Nach Wahnsinnstat

Nach Wahnsinnstat

Angezündete Prostituierte vor Gericht

Ihr Körper sieht aus wie ein Hilfeschrei: Das Gesicht glutrot und von Brandwunden entstellt, das rechte Ohr zur Hälfte verkohlt, beide Handrücken und das Dekolleté von dicken Narben übersät. Ständig wischt sie sich mit einem Taschentuch über Stirn und Wangen, weil die gemarterte Haut nach vielen Transplantationen nässt.

Donnerstag am Wiener Landesgericht hat sich Fiorentina M. erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt, seit sie am 16. Mai entsetzliche Schlagzeilen machte. Damals wurde die 35-jährige rumänische Prostituierte vor einer Disco in Favoriten mit Benzin übergossen und angezündet. Als Täter in Verdacht: ein Landsmann des Opfers, der Zuhälter „Cretu“, und zwei Komplizen (für alle gilt die Unschuldsvermutung). Mutmaßliches Motiv der Wahnsinnstat: Schutzgelderpressung; überdies wollte Fiorentina M. laut Szene-Gerüchten auch Kokain-Geschäfte ihres Peinigers auffliegen lassen,

Die Familie erschien zum Treff mit Schlagringen
Die furchtbaren Schmerzen haben die Augen der Prostituierten trübe gemacht. Aber als sie um 12.30 Uhr als Zeugin in den Saal 301 gerufen wird, strafft sich ihr Körper kampfbereit. Denn es geht um ihre Familie, die eingesperrt wurde, weil sie dem Feueropfer zur Seite stand.

Auf der Anklagebank: Schwester Csilla (32), Neffe Catalin (24) und die Cousins Pavel (26) und Marian (38), verteidigt von Peter Philipp und Martin Mahrer.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Fiorentinas Clan lebt unterm Strich ausnahmslos vom Strich in der Linzerstraße – und soll sich als eine von drei rumänischen Chefpartien gegen erfolgshungrige Neulinge wie „Cretu“ (wanderte aus Holland zu) und seine Hawara gestellt haben. Also flüsterten sie der Polizei ein bisschen was über seine Gangart.

Worauf „Cretu“ mit Benzin und Feuerzeug gekontert haben soll – und abtauchte. Zur Sicherheit gab sein Kumpel Constantin A. aber offenbar noch Floris Schwester Csilla zu verstehen, dass ihr dasselbe Schicksal drohe, falls sie weiter mit der Exekutive kooperiere.

Floris Familie erschien zum nächsten Treff mit Baseballschlägern und Schlagringen – und wurde verhaftet. Jetzt stehen alle wegen Nötigung und Erpressung vor Gericht.

Zeugin Fiorentina sagt: „Wir wurden bedroht, nicht umgekehrt.“ Dann geht sie – in ein Leben ohne Perspektive. Der Prozess wurde vertagt.

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