26. Mai 2010 09:17
"Ein Desaster" ist das AC/DC-Konzert
vergangenen Samstag am Welser Flugplatz aus Sicht des Naturschutzbundes
Oberösterreich gewesen. Entgegen der ursprünglichen Vereinbarung seien
Flächen außerhalb des eingezäunten Areals mit schweren Maschinen befahren
worden, auch Besucher und "ahnungslose Securitys" hätten sich abseits des
vorgesehenen Bereichs bewegt, kritisierte Obmann Josef Limberger am Dienstag.
Vögel seien panikartig geflüchtet und hätten ihren Nachwuchs im Stich lassen
müssen, der Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere sei zertrampelt und in
eine Schlammwüste verwandelt worden, so Limberger. "Rindenmulch, der
vermutlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln versehen war, machte sogar den
Menschen Probleme." Das Rote Kreuz musste nach eigenen Angaben 40 Personen
mit allergischen Reaktionen versorgen.
Mehrere Anzeigen eingegangen
Der Naturschutzbund fordert die
vollständige Entfernung des Rindenmulchs und die Wiederherstellung der
Magerwiese. Der Flugplatz sei der letzte größere Rest der einstmals
weitläufigen Welser Heide und müsse zur Gänze als Naturschutzgebiet
ausgewiesen werden, verlangte Limberger.
Der Naturschutzbund-Obmann kündigte zudem Klagen an. Zahlreiche Anzeigen
gingen bisher ein. "Hier kann ich die Stadt Wels nicht aus der Pflicht
nehmen und den Veranstalter sowieso nicht", so Limberg zum ORF.
Das aus Sicht der Veranstalter "absolut erfolgreiche" Groß-Event hatte rund
95.000 Besucher angezogen. Wegen des anhaltenden Regens vor - und auch
während - des Konzerts war der Boden aufgeweicht. Naturschützer hatten die
Veranstaltung bereits im Vorfeld heftig kritisiert und eine Verlegung auf
eine Ausweichfläche gefordert, weil der Flugplatz Lebensraum seltener Tier-
und Pflanzenarten sei.