Affen-Babys kämpfen ums Überleben Affen-Babys kämpfen ums Überleben

Überlebenskampf

© Zupanac Daniel

 

Affen-Babys kämpfen ums Überleben

Die zwei erst 18 Tage alten Affen tun derzeit, was alle Neugeborenen tun: schlafen, schlafen und noch mal schlafen. Traumlose Nächte haben hingegen die Tierpfleger, denn die zwei Äffchen haben ein trauriges Schicksal: Sie wurden von ihrer Mutter nach der Geburt am 24. April verstoßen. „Sie hat die Kleinen nicht an ihren Zitzen saugen lassen. Dadurch wurden sie immer schwächer“, sagt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Alle zwei Stunden füttern
Es hätte aber auch noch schlimmer kommen können. „Der letzten Wurf von ihr war in der Nacht, und da hat sie ihre Babys aufgefressen“, erzählt Tierpfleger Alfred Maier. Er und seine fünf Mitarbeiter im Affenrevier betreuen die roten Varis nun rund um die Uhr und spielen Mama: Alle zwei Stunden mit Flascherl füttern, eine kleine Bauchmassage, abwiegen, ein bisschen klettern lassen und wieder in die Box schlafen legen.

In der Nacht nehmen die Pfleger abwechselnd die Tierchen mit nach Hause. Die schwarz-roten Winzlinge entwicklen sich bis jetzt recht gut. Ein Junges bringt 150 Gramm auf die Waage, der andere Zwerg aber erst 132 Gramm. Im Zoo ist man aber zuversichtlich, dass beide durchkommen.

Drei Monate in Obhut der Pfleger
Die stark bedrohten Vari-Affen leben im Regenwald in Madagaskar und wachsen im Nest auf. Die Schlafbox der Schönbrunner-Äffchen ist gewärmt, sie können sich unter einem Orang-Utan-Kuscheltier verstecken, wenn sie sich bedroht fühlen.

Drei Monate lang bleiben die Tiere in der Obhut der Pfleger, aber bereits in den nächsten Tagen sollen die Babys mit den anderen Affen in Kontakt treten: „Die Kleinen werden in einer vergitterten Box in den Käfig der Mutter gestellt. Sie sollen die Sprache und die Gerüche der Varis kennenlernen, damit wir später nicht auf Menschen gedrillte Tiere haben“, erzählt Revierleiter Maier.

Schritt für Schritt sollen die Putzis in die Gruppe integriert werden. Anfangs wird es zwar Rangordnungskämpfe geben, aber das sei in der Natur nicht anders. Maier schätzt, dass die Äffchen in einem halben Jahr voll integriert sind. Gefahr von männlichen Affen droht dem Nachwuchs nicht, da bei dieser Affenart die Frauen das Sagen haben.

Mit viel Glück kann man sie sehen
Im Tiergarten freut man sich über die neue Attraktion: Zoo-Besucher werden die Affen-Babys bald sehen können, wenn sie in der Box bei der Mutter sind. Aber nur mit viel Glück.

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