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Schmerzen weggezaubert

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"Scharfes" Pflaster gegen Schmerzen

Schmerzpatienten steht ab sofort eine neue Behandlungsmethode zur Verfügung: Ein mit dem Wirkstoff Capsaicin, der auch in der Chilischote vorkommt, getränktes Pflaster soll den Schmerz zielgenau lindern - bei minimalen Nebenwirkungen. Der "scharfe" Schmerzkiller wurde bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert. Österreich und Deutschland sind die ersten beiden Länder, in denen das neue Medikament jetzt stufenweise in Spitälern eingeführt wird.

262.000 Schmerzpatienten

Mindestens 262.000 Österreicher leiden Schätzungen zufolge unter Schmerzen, die durch Verletzungen oder länger andauernde Nervenreizungen verursacht werden. Das sind etwa 3,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die chronische Beeinträchtigung hat in vielen Fällen massive Auswirkungen auf das gesamte Leben: Schlaflosigkeit, Angst, Depressionen begleiten die Betroffenen häufig; oft führt dieser Zustand zur Berufsunfähigkeit.

Nebenwirkungen
Bei permanenter Medikation kommt es in der klassischen Schmerztherapie oft zu Neben- und Wechselwirkungen und der Entwicklung einer Toleranzschwelle, die eine ständige Erhöhung der Dosis erfordert, so das Pharmaunternehmen Astellas, Hersteller des Pflasters "Capsaicin 8 Prozent". Dieses wird direkt auf die betroffene Stelle geklebt und muss zwischen 30 und 60 Minuten einwirken. Es kommt zu einer Überreizung der Schmerzsignal-Rezeptoren, so dass diese dann "streiken".

Hält drei Monate
Die Schmerzlinderung hält bis zu drei Monaten lang an, sagte der Arzt und Astellas-Verantwortliche Botond Pommer. Die Anwendung des Pflasters liegt ausschließlich in der Hand von medizinischem Fachpersonal. Es ist sowohl als Monotherapie also auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln zugelassen.

Verbesserung der Lebensqualität

Laut Burkhard Gustorff, Vorstand der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Wiener Wilhelminenspital, kann das Pflaster vielen Patienten Mobilität und Arbeitsfähigkeit zurückbringen. Dass das Mittel nicht dauerhaft appliziert werden muss, sondern nur alle paar Monate für dreißig Minuten (Füße) oder eine ganze Stunde (am Rest des Körpers), bedeute eine "deutlich verbesserte Lebensqualität der Patienten".

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