Wiens erster Lokalführer für Vegetarier

Weder Fisch noch Fleisch

Wiens erster Lokalführer für Vegetarier

Orientierungshilfen durch den Wiener Gastrodschungel gibt es zuhauf - für Beisln, Kaffeehäuser oder die Luxusküche. Nun ist der erste Lokalführer für vegetarische Zeitgenossen im Holzbaum Verlag erschienen. Das kleine Büchlein im Taschenkalenderformat versammelt 37 Gaststätten, auf deren Speisekarten man Fleisch wie Fisch vergeblich sucht. Das äußerst schlicht gehaltene Kompendium bietet einen durchaus kompakten Überblick, die Bewertung ist allerdings nicht immer zur Gänze nachvollziehbar.

Vegetarisch Grillen: So geht's

Nach Bezirken gegliedert

Gegliedert ist die Lokalübersicht nach Bezirken, wobei es laut "Vegetarischer Lokalführer Wien" offensichtlich weder in Simmering und Meidling, noch in Hernals, Liesing und drei weiteren Bezirken ein einziges Restaurant oder Cafe gibt, dass rein pflanzliche Zutaten verkocht. Abgesehen davon bietet das rund 50-seitige Bändchen je einseitige Kurzbeschreibungen zu den getesteten Imbisstheken, Bio-Stuben und Reformhäusern.

Übersichtliche Serviceelemente
Als besonders übersichtlich erweisen sich die Serviceelemente, die neben der Angabe von Kontaktdaten und Öffnungszeiten auch zwischen Lokaltypen (Cafe, Restaurant, Imbiss etc.), der Küche (orientalisch, international, österreichisch...) sowie zwischen günstigem, normalem und teurem Preisniveau unterscheiden. Außerdem soll dem Leser auf den ersten Blick ersichtlich sein, wie es um Ambiente, Speis' und Trank sowie das Service des jeweiligen Lokals bestellt ist. Die Bewertung auf einer Skala von null bis zehn Sternen ist allerdings in Kombination mit den Kurzkritiken nicht immer vollständig nachvollziehbar.

So beschweren sich etwa die Autoren nach einem Besuch der "Hollerei" im 15. Bezirk über zu kleine und teure Portionen, zu viel Würze in der Suppe und zu dickflüssiges Mango-Lassi. Trotzdem darf sich das Vegi-Restaurant über die volle Punkteanzahl in der Kategorie Speis und Trank freuen. Grundsätzlich nahmen die Tester von der teils als aufgesetzt kritisierten Freundlichkeit des Personals bis zur Beschaffenheit der Klos alles Mögliche unter die Lupe. Das "schönste und hygienischte" WC soll es übrigens im Tiempo Buch Cafe in der innerstädtischen Johannesgasse geben.

Bestes Lokal
Geht es nach dem Vegi-Führer, sollten alle Fleischverweigerer ins orientalisch ausgerichtete "Nice Rice" in der Mariahilfer Straße strömen. Dieses erhielt als einziges Lokal die volle Sternanzahl in allen Kategorien. Am schlechtesten schnitt das Tüwi nahe der Boku ab.

Rein optisch ist das von Clemens Ettenauer herausgegebene Büchlein sehr minimalistisch ausgestattet. Auf Farbenpracht und inszenierte Gastrofotografien wurde verzichtet, lediglich einige grobkörnige Restaurantbilder zieren die Seiten. Nicht unironisch allerdings das färbige Coverbild: Es ziert einen an Petersilie kiefelnden Hasen, der auf einem karierten Wirtshaustischtuch sitzt. Im Hintergrund ist das Riesenrad zu sehen.

"Vegetarischer Lokalführer Wien", herausgegeben von Clemens Ettenauer im Holzbaum Verlag; Preis: 9,95 Euro; ISBN 978-3-9503097-0-6; Web: www.holzbaumverlag.at

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