Faymann steckt Pröll an

Grippe-Alarm

Faymann steckt Pröll an

Wird in der Koalition zu viel gekuschelt? Zumindest sind sich SPÖ Kanzler Werner Faymann und sein ÖVP-Vize Josef Pröll in der vergangenen Woche ­offenbar etwas zu nahe gekommen. So nahe, dass der rote Kanzler seinen schwarzen Vizekanzler ansteckte. Und zwar mit einem grippalen Infekt - volkstümlich Grippe genannt.

1.000 Hände geschüttelt
Zwar sagen Prölls Mitarbeiter, der Vizekanzler „schüttelt bis zu 1.000 Hände am Tag“ – die Krankheitsbilder der beiden Koalitionschefs gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Wie Faymann laboriert Pröll seit Mittwochabend an Fieber, Halsweh und Husten.

Zuletzt gesehen hatten sich die beiden am vergangenen Dienstag im großen Ministerratssaal im Kanzleramt – quasi dem Tatort: Wie immer saß Pröll neben Faymann. Der Kanzler war erst den zweiten Tag im Büro und hatte, so berichteten Teilnehmer der Sitzung, immer noch einen starken Schnupfen. So nahmen die Dinge ihren natürlichen Lauf: Der Krankheitserreger – vermutlich ein Virus – sprang auf Pröll über.

Pröll blieb die Stimme weg
Mit für den Vizekanzler unangenehmen Folgen: Am Mittwoch erschien Pröll noch halbwegs fit zu einer Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Doch am Nachmittag verschlechterte sich der Zustand Prölls, normalerweise eine Rossnatur hat. Am Abend stand dann ein Vortrag Prölls auf dem Terminkalender – doch dem Vizekanzler versagte einfach die Stimme.

SMS an den Kanzler
Pröll fuhr nach Hause, legte sich ins Bett – und sagte Donnerstag früh alle Termine per SMS ab. Auch den Kanzler informierte Pröll per SMS von seiner Erkrankung. Dass der ÖVP-Politiker heute wieder ins Ministerium kommt, galt gestern als unwahrscheinlich: Auch das lange geplante Treffen mit IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn heute Vormittag wurde gecancelt – der Franzose muss heute mit Nationalbank-Chef Ewald Nowotny als Gesprächspartner Vorlieb nehmen.

Kanzler erlitt Rückfall
Doch Pröll sollte sich ohnehin nicht zu früh wieder ins politische Geschäft werfen. Wie es einem dann ergehen kann, könnte ihm ausgerechnet Faymann erzählen: Nachdem der Kanzler die Ministerratssitzung vor 10 Tagen wegen Fiebers nicht hatte leiten können, war er - noch etwas angeschlagen – am Mittwoch zur SPÖ-Präsidiumssitzung erschienen. Er gab Interviews im Freien. Folge: Ein Rückfall - Fieber, Halsweh und Husten warfen den Kanzler dann bis einschließlich Sonntag ins Bett zurück.

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