Sonderthema:
So lebt Fritzl im Knast

Erstes Interview

So lebt Fritzl im Knast

Die deutsche BILD-Zeitung besuchte Josef Fritzl im Knast. Seine verstörenden Aussagen gab er der Zeitung zu Protokoll. Hier sind sie:

Hochsicherheitstrakt
Er sitzt in der Justizanstalt Stein, im Hochsicherheitstrakt, in der Station für "geistig abnorme Rechtsbrecher". Stein in Niederösterreich ist Österreichs bestbewachtes Gefängnis. Fritzl wurde vor eineinhalb Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt (wegen Mord, Sklavenhandel, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande).

"Ich muss mich ja nicht vorstellen"
Die ersten Reporter, die es zu Fritzl in den Hochsicherheitstrakt geschafft haben, beschreiben in der "BILD" ihre Eindrücke: Im Besucherraum, einem gläsernen Käfig treffen sie Österreichs berühmtesten Häftling. „Josef Fritzl, grüß Gott! Aber ich muss mich ja nicht vorstellen“, lächelt er den Journalisten entgegen.

Mit Jeans und Hemd, Sandalen mit Socken und seinen nackenlangen Haaren nach hinten gekämmt, scherzt er weiter: „Ich hasse Friseure noch mehr als Zahnärzte.“

Der Alltag im Gefängnis
Fritzls Zelle ist 11 Quadratmeter klein. Eine Einzelzelle. Er züchtet Paprika und Tomaten, an der Wand steht ein Fernseher. Am liebsten schaue er „Two and a Half Men" mit Charlie Sheen. Der kleine Junge, der da mitspielt, erinnert mich an meinen Sohn. Das lockert mich auf, das brauche ich zum Lachen. Es zerstört doch die Seele, wenn man immer todtraurig ist.“

Um 5.30 Uhr wird geweckt, um 7 Uhr arbeitet Fritzl als „Hausarbeiter“ auf den Gängen. Dann macht er Fitness, um 11 Uhr teilt er die Speisen aus. Danach Mittagsruhe, nachmittags Hofgang.

Eine Stunde darf Fritzl raus, bewacht und isoliert von den anderen Häftlingen. „Zwei Beamte sind immer bei mir zu meinem Schutz.“ In Stein fürchtet man um Fritzls Leben.

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