Piraten kapern Tanker mit deutschem Kapitän

Vor Kenias Küste

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Piraten kapern Tanker mit deutschem Kapitän

Piraten haben vor der Küste Kenias ein Tankschiff unter dem Kommando eines deutschen Kapitäns entführt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte am Sonntag, dass es sich bei dem Vorfall vom Samstag um einen "Akt der Piraterie" handle. Vor der somalischen Küste kaperten Piraten am Sonntag ein weiteres Frachtschiff aus der Flotte einer Reederei in Bremen.

93 km vor Mombasa schlugen Piraten zu
Die EU-Mission "Atalanta" teilte in Brüssel mit, die Besatzung eines türkischen Kriegsschiffs habe die Entführung des Tankers bestätigt. Ein von dem Kriegsschiff aus gestarteter Hubschrauber habe bewaffnete Männer an Bord des Schiffs beobachten können. Entführt wurde die "York" demnach bereits am Samstag rund 50 Seemeilen (93 Kilometer) östlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa.

 An Bord des Tankers, der einer griechischen Reederei gehört und unter der Flagge Singapurs fährt, befinden sich nach Angaben von "Atalanta" neben dem deutschen Kapitän 16 weitere Besatzungsmitglieder. Bei ihnen handle es sich um zwei Ukrainer und 14 Philippiner. Die "York" ist nach Angaben der griechischen Küstenwache mit 150 Tonnen Flüssiggas beladen.

Die Reederei Interunity Management Corporation in Athen teilte mit, sie habe zunächst keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffs herstellen können, gehe aber davon aus, dass die Mannschaft wohlauf sei. Der Tanker habe auf seinem Weg von Mombasa zu den Seychellen ein Notsignal ausgesandt und später in Richtung der somalischen Küste abgedreht.

Notruf
Die Reederei Beluga in Bremen teilte mit, sie habe am Sonntagmorgen einen Notruf ihres Frachters "Beluga Fortune" erhalten, der auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Südafrika gewesen sei. Dabei handele es sich "offensichtlich um den Übergriff und die Kaperung unseres Schiffes durch somalische Piraten im zentralen Indischen Ozean". Angaben zur Besatzung des Schiffes machte die Reederei nicht.

Das Auswärtige Amt äußerte sich zu dem Vorfall zunächst nicht. "Wir gehen dem nach", sagte die Sprecherin. Zur Untersuchung beider Angelegenheiten sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Nach Angaben der EU-Mission "Atalanta" befinden sich gegenwärtig 19 Schiffe und insgesamt 428 Geiseln in der Gewalt von Piraten.
 

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