11. März 2010 16:07
© Getty, Louis Vuitton / Chris Moore
Paris zieht an. Nach einem ungewöhnlich erfolgreichen Mode-Marathon sind die
Kollektionsschauen der Damenmode für Herbst/Winter 2010/11 am 10.3. in Paris
zu Ende gegangen. Lange war die Aufmerksamkeit für die französische Mode
nicht so groß, fast überall herrschte Aufbruchsstimmung. Mit Vuitton
und Hermès wartete der letzte Tag dann auch noch einmal mit
modischen Highlights auf.
Louis Vuitton
Auf die Minute genau zum Showbeginn um 14.30 Uhr
erhoben sich die Wasserspeier des Brunnens am Louvre, um den der Laufsteg
bei Louis Vuitton sich rundete. Wer auch nur eine Minute zu spät kam, blieb
draußen. Ebenso präzise und kultiviert wirkte die Show: Eine Hommage an
weibliche Formen und die damenhafte Eleganz der 50er Jahre. Mit
Bardot-Pferdeschwanz, Porzellanteint und kleiner Henkeltasche (Vuitton hat
den 30er-Jahre-Klassiker Speedy neu aufgelegt) traten die Models vornehm,
adrett und ladylike auf.
Hermès
Jean Paul Gaultier hatte sich bei Hermès
von Emma Peel und John Steed aus Mit Schirm, Charme und Melone
inspirieren lassen, doch Hüte, Regenschirm und das Spiel mit dem Gegensatz
von Männlich - Weiblich war eigentlich nur ein Vorwand, um traumhaft schönes
Leder in Szene zu setzen. In Schwarz als sexy Anzug, als lockere Weste,
grauer Blazermantel oder Trenchcoat in einem sehr schönen Nougat-Ton: Bei
Hermès hatte alles unschlagbare Klasse. Fließende Seidenröcke und -kleider
mit Leopardenprint sowie superweiche Pelze komplettierten die Kollektion.
Trotz der Stärke dieser Woche riss die Abwesenheit Alexander McQueens ein
tiefes Loch. Der britische Modemacher, der sich im vergangenen Monat das
Leben genommen hatte, spielte mit seiner genialen Kreativität stets eine
Sonderrolle. Nur wenige Modeleute waren zur Besichtigung seiner letzten
Entwürfe in privatem Rahmen eingeladen worden und berichteten von Kleidern
mit gotischen Einflüssen von geradezu bestürzender Schönheit.