7.400 Raser werden täglich geblitzt

Radar-Rekord

© (c) dpa (Symbolbild)

7.400 Raser werden täglich geblitzt

Die Polizei rüstet massiv gegen Raser auf. Wie ÖSTERREICH bereits am Mittwoch berichtete, gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres laut Daten des Innenministeriums durchschnittlich 7.404 Radaranzeigen pro Tag. Im Vorjahr waren es noch 4.247 Strafen pro Tag gewesen. Ein Plus von mehr als 74 Prozent.

Jede zweite ist leer
Jetzt kündigt Otmar Bruckner, oberster Unfallanalyst im Innenministerium, gegen­über ÖSTERREICH an: „Es wird hier noch eine weitere Steigerung geben. Neue, bessere Radaranlagen werden sukzessive ausgebaut.“ Im ganzen Land sind rund 350 Radarboxen aufgestellt, davon sind 176 mit Kameras bestückt. Die restlichen Anlagen dienen der Abschreckung. In den vergangenen Monaten wurden die bestehenden analogen Geräte großteils auf moderne, digitale Anlagen umgerüstet. Bei analogen Kameras muss der Film bereits nach 800 Aufnahmen ausgetauscht werden, digitale Geräte schaffen bis zu 30.000 Aufnahmen. 79 solcher hochmodernen Blitzgeräte sind bereits im Einsatz, bis Jahresende sollen noch einmal zehn hinzukommen. 2009 soll dann die Umrüstung abgeschlossen sein.

50 Euro pro Autofahrer
Neben diesem Modernisierungsschub führten auch noch strengere Tempolimits sowie das milde Wetter zu dem Anstieg bei den Strafen. Die für das Einheben der Strafe zuständigen Bezirkshauptmannschaften kommen kaum mehr mit dem Ausstellen der Strafbescheide nach.

  • Allein von Jänner bis Ende Juni 2007 wurden 1.351.187 Strafen ausgestellt.
  • Raser mussten mehr als 67,6 Millionen Euro an den Fiskus abliefern – im Schnitt 50 Euro pro Autofahrer.
  • Das sind allein im ersten Halbjahr bereits knapp 30 Millionen Euro mehr an Strafe als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Insgesamt müssen alle Autofahrer pro Jahr mehr als eine Viertelmilliarde Euro an Strafen zahlen. Der Großteil entfällt dabei auf Vergehen bei der Straßenverkehrsordnung (160 Mio. Euro) sowie bei Kurzparkzonen (rund 70 Mio. Euro).

Jedes 5. Bild eine „Niete“
Unfallanalyst Bruckner erklärt, dass zehn bis 20 Prozent der Aufnahmen in den Mistkübel wandern, weil die Aufnahmen nicht verwendbar sind. Hauptgrund ist vor allem, wenn auf einem Foto zwei Autos gleichzeitig abgebildet sind. Hier sei es nicht eindeutig zuordenbar, welches Fahrzeug zu schnell unterwegs war. Verkehrssünder aller EU-Staaten können seit März auch hierzulande belangt werden.

So war es bisher: Wer mit ausländischem Kennzeichen in Österreich zu schnell fuhr und geblitzt wurde, kam meist straffrei davon. „Zehntausende Strafbescheide aufgrund von Übertretungen bei der Section Control, um die es vor allem geht, wurden überhaupt nicht zugestellt“, so Lydia Ninz vom Autofahrerklub ARBÖ.

Auch ausländische Lenker sollen zahlen
Das soll sich nun ändern: Für Tempoüberschreitungen ab 30 km/h sehen die Vorschläge von SP-Verkehrsminister Werner Faymann eine Mindeststrafe von 70 Euro vor, womit sichergestellt ist, dass auch Raser aus dem Ausland in ihrer Heimat verfolgt werden können. So sieht es ein EU-Rahmengesetz vor. Bei den zwei fixen Section-Control-Anlagen in Österreich, auf der A 22 und der A 2, waren besonders viele Ausländer geblitzt worden. Nun sollen zwei mobile Anlagen bei Laßnitzhöhe und auf der Tauernautobahn kommen.

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