Sex-Schule: Wer nicht kommt, der fliegt

Hauptfach Erotik

Sex-Schule: Wer nicht kommt, der fliegt

Die TV-Werbung für die Wiener Sexschule wurde verboten. Dem ORF war sie selbst im Nacht-Programm zu schlüpfrig. Macht nix. Reklame braucht Gründerin Ylva-Maria Thompson (52) längst nicht mehr. Das Motto „Sex sells“ – selten wurde es wahrer als hier.

Allein die Ankündigung der schwedischen Erotikkünstlerin, am 14. Dezember in Wien eine Sexschule zu eröffnen, brachte ihr weltweit Schlagzeilen: China, Indien, Griechenland, Holland, Russland, Schweden, Japan, England und die USA – alle berichten über die Austrian Sex School. „Der Mediensturm war überwältigend“, so Melody Kirsch, Assistentin der Erotik-Schulleiterin.

Interviews gibt die Sexpertin vorerst keine mehr. „Es haben sich so viele Studenten gemeldet, wir sind schon ausgebucht“, so Kirsch am Telefon zu ÖSTERREICH. Dann macht die strenge Sex-Assistentin doch eine Ausnahme, gewährt einige Fragen. Licht ins Dunkel bringen die Antworten nicht.

Am Montag wird die Sex-Schul-Direktorin in Wien ihr Lustkonzept öffentlich präsentieren. Zwischen 15.00 und 17.00 Uhr gibt es eine Pressekonferenz. Aber: Der Ort des exklusiven Erotik-Talks bleibt bis kurz vor Beginn geheim – so steht es in der Einladung.

Ab 16 in die Sexschule
Geheim bleibt auch, wo die Schule der Liebe genau liegt. In der Nähe von Wien soll sich das Lustschlösschen befinden. „Damit möchten wir die Schüler schützen und verhindern, dass Schaulustige die Sex-Schule belagern“, sagt Kirsch.

Und wie läuft das Hauptfach Erotik ab? Am Stundenplan stehen 200 Praxis-Einheiten mit Techniken, Massagen und der Geschichte des Sex. Das erste Erotik-Semester von AISOS – so die Kurzform – besteht aus fünf Basiskursen und drei speziellen Intensiv-Seminaren.

Am Ende Prüfung
Aber es gibt nicht nur Spaß, die Sex-Lehrlinge müssen eine strenge Prüfung absolvieren. Und: Es gibt Anwesenheitspflicht: Wer nicht „kommt“, fliegt. Besteht man die Prüfung, darf man sich „zertifizierter Liebhaber“ nennen.

Bereits ab 16 Jahren (!) darf man in der Sexschule zur Erotik-Ausbildung antreten.
Auch frustrierte Paare finden in der Sexschule wieder ihre Libido: Vier Wochenendkurse werden für Paare angeboten. Die Semestergebühren betragen stolze 1.400 Euro – Übernachtung, Verpflegung, Kondome sind dafür inklusive. Der erste Jahrgang der neuen Lust startet am 8. Jänner.

Schwedens Gerti Senger
Und wer steckt hinter dieser Idee? Ylva-Maria Thompson könnte man „Gerti Senger von Schweden“ nennen. In den 80ern und 90ern wurde sie als Moderatorin einer erotischen TV-Show bekannt. Ihre zweite Leidenschaft ist Kunst – auch hier dreht sich alles um Vaginas und Penisse. Ihr bekanntestes Werk „Anonyme Exhibitionisten“ zeigt hundert Vaginas.

Genug Qualifikation für eine Sexschule?. „Glauben Sie mir, meine Chefin ist seeehr erfahren“, so Kirsch.


"Auch Frauen interessieren sich für Kurse"

ÖSTERREICH: Frau Kirsch, warum hat sich Frau Thompson Wien als Standort für die erste Sexschule ausgesucht, obwohl sie in Schweden lebt?
Melody Kirsch: Frau Thompson liebt Wien, es ist für sie ein sehr schöner Platz. Sie besitzt ein kleines Anwesen in der Nähe von Wien. Eine Villa aus dem 18. Jahrhundert, eingebettet in einen großzügigen Park. Hier ist der ideale Platz und Begegnungsort für unsere Akademie, natürlich nicht nur technisch ausgestattet mit allem, was Sie sich erwarten und vorstellen.

ÖSTERREICH: Wie kam es zu der Idee der Sexschule ...
Kirsch: Wir trainieren unsere Muskeln, wir kümmern uns um unsere Gesundheit. Aber wie viel Zeit verbringen wir damit, uns darauf zu konzentrieren, was uns andere Menschen geben – nämlich Liebe. Liebe braucht die Welt jetzt. Wir müssen uns akzeptieren und zum Kern vordringen, was uns zum Menschen macht.

ÖSTERREICH: Wer hat mehr Probleme mit der Sexualität – Männer oder Frauen?
Kirsch: Es sind mehr Männer, die bei uns anfragen. Aber Frauen interessieren sich auch. Vor allem junge Männer wollen wirklich gute Liebhaber werden, vielleicht fühlen sie sich von Freunden unter Druck gesetzt. Aber es geht nicht darum, welches Geschlecht die größeren Defizite beim Sex hat, sondern darum, dass man sich selbst gut fühlt.

ÖSTERREICH: Woher nimmt Frau Thompson die Qualifikation für eine Sexschule?
Kirsch: Sie war immer eine sehr offene und fröhliche Person. Sie schließt alles ein und nichts aus – das macht sie erfahren.

ÖSTERREICH: Wie soll sich das Sexleben nach einem Kurs an der ersten Sexschule ändern?
Kirsch: Wir lehren die Kunst des Gebens und Empfangens sexueller Lust. Frau Thompson zeigt Lust bringende Techniken. Unsere Studenten sollten nach dem Kurs keine Scheu mehr haben, Sexpraktiken auszuprobieren. Und sie werden auch erleben, dass Sex zu den Dingen gehört, die einen gesünder und glücklicher machen.

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