Frequency: Macklemore im Regen

Wasserfest

Frequency: Macklemore im Regen

Mit den ersten lauteren Tönen von Biffy Clyro kam er dann doch, der Regen. Abbruch tat das der Stimmung am ersten Abend des Frequency in St. Pölten aber keinen, sind Festivalbesucher doch als wetterresistent bekannt und zeigten die britische Popband Bastille und das US-amerikanische Hip-Hop-Duo Macklemore & Ryan Lewis bei ihren Österreich-Debüts vorbildlich, wie man würdevoll dem Regen trotzt.

Gewaltige Show
Das Drama fällt nicht tröpfchenweise vom Himmel, es lebt auf der Bühne: Zu getragenem Intro samt Streichern und Trompeten läuft Macklemore pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit wie ein Boxer vom Bühnenrand ein, seinen Erfolgsproduzenten Ryan Lewis schützend am DJ-Pult hinter ihm.

Auch auf der Frequency-Bühne funktioniert der Mix aus Rap, Pop-Einflüssen, tanzbaren Beats und großen Geste. Zu Mega-Hits wie "Thrift Shop" oder dem zur Feier der Österreich-Premiere gleich zweimal dargebotenen "Can't hold us" verwandelt sich das Gelände in einen Dancefloor. Was der 31-jährige Rapper tut, tut er mit Augenzwinkern - zumindest bis er zu "Gleichberechtigung, Mitgefühl und Liebe" aufruft und das Publikum mit "Same Love" zum emotionalen Höhepunkt des ersten Festivaltages geleitet. Am Ende liebt Österreich Macklemore ebenso sehr, wie er Österreich liebt: "I like Austria, man", ruft er ins Publikum und alle rufen zurückl.

Bastille beeindruckt mit Cover-Songs
Weil ein Festivalbesucher mehr als nur einem Showman sein Herz schenken kann, hat er dies zuvor auch an Dan Smith verloren: "Let's get wet together", kokettierte der Leadsänger der vierköpfigen Pop-Rock-Formation Bastille, der unermüdlich auf dem Bühnenvorsatz im Regen tanzte und so eine jubelnde, triefend nasse Menge mit sich riss. Neben "Pompeii" als größten Hit der Band zählten ausgerechnet Songs anderer Bands als Highlights des ersten Österreich-Auftritts der Briten: Das großartige, reduzierte TLC-Cover "No scrubs" und ihre Version des 80er-Jahre-Tanzhits "Rhythm of the Night".

Vielfalt geht weiter
Die Vielfalt des ersten Tages, an dem nach dem Indiepop-Auftakt von Olympique und Conor Oberst dank der innovativen schottischen Rockband Biffy Clyro auch so richtig gerockt wurde, zieht sich auch durch die folgenden Tage: So stehen am Donnerstag parallel Blink 182 und Snoop Dogg aka Snoop Lion bzw. Queens of the Stone Age und Jan Delay auf der Bühne, haben sich für Freitag etwa Lily Allen und Skrillex angesagt und wird der Festivalabschluss am Samstag u.a. mit Travis, Placebo und Spaßmacher Helge Schneider begangen.

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