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Wohnen in Salzburg ist teurer denn je

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Wohnen in Salzburg ist teurer denn je

"Die Kosten fürs Wohnen - sowohl Miete als auch Kauf - haben nach einem Höhenflug in den vergangenen Jahren die Rekordwerte von 1995 erreicht. Damit haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet", stellte AK-Präsident Siegfried Pichler am Montag bei einer Pressekonferenz in Salzburg fest. "Eine der Ursachen für die Höchstpreise sind zu wenig geförderte Mietwohnungen sowie die ungenügenden Instrumente der Raumordnung."

Spitzenpreise seit 2005
Bereits 2005 haben die Preise für Miete und Kauf Spitzenwerte erreicht, die 2006 noch einmal übertroffen wurden: Die Mieten sind im Land Salzburg gegenüber 2005 um 4,5 Prozent gestiegen, in der Stadt um 4,4 Prozent; die Kaufpreise sind im Land Salzburg um 4,6 Prozent und in der Stadt um 3,7 Prozent gestiegen.

2006 betrug der durchschnittliche Mietpreis (inklusive Betriebskosten) in der Stadt 11,31 Euro (2000: 9,67 Euro), auf dem Land waren es 9,38 Euro (2000: 8,07 Euro). Der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter für Wohnungseigentum in der Stadt lag 2006 bei Euro 2.439 (Tiefststand 2002 mit Euro 2.036), auf dem Land Salzburg lag er bei 2.142 Euro (Tiefststand 2002 mit 1.934).

Ursache: zuwenig Mietwohnungen
"Kern- und Angelpunkt ist und bleibt die Tatsache, dass es in Salzburg zu wenig geförderte Mietwohnungen gibt", betonte Pichler. "Das ist wichtig vor allem für junge Familien mit beschränkten Budgets, und es wirkt preisdämpfend auf den privaten Wohnungsmarkt." Nötig wären mindestens 700 zusätzliche geförderte Wohnungen pro Jahr allein in der Stadt Salzburg, die gemeinnützigen Bauträger haben im Vorjahr 400 Wohnungen im Salzburger Zentralraum übergeben.

Massnahmenpaket unbedingt notwendig
Pichler sieht auch das Problem, dass die steigenden Bodenpreise auch auf die Mieten im geförderten Wohnbau durchschlagen. "Grundsätzlich müssen alle bodenpolitischen Instrumente wie eine Infrastrukturabgabe und eine effiziente Bodenbesteuerung eingesetzt werden, um Bauland zu vernünftigen Preisen zu bekommen", forderte der AK-Präsident.

Aber auch flankierende Maßnahmen, wie die Abschaffung der Vergebührungskosten bei Mietverträgen könnten die Mieter etwas entlasten. Weiters verlangt die AK klare und vernünftige Mietgrenzen für den freien Wohnungsmarkt samt einem Mietrecht, das für alle Wohnungen gilt.

Hohe Mietpreise kosten Bevölkerung Kaufkraft
"Wenn hohe Wohnkosten einen wesentlichen Anteil des Lohneinkommens auffressen, hat das auch volkswirtschaftliche Nachteile, weil die Kaufkraft der Mieter fehlt, die Vermieter deswegen aber nicht mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf einbringen. Der Nettoeffekt eines realen Mietanstiegs auf den volkswirtschaftlichen Gesamtkonsum ist deshalb negativ", führte Pichler aus.

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