25 Cobra-Polizisten stürmten Kinderzimmer

Festnahme

© TZ Österreich/ C. Müller

25 Cobra-Polizisten stürmten Kinderzimmer

24 Stunden nach der Verhaftung des mutmaßlichen Terror-Paten Mohamed Mahmoud (22) sieht es in einer Gemeindewohnung in Wien-Fünfhaus aus, als habe eine Bombe eingeschlagen. Hinter der mit einem Rammbock aufgesprengten Tür stehen die kleinen Brüder des Al-Quaida-Sympathisanten, sie heißen Omar (16) und Ahmad (14). Und beiden zittert am Tag danach noch die Stimme, wen sie vom Polizeibesuch daheim erzählen: „Um 11.20 Uhr gab es einen irren Knall“, sagt Omar, „dann ist unsere Tür zerbrochen und auf einmal waren überall maskierte Polizisten.“ Zielperson Mahmoud und seine Frau Mona (20) hielten sich in ihrem Zimmer rechts von der Eingangstür auf und waren Sekunden später arretiert.

48 Stunden Verhör
Seitdem werden die drei Verdächtigen keine Sekunde alleine gelassen. Sie wurden fast rund um die Uhr von Verhör-Spezialisten befragt. 48 Stunden darf die Polizei die Verdächtigen in Gewahrsam behalten. Diese Zeit werden die Beamten auch für sich beanspruchen. Eine für gestern 15.00 Uhr geplante Überstellung ins Landesgericht wurde auf heute Vormittag verschoben.

Auffällig radikal
Die bisherigen Verhöre haben wichtige neue Erkenntnisse über die dreiköpfige Terror-Gruppe hervor gebracht:

  • Der Hauptverdächtige ist den Behörden schon öfters durch radikale Aussagen und Auftritte aufgefallen (siehe Story rechts) – er war also keineswegs ein unbeschriebenes Blatt wie noch gestern angenommen. Der 22-Jährige war Vorsitzender der Islamischen Jugend Österreichs, die von der Polizei unter Beobachtung stand. Das Innenministerium stuft diese Gruppe als radikal ein.
  • Die Ermittler bestätigten weiters, dass der Verdächtige, der sich „Amir“ nennt, der Chef der „Globalen Islamischen Medienfront“ (GIMF) ist, wie ÖSTERREICH bereits gestern berichtete. Brisanter Auftrag dieser Organisation: Die Verbreitung radikal islamischer Botschaften und Videos der Al-Kaida im gesamten deutschsprachigen Raum.
  • Großes Interesse zeigte der Verhaftete an Sprengstoff. In Internet-Foren, die von der Terror-Szene frequentiert werden, diskutierte er oft und lange über Waffen und Dynamit.
  • Am Donnerstag galt es noch als Gerücht, jetzt erhärten sich die Hinweise: Das Ehepaar und der dritte Verdächtige wurden für ihre Al-Kaida-Tätigkeit im Ausland ausgebildet.

TV-Show lieferte Spur
Auf die Spur des 22-jährigen Nachwuchs-Terroristen ist die Polizei nach der Ausstrahlung eines Beitrags in der ORF-Sendung Report gestoßen. Sein Körperbau war dem des Sprechers im Droh-Video auffallend ähnlich. Diese Physiognomie verglichen sie daraufhin mit denen der Extremisten, die unter polizeilicher Beobachtung standen. Am Ende blieb nur Mohammed M. übrig.

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