12. März 2010 16:50
Die Cold Case-Manager in Bundeskriminalamt (BK) dürften sich in den
kommenden Jahren nicht über mangelnde Arbeit beschweren: Alleine
Langzeitvermisste gibt es in Österreich mehrere Dutzend. Laut den Zahlen des
BK sind 33 Personen seit zehn und mehr Jahren abgängig, weitere 34 seit
zumindest fünf Jahren. Der Fall der damals 16-jährigen Julia Kührer aus
Pulkau (Bezirk Hollabrunn), deren Verschwinden im Juni 2006 die Fahnder
jetzt durchleuchten, fällt noch gar nicht in diese Statistik.
Mit dem Stichtag 31. Dezember 2009 waren in Österreich 777 Personen als
vermisst gemeldet. Davon waren 242 minderjährig. Alexander Marakovits,
Sprecher des Bundeskriminalamts, relativierte aber, dass unter diese
Statistik auch all jene Verschwundenen fallen, die nach wenigen Tagen wieder
auftauchen. Und das sind bei weitem die meisten.
Wien Spitzenreiter
Wien ist bei der Zahl der Langzeitvermissten
an der Spitze. Sieben Personen sind seit zehn und mehr Jahren abgängig, elf
weitere seit zumindest fünf. In Oberösterreich gibt es fünf seit mindestens
zehn Jahren Vermisste und einen weiteren seit mindestens fünf Jahren.
Relativ wenige solcher Fälle hat Niederösterreich zu verzeichnen. Hier sind
zwei Personen seit zumindest fünf Jahren vermisst. In Salzburg werden drei
Leute seit mindestens zehn Jahren gesucht, eine weitere Person seit
mindestens fünf.
In Kärnten sind zwei Menschen seit zehn Jahren abgängig, ein weiterer
seit fünf Jahren, in der Steiermark vier bzw. sieben. Sechs Personen werden
in Tirol seit mindestens zehn Jahren gesucht, weitere neun seit fünf Jahren
oder mehr. Vorarlberg sucht fünf Menschen seit zehn oder mehr Jahren, zwei
weitere seit zumindest fünf Jahren. Im Burgenland wird eine Person, und das
seit zumindest zehn Jahren, vermisst.