Feuer-Mord

Feuer-Mord

U-Haft über Verdächtigen verhängt

Seit der Festnahme des 58-jährigen feschen Argentiniers und sechsfachen Familienvaters (zwei erwachsene Kinder aus erster, vier jüngere Kinder aus zweiter Ehe mit einer Orchester-Geigerin) fragen sich alle: Wie konnte sich Agustin S., für den die Unschuldsvermutung gilt, mit einer um 14 Jahre älteren Frau einlassen?

Ein Bekannter des Mordverdächtigen berichtet: „Er wurde im Vorjahr als Manager gekündigt. Im Frühjahr hat er sich mit einem Kartenstand für klassische Konzerte bei der Reichsbrücke selbstständig gemacht. Der Verkauf ging aber nur schleppend …“ Dafür lernte der gesprächige und auch recht fesche Argentinier viele Frauen kennen, die bei ihm Halt machten. Eine davon war die Polin Lydia Dobija, die oft mit dem Rad am Handelskai vorbeifuhr.

Liebesbrief
Der Freund erzählt weiter: „Er hat uns verraten, dass vor allem ältere Frauen ihm schöne Augen machten und den Latin Lover in ihm sahen.“ Das Ganze sei ihm lästig gewesen, zumal er selbst mit einer um 20 Jahre jüngeren, sehr hübschen Violinistin verheiratet und mit seiner Familie im Bezirk Gänserndorf glücklich ist. Trotzdem steckte einmal eines Morgens sogar ein Liebesbrief einer älteren Verehrerin an seiner Türe. Wie die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt am Mittwoch bestätigte, kannten sich Lydia Dobija und Agustin S. schon länger.

Das zweite Indiz, warum die Haftrichterin ihn hinter Gitter schickte: Lydia und Agustin hatten am 20. Juli (bevor die 72-Jährige erschlagen und in Nickelsdorf angezündet wurde) nachweislich Kontakt.

Verräterisches Handy
Was ebenfalls für den Argentinier als mutmaßlichen Feuer-Killer spricht, ist das Ergebnis der Telefondaten­erfassung – wobei nicht verraten wird, ob die beiden nur miteinander telefoniert haben, oder ob Agustins Handy möglicherweise im Burgenland geortet wurde. Außerdem wurden am Opfer laut Staatsanwaltschaft „Bruchstücke von DNA des Verdächtigen“ entdeckt. Für den Anwalt des Verdächtigen ergibt sich dadurch allerdings kein begründeter Tatverdacht (siehe Kasten unten). Zurzeit werden die beschlagnahmten Autos des Argentiniers auf Spuren untersucht.

„Der Tatablauf wird zeigen, dass mein Mandant den Mord nicht begangen haben kann.“ Wie der Jurist bestätigt, bestreitet Agustin S. alle Vorwürfe: „Er war es nicht.“ Was der Beschuldigte zugibt, ist, dass er die Polin am 20. Juli getroffen hat. Laut Rifaat gibt es aber kein Motiv, weshalb der 58-Jährige sie hätte töten sollen: „Mögliche DNA von meinem Mandanten können von einem Abschiedsbussi oder einer Umarmung stammen. Im Burgenland war er an dem Tag aber nicht.“

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