03. September 2007 12:46
"Ka' Tschick ist an! Das Auto wird zur rauchfreien Republik!" -
unter diesem Motto steht eine neue Nichtraucher-Kampagne, die
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) in Wien vorstellte. Mit dem
Slogan, der an eine russische Teilrepublik erinnern soll, will Kdolsky den
rauchenden Autofahrern den Garaus machen.
Mit einem Gewinnspiel sollen die Österreicher dazu bewegt werden, künftig
auf das Rauchen im Auto zu verzichten. Demnächst treten auch in Österreich
neue Rauchergesetze in Kraft. Unterstützt wird die Aktion mit einer eigenen
Website: www.katschikistan.at.

"In Österreich ist es im Moment en vogue, keine Eigenverantwortung zu
übernehmen und zu verlangen, dass der Gesetzgeber stattdessen ein Gesetz in
Kraft setzt. Dann kann man nachher auch über ihn schimpfen", sagt
Kdolsky. Aus diesem Grund wolle sie beim Rauchen im Auto statt eines
Gesetzes "Anreize schaffen und einen Umdenkprozess in Gang bringen".
Kdolsky ist überzeugt, dass es "nicht effizient ist, Gesetze zu
machen, die man nachher nicht sanktionieren kann", es handle sich hier
um den privaten Lebensbereich der Österreicher.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Kdolksy zumUnterschied zwischen Alkohol
und Rauchen.
Halbherzige Lösung
Auf die Kritik von Medizinern, das neue Rauchergesetz,
dass sich zur Zeit in Begutachtung befindet, sei eine "halbherzige Lösung",
reagierte Kdolsky gelassen: "Ich lebe damit, dass immer 50 Prozent
dagegen sind. Für mich persönlich wäre es viel auch einfacher,
ein vollständiges Nichtraucherverbot auszusprechen." Die schrittweise
Umsetzung sei aber mit EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou abgesprochen,
"in den nächsten Jahren" soll es ein "vollständig rauchfreies
Österreich" geben. Gleichzeitig warnt Kdolsky aber auch vor "amerikanischen
Zuständen, bei denen Raucher als kriminell angesehen werden."
Alkohol versus Zigaretten
"Im Gegensatz zum Alkohol gibt es
keinen gesunden Umgang mit Zigaretten", sagt Kdolsky. Das Rauchen im
Auto ist laut der Gesundheitsministerin gleich aus mehreren Gründen
abzulehnen: Die Feinstaubbelastung im geschlossenen Raum sei sehr hoch,
besonders Kinder seien dem Qualm hilflos ausgeliefert, zudem leide auch die
Fahrsicherheit darunter. "Es braucht ziemlich viele Schritte, um eine
Zigarette anzuzünden. Rauchen bei Tempo 100 heißt 140 Meter Blindflug",
warnt Kdolsky.
Zum Start der Kampagne am 9. September werden Aufkleber mit dem Logo der
Kampagne über die Kronen Zeitung, alle Autohäuser des Kooperationspartners
Honda und im Zuge des "Krone-Hit-Staufrühstücks"
verteilt. Reporter von Krone-Hit sind bis zum Ende der Kampagne am 6.
Oktober in ganz Österreich mit einem CO2-Messgerät unterwegs und prüfen die
teilnehmenden Autos auf ihre Luftgüte. Wer mit einem solchen Sticker auf
seinem Auto kontrolliert wird, kann einen viertägigen Urlaub im "Dungl
Medical-Vital Ressort" oder ein Hybridauto von Honda gewinnen.