3 Millionen Schlaglöcher 
in Österreich

Straßen

3 Millionen Schlaglöcher 
in Österreich

Akuter Schlagloch-Alarm auf Österreichs Straßen: Mopedfahrer, Radler und Auto-Lenker fahren derzeit im Slalom-Kurs über teils völlig zerstörte Betonbeläge.
Wie schlimm die Situation ist, zeigt der Lokalaugenschein in der Marktgemeindegasse in Wien.

Dort reiht sich ein Schlagloch ans nächste. Die Stadt Wien ist derzeit rund um die Uhr unterwegs, um die gefährlichen Beschädigungen zu beseitigen. Ähnlich das Bild in anderen Teilen des Landes: Vom Bodensee bis zum Neusiedler See zerbröseln die Straßen.

Erschreckende Bilanz
ÖSTERREICH hat die erste Schlagloch-Bilanz des heurigen Winters recherchiert. Das Ergebnis: Heuer gibt es rund doppelt so viele Schäden auf den heimischen Betonpisten als im Vorjahr. Matthias Holzmüller von der zuständigen Magistratsabteilung in Wien: „Im Dezember 2009 gab es in Wien rund 9.500 Schlaglöcher zu reparieren – heuer waren es 20.000.“

Und das, obwohl die „Schlagloch-Saison“ jetzt erst richtig beginnt. Laut Experten werden in Wien auch im Jänner, Februar und März rund 20.000 neue Schlaglöcher erwartet – insgesamt drohen in Wien im heurigen Winter also rund 80.000 Beschädigungen in den Straßen.

„In den Gemeinden der anderen Bundesländer sieht es nicht viel anders aus“, sagt Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Rechnet man die Anzahl der Schlaglöcher vom Straßennetz Wiens (2.808 Kilometer) auf das Bundesgebiet (110.000 km) um, so muss im Winter 2010/2011 österreichweit mit mehr als 3 Millionen Schlaglöchern gerechnet werden.

Hohe Kosten
In den Gemeinden fressen die Schäden tiefe Löcher in die Budgets. Die Stadt Klagenfurt veranschlagt heuer 1,8 Millionen Euro für Instandhaltung, in Wien sind es pro Jahr 30 Millionen Euro. Und in Graz werden alleine für Frostschäden eine Million Euro budgetiert.

In Salzburg sollen künftig die Bürger selbst bei der Finanzierung der Schlagloch-Reparaturen mithelfen. Der Vizebürgermeister von Seekirchen, Helmut Naderer, will Schlaglöcher verkaufen (siehe unten).

Christian Gratzer vom VCÖ hält weniger kreative Lösungen für ausreichend: „Anstatt ständig neue Straßen zu bauen, sollten die bestehenden ordentlich repariert werden.“
Grund für das Bröseln des Betons ist das Jojo-Wetter im heurigen Winter: Zuerst warm mit Regen, dann eisige Kälte. Holzmüller vom Magistrat Wien: „Wasser sickert in die Ritzen des Asphalts, dehnt sich aus und sprengt den Beton.“

Politiker will Schlaglöcher für 50 Euro/Stück verkaufen:
Ein Salzburger Vizebürgermeister will Schlaglöcher zum Verkaufshit machen.

Straßenschäden kosten den Gemeinden Millionen. Der Vizebürgermeister von Seekirchen am Wallersee (Salzburg) will sich das Geld dafür von den Bürgern holen – mit einem verlockenden Angebot.

„Die Idee ist, dass man Schlaglöcher verkauft. Das heißt: Man zahlt dafür etwa 50 Euro – und bekommt dafür neben dem reparierten Schlagloch eine kleine Plakette aus Metall, auf dem der Name des Spenders steht“, so Helmut Naderer im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Zweiter Versuch
Bereits im Vorjahr wollte Naderer diese Idee in Seekirchen durchsetzen. „Aber leider ist das nicht durch den Gemeinderat gegangen.“ Jetzt wagt er einen neuen Anlauf. „Ich will, dass das in Salzburg landesweit gemacht wird.“

Schon beim letzten Versuch hätte es viele positive Reaktionen gegeben. Naderer: „Es hat mich sogar jemand aus Wien angerufen. Der wollte seiner Tochter zum 24. Geburtstag ein Schlagloch schenken.“

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