Sonderthema:
Entführer machen mit zweitem Lebenszeichen Druck

Hintergrund

Entführer machen mit zweitem Lebenszeichen Druck

Jede Regierung versucht ja das Leben ihrer Staatsbürger zu retten. Das zweite Video kann ein Signal der Entführer sein. Zum Beispiel, dass seit dem ersten Video die Verhandlungen ins Stocken geraten sind und die Regierung einen weiteren Lebensbeweis der Geisel verlangte.

Normalerweise werden diese Videos von professionellen Kameramännern aufgenommen, die fast ausschließlich für solche Terrorbanden arbeiten. Danach werden Medien angerufen, es wird ihnen erklärt, dass es ein Video von Geiseln gibt, und es wird ihnen erklärt an welcher Straße, in welchem Mistkübel diese Bänder zu finden sind.

Im Film erkennt man, dass die Geiseln an verschiedenen Orten aufgenommen worden sind. Das muss nicht bedeuten, dass sie getrennt wurden. Es kann ein einfaches Täuschungsmanöver sein. Die Geiseln bleiben aber sicherlich nicht die ganze Zeit an einem Ort. Aus Angst vor Razzien fahren die Entführer mit ihren Geiseln regelmäßig von ort zu Ort um unentdeckt zu bleiben.

Die Verhandlungen
Es sprechen Unterhändler von Unterhändlern mit Unterhändlern von Unterhändlern. Der Grund: Weil die amerikanischen und die britischen Besatzungstruppen solche Verhandlungen verbieten. Wer also im Irak solche Verhandlungen führt hat nicht nur die Kidnapper als Gegner, sondern dann auch die Briten und Amerikaner. Deswegen muss man mit Unterhändlern arbeiten, damit die Besatzer nichts davon mitbekommen. Der Dialog läuft zum Beispiel über Exil-Iraker in Österreich oder, da es sich um den Südirak handelt auch über Iraner

Lösegeld
Bei den Verhandlungen wird das Thema Geld sehr schnell angesprochen. Wir sprechen hier von Summen im bereich 10. Millionen bis 20 Millionen Euro. Manchmal werden sogar noch Kosten für Kost und Logis dazugerechnet. Ausbezahlt wird dann eine Summe die hoch ist aber weit darunter liegt. Im Regelfall beläuft es sich dann auf zirka 5 Millionen Euro pro Geisel. Das ist fast ein europäischer Standard.

Ausschließen kann man politische Motive bei einer solchen Geiselnahme nie. Aber für politische Forderungen wäre eine Geiselnahme wahrscheinlich das falsche Instrument. Vor allem: Was soll denn Österreich an der Lage im Irak ändern können? Es geht fast sicher alleine um das Geld.

Die Kidnapper brauchen das Geld um ihre Infrastruktur aufrecht zu halten. Sie bezahlen damit ihre Leute: Ihre Killer, ihre Informanten, ihre Fahrer. Man besticht damit Polizisten - Krieg kostet eben viel Geld. Wenn sich der österreichische Staat entscheidet auf die Forderungen einzugehen, ist es schon bald Zeit für die Übergabe. Nach zwei Videos hat die Regierung sicher bereits die Information wie viel Geld wohin gebracht werden soll.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Top Gelesen 1 / 10
10 Jahre danach: So krank ist Fritzl
Schauriges "Jubiläum" 10 Jahre danach: So krank ist Fritzl
Vor zehn Jahren kamen die schrecklichen Verbrechen des Josef Fritzl ans Tageslicht. 1
Neusiedler See: Ist TV-Star die Leiche?
Ungarische TV-Darstellerin Neusiedler See: Ist TV-Star die Leiche?
Ist die Tote vom Neusiedler See Fanni, ein ungarischer Reality-TV-Star, der vermisst wird? 2
Kickl geht gegen "Asyl-Urlauber" vor
Verschärfungen Kickl geht gegen "Asyl-Urlauber" vor
Für Flüchtlinge wird’s ungemütlich: Machen sie daheim Urlaub, verlieren sie das Asylrecht. 3
Kabarettist wünscht FPÖ-Legende den Tod
Aufreger Kabarettist wünscht FPÖ-Legende den Tod
Wegen seiner umstrittenen Aussagen zum ORF ist der Politiker heftig attackiert worden. 4
Nach Unfall: Retter wurden Geisterfahrer
Keine Rettungsgasse gebildet Nach Unfall: Retter wurden Geisterfahrer
Nach einer Unfallserie auf der A1 bei Linz sind bis zu fünf Personen verletzt worden – die Autobahn war teilgesperrt. 5
Wien: Kinder exerzierten in ATIB-Moschee
In Tarnuniformen Wien: Kinder exerzierten in ATIB-Moschee
Buben stellten Schlacht nach und salutieren in Tarnuniform. 6
Ferrari geteilt: 2 Tote bei Horror-Crash
Oberösterreich Ferrari geteilt: 2 Tote bei Horror-Crash
In Fornach (Bezirk Vöcklabruck) kam es zu einem tragischen Unfall. 7
Schock: Wiener Szenelokal ist pleite
Schon wieder Schock: Wiener Szenelokal ist pleite
Der Betreiber musste bereits 2013 Konkurs anmelden, konnte sich aber sanieren. 8
FPÖ-Politiker sorgt für Riesen-Skandal
"Alkoholisiert"? FPÖ-Politiker sorgt für Riesen-Skandal
Wolfgang Zanger bezeichnete Kern als 'Oberschlepper". Die Aufregung war groß. Es wurde sogar gemutmaßt, dass er betrunken gewesen sei. 9
So reagiert Wrabetz auf Aufreger-Posting
Kabarettist wünschte FPÖler den Tod So reagiert Wrabetz auf Aufreger-Posting
Wirbel um "Geh einfach sterben" an Steger von Kabarettist Leo Lukas. 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen