Nova Rock: Regen, Hitze, gute Stimmung

Zweiter Tag

Nova Rock: Regen, Hitze, gute Stimmung

Am dichtesten war das Gedränge am Samstagnachmittag bei der Fortsetzung des Nova Rock in Nickelsdorf bei den Duschen: Man suchte bei weit über 30 Grad im Schatten und ohne Lüftchen das Nass. Gerockt wurde trotzdem. Abräumer bei sengender Sonne waren Blues Pills, die würdevoll den Sound und das Flair der 60er-Jahre auferstehen ließen, sowie der britische Folkpunker Frank Turner.

Metal-Marathon
Pills-Sängerin Elin Larsson begeisterte mit ihrer Stimme und ihrem stilvollen Auftreten. Mit ihren Mitstreitern zelebrierte die Schwedin eine Mischung aus Blues und Rock und lockte damit eine beachtliche Menge aus den begehrten Schattenplätzen. Anschließend entführten die reformierten L7 in die Grunge-Ära. Die Damen hatten Spaß, bei gesetzteren Publikum wurden Jugenderinnerungen wach. Unterdessen begann auf der Red Stage ein Metal-Marathon: The Answer, Epica, In Flames und Nightwish sollten dort einen Kontrast zum Deutschlandtag auf der Blue Stage bilden, wo Kraftklub, die Fantastischen Vier und die Toten Hosen das Hauptprogramm bildeten. Als Late Night Gast versprach Wolfgang Ambros seine Hits.

Frank Turner
Gute Stimmung trotz unbarmherziger Hitze verbreitete am Nachmittag auch Frank Turner: Der Brite, ohnehin kein Kind von Traurigkeit, ließ sich von den äußeren Umständen nicht beirren und servierte mit seiner Band Sleeping Souls ein energetisches Set mit alten Krachern ("I Still Believe" oder "Four Simple Words" als finaler Höhepunkt) und Vorboten auf das neue Album, das noch im Sommer erscheinen soll. So gab es etwa mit "Get Better" eine Kostprobe, die Lust auf mehr machte, eingängig und kurzweilig gelang und alle Tugenden des 33-Jährigen vereinte. Bei "The Next Storm" sehnte man sich hingegen das von Turner besungene Regenwetter herbei - aber das tanzfreudige Publikum sorgte auch so für ein kleines Lüftchen.

Kraftklub
Die deutsche Rockband Kraftklub hat eindrucksvoll ihr Nova-Rock-Debüt absolviert. Die mitreißenden Songs der fünf Chemnitzer, die gleichermaßen tanzbaren Indie wie rotzigen Punk inkludieren, trafen auf ein aufnahmefähiges Publikum. Die Band mit K läutete damit aber auch die Abkühlphase ein, gab es für die späten Abendstunden doch eine Gewitterwarnung.

Papa Roach
Ähnlich motiviert waren nur wenige Minuten später Papa Roach: Die Gruppe um Jacoby Shaddix war Anfang der 2000er im Nu-Metal-Sog groß geworden, drohte aber alsbald wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ihren Kritikern haben die vier Herren im mittleren Alter aber längst ein Schnippchen geschlagen, ziehen sie doch wie zu ihren besten Zeiten mit Hymnen a la "Last Ressort" vorwiegend die moshfreudige Jugend an.

Fanta 4
Die ersten Tropfen fielen bereits, als die deutsche Rap-Gruppe Die Fantastischen Vier die Blue Stage erklommen. Mehr als ein Vierteljahrhundert haben Smudo, Michi Beck, Thomas D. und And.Ypsilon gemeinsam bereits auf dem Buckel - aber auch im Jahr 2015 heißt es bei den Fantas vorwiegend: Spaß haben und das Leben feiern. Das machte schon der Auftakt mit aktuellen Stücken wie "25" oder "Danke" klar: Sprechgesang zu groovigen Beats und dem gewissen Augenzwinkern, wie man auch bei "Gebt uns ruhig die Schuld" erfuhr.

Tote Hosen
Die Toten Hosen am Höhepunkt: Die Rockband hat in der Nacht auf Sonntag beim Nova Rock den perfekten Festivalauftritt absolviert. Nach tollen Shows von Kraftklub und den Fantastischen Vier, die samt Fans einem einstündigen Starkregen trotzten, legte die dritte deutsche Formation in Serie noch einen drauf. Als Late Night Gast ließ Wolfgang Ambros weit nach 2.00 Uhr die Masse "Schifoan" singen.
 

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