2 Millionen Lösgeld für Sahara-Geiseln

Kontakt abgebrochen

 

2 Millionen Lösgeld für Sahara-Geiseln

Das letzte Lebenszeichen stammt vom 6. Juni: Wenige Tage nach der geheimen Blitzvisite von ­Außenministerin Plassnik in Mali und Algerien durfte Wolfgang Ebner, wie berichtet, erstmals mit seinem Vater in Salzburg telefonieren.

Funkstille
Seitdem war von den beiden Halleiner Sahara-Geiseln nichts mehr zu hören. Zumindest offiziell – tatsächlich gab es seitdem eine Reihe von Gesprächen, heißt es aus Diplomatenkreisen. Berichte über eine Freilassung Ende Juni erwiesen sich jedoch als falsch. „Irgendetwas hat nicht geklappt“, glauben malische Medien. Was schiefgelaufen war, ist aber unklar. Die Regierung lässt sich nicht in die Karten blicken, Lösegeldforderungen wurden nie bestätigt. Eine glaubwürdige malische Quelle berichtet nun allerdings, die Entführer hätten ihre Forderungen zurückgeschraubt: Statt fünf werden „nur“ zwei Millionen Euro für die Freilassung verlangt.

Krank
Unabhängig von den Verhandlungen besteht nun aber ein weiterer Grund zur Sorge. Denn wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, gehe es einer der beiden Geiseln – möglicherweise Wolfgang Ebner – „sehr schlecht“. „Er braucht dringend Medizin“, so die AFP. Hinzu kommt: Offenbar ist der Kontakt zu den Kidnappern abgebrochen. Denn am Sonntag meldete sich ein Freund der Familie Ebner telefonisch bei Radio France Internationale: „Wir machen uns große Sorgen“, erklärte der Mann. Seit 48 Stunden hätten weder er, noch die Familien mit den Geiseln telefonieren können. Was unüblich sei.

Kontakt
Eine Aussage, die verwundert: Denn laut Außenministerium hat es ­bisher nicht regelmäßigen Kontakt, sondern nur ein einziges Telefonat gegeben. Dazu Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal: „Der Herr hat im Namen der Familien einen Appell an die Entführer gerichtet. Die Aussage über häufige Telefonate ist für mich aber nicht nachvollziehbar.“

Tatsache ist: Die Situation der Geiseln in der glühenden Sahara spitzt sich laufend zu. Und das nicht nur gesundheitlich – Rebellenkämpfe behindern nach wie vor die Freilassung.

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