Leichtbau - die intelligente Bauweise Leichtbau - die intelligente Bauweise

 

 

Leichtbau - die intelligente Bauweise

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Verschiedene Entwicklungen im 21. Jahrhundert führen dazu, dass Bauen zunehmend unter den Kriterien der Leichtigkeit, der Ressourcen- und Energieeffizienz sowie der Veränderbarkeit geplant wird.

Die Studie „Eigenschaften und Potentiale des Leichtbaus präsentiert dazu einen Vergleich der Leistungsfähigkeit von Massiv- und Leichtbauten. Für einen solchen Vergleich bieten sich im besonderen Maße Einfamilienhäuser an, da diese von der Funktion und Nutzung identisch sind und bei gleicher Belegungsdichte und gleichen Kostenrahmen ähnliche Grundflächen und Grundrisse aufweisen. Außerdem existieren bei diesen Gebäuden in der Regel keine spezifischen Anforderungen an Schall- und Brandschutz.

 

Auswahl der Bauweise
Grundsätzlich sind – unabhängig von der Bauweise – von allen Gebäuden in Abhängigkeit vom Gebäudetyp und der Gebäudenutzung gesetzlich vorgegebene Eigenschaften zu erfüllen (Tragfähigkeit von Bauteilen, Holzschutz oder Wasserdichtheit von Kellerwänden etc). Darüber hinausgehende Kriterien werden als sogenannte „weiche Faktoren“/Soft skills bezeichnet. Sie unterliegen keinen direkten gesetzlichen oder belastungsbedingten Anforderungen. Trotzdem kommt ihnen eine große Bedeutung bei der Auswahl der Bauweise zu, da sie die Wirtschaftlichkeit und Effizienz eines Gebäudes gravierend beeinflussen.

Errichtungskosten
Die Herstellkosten moderner Holzhäuser in ihren Kerneinsatz-Gebieten (Einfamilien- und Zweifamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser, Mehrfamilien- und Bürohäuser bis drei Vollgeschoße) entsprechen denen vergleichbarer Mauerwerksbauten.

Bei gleichen Kosten zeigen sich aber unterschiedliche Qualitäten. Der Wärmeschutzstandard ist bei den betrachteten, preisneutralen Holzhäusern durchwegs höher und die Wohnfläche bei gleicher Grundfläche größer.

Vorteil des Leichtbaus: Geht man nicht nur von der Größe aus, sondern normiert man die Eigenschaften und Qualitäten, erweist sich die Holzbauweise kostengünstiger als der Massivbau.

Ausschlaggebend dafür sind der hohe Grad der Vorfertigung. Die damit einhergehenden kürzeren Bauzeiten verringern die Zeit der Zwischenfinanzierung und parallele Mietkosten für den Bauherrn. Besonders stark ist dieser Kostenvorteil bei größeren Immobilien zu spüren: -3 bis -5 %.
Weitere Einsparungen ergeben sich durch die geringeren Anforderungen an die Tragfähigkeit der Fundamente. Der Aufwand für lastabtragende Rohbaukonstruktionen wird reduziert. Bei Sanierungen, Umnutzungs- oder Aufstockungsmaßnahmen kann meist auf eine Tragwerksverstärkung verzichtet werden. Weniger Masse bedeutet auch Einsparungen beim Transport.

Nutzflächensteigerung
Tragende und nichttragende Wände in Leichtbauweise erfüllen die an sie gestellten bauphysikalischen Anforderungen bei geringerer Wanddicke als vergleichbare massive Systeme. Die schlankere Bauweise von leichten Außenbauteilen liegt darin begründet, dass die Dämmebene integrativ in der Tragwerksebene angeordnet werden kann.

Vorteil des Leichtbaus: Schlankere Wandkonstruktionen verbrauchen weniger Grundfläche. Das bedeutet: Mit Leichtbauweise gewinnt der Bauherr auf gleicher Grundfläche mehr Wohn- und Nutzraum. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus entsteht somit um 5 bis 10 % mehr Wohn- und Nutzfläche.


Flexibilitätssteigerung
Bei Neubauvorhaben müssen sich Investoren und Projektentwickler zunehmend die Frage stellen, was sie für wen und zu welchem Zweck und Preis errichten wollen. Um das Risiko der Nichtvermietbarkeit zu minimieren, ist hohe bauliche Flexibilität gefordert.

Vorteil des Leichtbaus: Durch ihre Flexibilität sind Trockenbaukonstruktionen an wechselnde Nutzungsbedingungen einfach anpassbar. In der Bauphase können Änderungswünsche noch relativ spät realisiert werden, sodass eine „Nutzerbeteiligung“ möglich wird.


Wertbeständigkeit

Während der Lebensdauer eines Gebäudes gibt es in regelmäßigen Abständen Modernisierungsmaßnahmen. Wie einfach diese durchführbar sind, beeinflusst ganz entscheidend die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes. Betrachtet man die Lebenszyklen einzelner Gebäudeelemente, so betragen diese

- für den Rohbau 50 – 100 Jahre

- für die Gebäudehülle ca. 30 Jahre

- für den technischen Ausbau länger als zehn Jahre

- für den Ausbau von Informations- und Kommunikationsmitteln 5–10 Jahre

Vorteil des Leichtbaus: Durch technische, konstruktive, bauphysikalische und materialspezifische Verbesserungen werden moderne Holzbauten in ihrer Lebenszeit gleich bewertet wie massive Konstruktionen. Allerdings sind sie effizienter in Phasen der Veränderung und lassen sie sich einfacher und rascher an neue Anforderungen anpassen.


Der Marktwert eines Gebäudes entspricht dem Nutzwert, den ein Mieter dem Objekt zumisst. Der Nutzwert wird primär durch die Lage, die vorhandene Infrastruktur und die Möglichkeit technischer Anpassung bestimmt. Der Wert eines nicht flexiblen Gebäudes, das die am Standort nachgefragte Nutzung nicht zulässt, wird vor allem in Ballungsgebieten häufig vom Grundstückswert überstiegen. Der Abriss lange vor Ende der Lebenszeit ist die wirtschaftliche Konsequenz.

Deshalb ist die Lebensdauer der tragenden Gebäudestruktur meist nur von sekundärer Bedeutung für die Lebensdauer des gesamten Gebäudes.


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