50 Österreicher sitzen 
noch in der Wüste fest

Libyen

50 Österreicher sitzen 
noch in der Wüste fest

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Dienstag, 18.33 Uhr, Flughafen Wien: Mit über einer Stunde Verspätung landet die AUA-Linienmaschine aus der libyschen Hauptstadt Tripolis in Schwechat. An Bord des halb vollen Airbus A 321 (109 Passagiere) sind auch rund 25 Österreicher, die wegen der Unruhen in Libyen nur noch eines wollten: raus aus dem Krisengebiet. Die Erleichterung, wieder auf heimischem Boden und in Sicherheit zu sein, ist allgegenwärtig. „Immer nach der Betzeit gegen halb vier beginnen die Schießereien. Ich bin so froh, wieder in Österreich zu sein“, erklärt Tanja Lavi (40), die mit ihrem fünfjährigen Sohn Nikolas flüchtete.

Laut Peter Launsky-Tieffenthal, dem Sprecher des Außenamts, saßen in der Maschine vorwiegend Österreicher, die sich in oder rund um Tripolis aufgehalten haben und es rechtzeitig zum Flughafen geschafft haben. Anderen gelang dies nicht. Die anderen Österreicher – immerhin 50 Landsleute – sitzen weiter im Krisengebiet Libyen fest. „Sie halten sich in verschiedenen Städten auf“, sagt Launsky-Tieffenthal.

Österreichische Urlauber sind noch auf Sahara-Trip
Es sind vorwiegend Facharbeiter wie zum Beispiel von der Baustofffirma Asamer: „Wir haben unsere drei Zementfabriken gesperrt, die restlichen Österreicher sollen via Seeweg gerettet werden.“

Eine kleine österreichische Urlaubergruppe ist zudem auf einem Wüstentrip im Süden von Libyen unterwegs. „Wir haben zu ihnen unregelmäßigen Kontakt und versuchen, sie, wie auch alle anderen, über alternative Wege zurückzuholen“, sagt Launsky.

Geplant ist, die Österreicher nach Tripolis und dann entweder auch auszufliegen oder auf dem Seeweg in Sicherheit zu bringen. Gespräche für eine Zusammenarbeit mit Griechenland seien bereits aufgenommen worden. Indes halten sechs Wiener Mitarbeiter der Medizinfirma VAMED im Medical Centre Tripolis die Stellung – (siehe Story rechts).

Jene neun Österreicher, die Montag um 23.49 Uhr mit der Bundesheer-Hercules-Maschine nach La Valetta ausgeflogen worden sind, haben am Dienstag ihre individuelle Heimreise angetreten. Die Hercules-Maschine steht weiter in Malta auf Abruf. Dienstagnachmittag wurde diskutiert, die Hercules wieder einzusetzen.

(prj, mud)

Seite 2: Sechs Wiener halten die Stellung

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