg in den Kindermagen finden sollen.“

Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Milch
Dazu gehören Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Milchprodukte - hin und wieder ergänzt durch ein Stück Fleisch, Fisch oder ein Ei, so Unterberger. Auch Süßigkeiten sind ab und zu erlaubt, wenn der Essalltag grundsätzlich ausgewogen gestaltet wird. Aber schon bei den ganz Kleinen zeigen sich Schönheitsfehler: Der Anteil derer, die zumindest 1 x täglich naschen, verdoppelt sich laut Umfrage zwischen dem ersten und dritten Geburtstag. Gleichzeitig nimmt der Obst- und vor allem Gemüseverzehr ab.

Jeder weiß es, kaum jemand tut es
Jede Mutter und jeder Vater will nur das Beste für ihr bzw. sein Kind - auch beim Essen. Woran dieser gute Vorsatz scheitert, ist die Umsetzung von theoretischem Ernährungswissen im Essalltag. Eva Unterberger wundert das nicht: „Eltern von Kleinkindern werden dabei alleine gelassen. Gibt es für das erste Lebensjahr noch umfangreiche Empfehlungen, heißt es ab dem ersten Geburtstag nur mehr ‚allmählicher Umstieg auf die Familienkost’.“ Dass die Familienkost in vielen heimischen Haushalten aber alles andere als kleinkindgerecht ist, weiß die Ernährungswissenschafterin aus dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012, der das Essverhalten der Erwachsenen hierzulande wie folgt beschreibt: Zu viel, zu süß, zu fett, zu salzig. Insofern ist es erschreckend, dass laut Umfrage bereits über 40 Prozent der Kinder im zweiten Lebensjahr das gleiche essen wie die Erwachsenen. Eltern von Kleinkindern sind also gut beraten, ihre eignen Essgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und falls nötig da und dort zu korrigieren. „Wenn Eltern bei Gemüse, Obst & Co. mit gutem Beispiel vorangehen, haben sie gute Karten in der Hand, dass ihre Sprösslinge es ihnen nachmachen“, rät Unterberger.

Präventionsfenster in der frühen Kindheit weit geöffnet
Wie sich der gesamte Stoffwechsel, das Gehirn und das Immunsystem entwickelt, ist zu etwa 20 Prozent durch unsere Gene vorbestimmt. Die restlichen 80 Prozent können durch Umwelteinflüsse und vor allem durch den individuellen Lebensstil in der frühen Kindheit beeinflusst werden. Es mehren sich die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass diese „Programmierung“ schon sehr früh beginnt: So sollen das Essverhalten der Schwangeren sowie die Ernährung des Säuglings und Kleinkindes langfristig einen Einfluss auf die spätere Gesundheit und das Risiko für Zivilisationskrankheiten (Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) haben.Ist die Eiweißzufuhr beispielsweise zwischen dem 7. und 24. Lebensmonat zu hoch, besteht die Gefahr, dass das Kind bei Schuleintritt zu viel Gewicht auf die Waage bringt. Wissenschafter vermuten, dass eine zu geringe Eisenzufuhr bis zum zweiten Geburtstag später mit schlechten Schulleistungen einhergeht. Ist der Köper hingegen in den ersten Lebensjahren gut mit Vitamin-D versorgt, kann dies offenbar der Entstehung von Typ-1-Diabetes entgegenwirken.

Sorgfältig auswählen
„Wird das Essverhalten in den ersten 1.000 Tagen in die richtigen Bahnen gelenkt, schafft dies einen nicht aufholbaren Gesundheitsbonus für spätere Lebensjahre. In dieser Zeit muss daher der Esstisch besonders sorgfältig mit nährstoffreichen Köstlichkeiten gedeckt werden“, so Unterberger abschließend.

Diashow Die gesündesten Lebensmittel

Brokkoli

Brokkoli ist ein guter Lieferant für pflanzliches Eisen. Trinken Sie dazu ein Glas Orangensaft, so wird die Aufnahme im Körper verbessert. Außerdem gilt er als starke Waffe gegen Krebs und ist gut für das Immunsystem.

Spinat

Neben Lachs und Heidelbeeren gehört der Spinat zu den Stars unter den Superfoods. Dieses nährstoffreiche Gemüse schützt uns vor Schlaganfall und etlichen Krebsarten. Hier ist nicht nur Eisen, sondern auch Kalzium und Magnesium versteckt.

Orangen

Orangen sind schon lange als Vitamin C Lieferanten bekannt. Dieses Vitamin gehört zu den wasserlöslichen und wird im Körper nicht gespeichert. Deshalb sollten Sie jeden Tag Früchte wie Orangen, Grapefruits oder Mandarinen essen.

Lachs

So wie alle Meeresfische sind im Lachs Omega-3-Fettsäuren enthalten. Außerdem liefert er wichtiges Eiweiß. Fisch unterstützt sowohl Herz als auch Gehirn. Zwei Mal pro Woche sollte Fisch auf Ihren Tisch.

Pute und Huhn

Hühnerbrust ohne Haut enthält viel fettarmes Eiweiß. Außerdem ist sie ein guter Lieferant für Eisen, Zink und Selen. Hühnerfleisch ist preisgünstig und in der Küche vielseitig verwendbar.

Joghurt

Im Joghurt sind viele lebende Kulturen enthalten die den Darm nachweislich positiv beeinflussen. Das reichhaltige Angebot im Supermarkt bietet für jeden Geschmack die passende Sorte.

Haferflocken

Haferflocken, Haferkleie und Hafermehl vermindern das Herzerkrankungsrisiko nachweislich. Sie sind eine gute Quelle für Ballaststoffe, Eiweiß und lebenswichtige Mineralstoffe.

Heidelbeeren

Heidelbeeren enthalten besonders viele Antioxidantioen. Diese schützen den Körper vor Alterserscheinungen und vor Krebs.

Soja

Aus Soja wird Tofu, Sojamilch und Miso hergestellt. Diese Wunderbohne enthält nicht nur besonders wertvolles Eiweiß (wichtig für Vegetarier) sondern auch viele pflanzliche Östrogene. Studien bestätigen den Schutz vor Osteoporose und Herzerkrankungen.

Bohnen

Viele Vitamine und hochwertiges pflanzliches Eiweiß. Außerdem senken Bohnen den Cholesterinspiegel.

Tee

Tee wird schon seit vielen Jahrhunderten getrunken, seine gesundheitsfördernde Wirkung ist aber noch nicht so lange bekannt. Grüner und schwarzer Tee enthalten wertvolle Flavonoide die als Antioxidantien in unserem Körper arbeiten.

Walnüsse

Nüssen sind sehr gesund. Sie enthalten wichtige Omega-3-Fettsäuren.

Tomaten

Tomaten Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Pizza und Nudelgerichten. Der in Tomaten enthaltene Farbstoff Lycopin wirkt als Antioxidant. Er fängt die Sauerstoff-Radikale und macht sie unschädlich.

Kürbis

Kürbis zählt wegen seines hohen Nährstoffgehalts zu den Superfoods. Der Speisekürbis ist kalorienarm und dient als Quelle wertvoller Carotinoide. Diese sind außerdem in Karotten, Marillen und gelben oder rotem Paprika enthalten.

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