Schlager-Ikone Mireille Mathieu wird 65

Spatz von Avignon

Schlager-Ikone Mireille Mathieu wird 65

Unverkennbar, unnahbar, zeitlos: Man könnte Mireille Mathieu ein Phänomen nennen, eine Ausnahmeerscheinung, denn sie gehört zu jenen Musikikonen, für die die Zeit still zu stehen scheint. Seit mehr als 40 Jahren zwitschert der Spatz von Avignon Lieder von Liebe und Leid. Immer tritt Mathieu mit schwarzem Pagenkopf auf, trägt kirschroten Guerlain-Lippenstift und sagt "Dankeschön" mit strahlendem Lächeln und Akzent wie eh und je. Mireille Mathieu, die am 22. Juli ihren 65. Geburtstag feiert, gehört in die Kategorie der Schlagersänger, die in der schnelllebigen Welt zu einem Markenzeichen geworden sind.

Erfolgreich in Deutschland
Die Deutschen haben eine besondere Schwäche für die kleine Französin. Von den weltweit mehr als 120 Millionen Alben verkaufte Mathieu ein Drittel in Deutschland. Als sie nach mehr als 20 Jahren im Frühling 2008 erstmals wieder von Kiel über Zwickau bis München tourte, waren ihre Fans so begeistert wie früher.

Erfolgsgeheimnis
Es ist schon erstaunlich, wie die Sängerin mit ihren eingängigen Liebesliedern die "ZDF-Hitparade"-Zeiten überlebt hat und nach der Frankokanadierin Celine Dion bis heute die kommerziell erfolgreichste französischsprachige Sängerin der Welt ist. Ihr Erfolgsgeheimnis? "Ich glaube, die Menschen spüren, dass ich es liebe, auf der Bühne zu stehen. Und vielleicht berührt auch, dass ich mit 1,53 zu den eher kleineren Menschen gehöre", sagte die Musikerin in einem Interview.

Privatleben tabu
Die Französin hat mit "Pariser Tango" und "Akropolis Adieu" die Herzen der Deutschen erobert und mit dem Klischee der französischen Frau als "Femme fatale" Schluss gemacht. Vielleicht liegt darin ihre große Beliebtheit in Deutschland. Mathieu ist züchtig, konservativ und katholisch. Eine Frau, die ohne Geschichte ist und auch keine Geschichten macht. In ihren Liedern singt sie zwar unentwegt von Liebe, über ihr Privatleben schweigt sie sich jedoch konsequent aus. Das sei ihr "jardin secret", ihr Geheimnis, antwortet sie nur.

Familienmensch
Anders als Edith Piaf hängt Mireille Mathieu nicht das Image einer verruchten Sängerin an. Sie ist unverheiratet und pflegt eine enge Beziehung zur Familie. Von ihrer Schwester lässt sie sich ihr Leben organisieren. Die achtet als Managerin auch darauf, dass die Musikerin immer gut aussieht.

Aschenputtel-Märchen
Die Lebensgeschichte Mathieus liest sich wie ein modernes Aschenputtel-Märchen: Sie wuchs als Älteste von 14 Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen auf. Als Teenager verließ die in Avignon geborene Sängerin die Schule, weil sie unter Legasthenie litt und begann in einer Papierfabrik zu arbeiten, wo sie Briefumschläge faltete. 1964 gewann sie den Wettbewerb für unbekannte Musiktalente in Avignon, ihr kometenhafter Aufstieg begann.

Schönheitsgeheimnis
Was das Geheimnis ihres Aussehens ist? Das liege in den Genen und an der gesunden Lebensweise. Mathieu schläft durchschnittlich neun Stunden, meidet die Sonne, isst Bioprodukte, raucht nicht und trinkt (Bordeaux und Champagner) nur in Maßen. Schönheitsoperationen lehnt die Sängerin ab. "Das ist schrecklich, man sieht es im Gesicht", findet Mathieu. Da gehe die ganze Ausstrahlung verloren.
 

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