Jugendliche fühlen sich zu sicher

Safer Sex

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Jugendliche fühlen sich zu sicher

In der Theorie wissen österreichische Jugendliche im Europa-Vergleich überdurchschnittlich gut über die Risiken von ungeschütztem Sex Bescheid. In der Praxis fühlen sie sich aber oft zu sicher. Das hat eine Umfrage eines Verhütungsmittelherstellers unter mehr als 15.000 europäischen Heranwachsenden ergeben.

"Gummi" im Ernstfall
Beim Sex mit einem neuen Partner ein Kondom zu verwenden, halten 97,6 Prozent der befragten einheimischen Jugendlichen für eine gute Idee. Dass sie sich ungeschützt infizieren können, wissen 98,1 Prozent. Sieben von zehn Jugendlichen finden es leicht, mit dem Partner ein Gespräch darüber zu führen. Fast neun von zehn Befragten versicherten, im Ernstfall zum "Gummi" greifen zu wollen. Trotzdem haben nur zwei Drittel (64,5 Prozent) beim letzten Sex auch wirklich ein Kondom verwendet. Verhütung in irgendeiner Form ist immerhin bei acht von zehn Befragten zum Einsatz gekommen.

"Nahezu allen Jugendlichen ist bewusst, dass sie Kondome zur Verhütung und gegen die Übertragung von Geschlechtskrankheiten beim Sex nutzen sollten", sagte Wolfgang Kostenwein, Gesundheitspsychologe und pädagogischer Leiter des Österreichischen Instituts für Sexualpädagogik. Aber: "Die Diskrepanz zwischen Wissen und Umsetzung ist hier noch sehr groß - somit haben auch wir als Aufklärer Aufholbedarf."

Studie in 15 Ländern

Insgesamt wurden für die Durex-Studie "The Face of Global Sex" 15.768 Menschen im Alter von 15 bis 20 Jahren aus 15 Ländern Europas befragt, darunter 1.032 aus Österreich. Die österreichischen Jugendlichen fuhren die Bestnote ein, knapp gefolgt von den Schweizern. Die jungen Deutschen landeten im Mittelfeld. Den niedrigsten Wert erreichten die türkischen Jugendlichen. Generell gehen laut Durex Heranwachsende in Westeuropa aufgeklärter mit dem Thema Sex und Verhütung um als in Osteuropa. Mädchen schnitten bei allen Fragen besser ab.

Aufklärung mit 11,5 Jahren
Wer früh aufgeklärt wurde, erzielte im Wissenstest bessere Ergebnisse. Österreichische Jugendliche werden durchschnittlich mit 11,5 Jahren aufgeklärt, Italiener erst mit 15,3 Jahren. Die meisten heimischen Teenies bezogen ihre ersten Informationen von den Eltern (25,3 Prozent) und Lehrern (26,5 Prozent). Die Freunde als erste Anlaufstelle liegen eher abgeschlagen bei 16,9 Prozent, im Gegensatz zur Türkei oder Italien, wo der Freundeskreis bei rund 30 Prozent der Befragten mit den ersten Infos aufwartete.

Aber auch die heimischen Jugendlichen hängen Mythen nach: Jeder Vierte glaubt fälschlicherweise, er könne sich auf dem Klo mit einer Geschlechtskrankheit infizieren. 16 Prozent meinen, sie könnten sich beim Küssen anstecken. Trotzdem fühlen sich die Jugendlichen (viel zu) sicher: Die Hälfte sieht für sich selbst ein geringes bis gar kein Ansteckungsrisiko.

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