Plasmaspenden rettet Leben

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Plasmaspenden rettet Leben

Einige zehntausend Menschen gehen in Österreich regelmäßig zur Spende von Blutplasma. Der Bedarf an daraus produzierten biologischen Arzneimitteln steigt ständig. Deshalb gibt es aktuell bei der "Internationalen Woche der Plasmaspende" (13. bis 20. Oktober) Informationsaktivitäten zu diesem Thema, hieß es am Donnerstag bei einem Pressegespräch in einem Plasmazentrum des US-Konzerns Baxter in Wien.

18.000 Spender
"Der weltweite Bedarf an Blutplasmaprodukten erhöht sich, er kommt jetzt auch vermehrt aus den Schwellenländern", sagte Eva Bettina Stefan, bei Baxter BioScience für das Marketing der Plasmazentren zuständig. Der Konzern betreibt in Österreich sieben solcher Zentren. Insgesamt mehr als 18.000 Menschen mit dabei engmaschiger medizinischer Überwachung kommen regelmäßig zu den Plasmapheresestationen, wo bei jeder Sitzung aus dem Blut zwischen 600 und 800 Milliliter Plasma gewonnen werden.

Arzneimittel

Baxter ist auf diesem Gebiet eines der führenden Unternehmen. Mit der vor Jahren erfolgten Übernahme der österreichischen Immuno AG wurde dieses Geschäftsfeld noch weiter ausgebaut. In Wien befindet sich der größte Produktionsbetrieb für Plasmaprodukte des Konzerns außerhalb der USA. In einem Arbeitsgang werden 18 verschiedene Proteine - von Blutgerinnungsfaktoren bis hin zu Antikörpern und Fibrinkleber für die Chirurgie - aus dem Spenderplasma zu Arzneimitteln verarbeitet. Pro Jahr werden in Wien rund 2,2 Millionen Liter Blutplasma in der Produktion verwendet. Plasmaspender können bis zu 50 Mal pro Jahr in die Zentren kommen.

Höchste Sicherheit

Die modernen Gewinnungs- und Herstellungsmethoden garantieren mittlerweile höchste Sicherheit für Spender und die Patienten. In den 1980er-Jahren hatte es durch mit Plasmaprodukten hervorgerufene HIV-Infektionen vor allem bei Hämophilen und durch Hepatitis C-Infektionen eine Tragödie gegeben, die auch die Spender betraf. Allerdings gab es damals noch keine Testmöglichkeiten auf diese Virusinfektionen.

Wie wichtig diese Produkte sind, belegt das Schicksal von Karin Modl (52). Die Niederösterreicherin litt von Kindheit an fast ständig an schweren Infektionen, wurde deswegen sogar mit einer Chemotherapie wegen eines angeblichen Lymphoms behandelt, kam gar zum Psychiater. Was sich herausstellte, so die Gründerin einer Selbsthilfegruppe: "Ich habe einen angeborenen Immundefekt und muss zwei Mal pro Woche Immunglobulin-Antikörper injizieren. Für ein einziges Fläschchen benötigt man bis zu 20 Plasmaspenden." Am Donnerstag fand in Wien ein Workshop der "Plasma Protein Therapeutics Association" (PPTA) mit Vertretern der Pharmaindustrie, Pharmig, Patientenvertretern und Spendern statt.
 

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