Affäre Groer holt den Papst ein

Vertuschung

© APA/Epa

Affäre Groer holt den Papst ein

Nun droht den Papst die Affäre Groer einzuholen. Die Missbrauchsfälle rund um den Wiener Erzbischof seien damals nur vertuscht worden, der Vatikan habe "überhaupt nichts unternommen", so die renommierte New York Times . Mehr noch, der ehemalige Kardinal und Erzbischof von Wien, Hans Hermann Groer, hat auch nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe und seinem „altersbedingtem“ Rücktritt im Jahr 1995 weiterhin diverse Ämter in vatikanischen Gremien bekleidet.

Vorwürfe gegen Ratzinger
Auch der damalige Chef der Glaubenskongregation, Josef Ratzinger, war mit dem Fall bestens vertraut und war womöglich an der versuchten Vertuschung beteiligt, so der schwere Vorwurf. Kardinal Schönborn weist die Vorwürfe streng zurück und erklärt, dass das Gegenteil der Fall gewesen sei und Ratzinger auf eine Aufklärung der Causa drängte, sich jedoch im Vatikan nicht durchsetzen konnte. Gewichtige Stimmen seien der Überzeugung gewesen, es wäre besser die Affäre totzuschweigen um der Kirche eine schlechte Presse zu ersparen.

Affäre Groer
Am 26. März 1995 berichtete im Nachrichtenmagazin "profil" der ehemalige Groer-Schüler Josef Hartmann über seine mehr als 20 Jahre zurückliegenden Erlebnisse. Das war der Ausgangspunkt für die schwerste Krise der katholischen Kirche in Österreich nach 1945. Die Folge war nicht nur ein schwerer Image-Verlust. In den vergangenen zehn Jahren sind auch mehrere 100.000 Katholiken aus der Kirche ausgetreten.

Nach Hartmann meldeten sich noch weitere ehemalige Zöglinge, die berichteten, von Groer in dessen Zeit als Religionsprofessor am Knabenseminar Hollabrunn sexuell belästigt oder missbraucht worden zu sein. Berater hatten Groer vor zehn Jahren empfohlen, gegen die Medienberichte gerichtlich vorzugehen. Der Kardinal entschied sich für einen anderen Weg: Er schwieg zu den Vorwürfen eisern - bis zu seinem Tod im Jahr 2003.

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