Alen R.: Lebenslang & Einweisung für Grazer Amokfahrer

Urteil im Prozess

Alen R.: Lebenslang & Einweisung für Grazer Amokfahrer

Alen R. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Seine Verteidigerin Liane Hirschbrich kündigte eine Nichtigkeitsbeschwerde an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Die Geschworenen bejahten einstimmig alle Hauptfragen. Damit wurde Alen R. in 108 Fällen des Mordversuchs schuldig gesprochen.

Er lauschte Urteil teilnahmslos

Alen R. verfolgte die Urteilsverkündung völlig teilnahmslos. Auch danach war er bei der Beratung mit seiner Anwältin Liane Hirschbrich ungerührt, was das Strafausmaß betraf. "Alles, was ihn interessiert hat, ist, ob er da bleiben darf", sagte Hirschbrich. Ihr Mandant wolle nicht zurück in die Justizanstalt Göllersdorf, weil er in Graz seinen Eltern wesentlich näher wäre.

Alen R. war im Juni 2015 durch die Grazer Innenstadt gerast. Bei der Amokfahrt waren drei Menschen gestorben, Dutzende weitere wurden teils schwer verletzt. Dem Urteil war mit besonderem Interesse entgegengesehen worden, nicht zuletzt deshalb, weil sich insgesamt vier Gutachter - drei Psychiater und eine Psychologin - bezüglich der Zurechnungsfähigkeit nicht einig waren.
 

"Psychopathische Störung"

Die psychologische Gutachterin Anita Raiger attestierte dem Betroffenen eine "psychopathische Störung", mit der eine "völlig gestörte Gefühlslage" einhergehe, daher sei er ein "hoch gefährlicher Mensch".

Bei ihrer Untersuchung habe sie Alen R. als "zwanghaft und verunsichert" angetroffen, führte die Sachverständige Anita Raiger aus. R. sei auf der einen Seite "ängstlich und abhängig", auf der anderen Seite "kalt und gefühllos". Sie war der Meinung, bei dem Untersuchten liege keine psychotische, sehr wohl aber eine psychopathische Störung vor. Der 27-Jährige weise außerdem ein "völliges Fehlen am Gewissen und Schuldbewusstsein auf".

Analyse: oe24.TV-Reporter Manuel Tunzer vor Ort

Video zum Thema Urteil im Amok-Prozess: oe24.TV-Reporter Manuel Tunzer live aus Graz
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Wiederholen

Amokfahrt genau geplant

Die Sachverständige verlieh der Meinung Ausdruck, R. habe die Tat in den drei Wochen vor der Amokfahrt genau geplant, nachdem er von zuhause weggewiesen worden war. "Die Gesellschaft hatte ihm alles genommen, Beruf, Geld, Zuhause, seine Frau war weg." Sie verglich die Amokfahrt mit einem Computerspiel: "Die grüne Ampel, bei der er losgefahren ist, war das Startsignal, dann die Fahrt, dann Game over." Mit Absicht habe er diesen Tag gewählt, weil wegen des Formel-1-Rennens in Spielberg alles in die Steiermark geschaut habe.

"Die Amokfahrt war eine Reaktion auf jahrelange Kränkung durch die Gesellschaft", führte Raiger aus. Alen R. sei "von seiner Persönlichkeitsstruktur her ein hoch gefährlicher Mensch".

 

oe24.at berichtete in einem Live Ticker von den aktuellen Geschehnissen. Hier gibt es alles zum Nachlesen.

20:31
 

Danke für's fleißige Mitlesen...

Wir verabschieden uns mit einem interessanten Urteil im Prozess des Jahres.

20:21
 

Richter Rom: "Opfer hatten keine Chance"

Richter Andreas Rom sagte zum Strafausmaß, dass es sich mildernd ausgewirkt habe, dass es in 108 Fällen beim Mordversuch geblieben sei. Erschwerend war hingegen, "dass die Opfer keine Chance hatten auszuweichen".

Der Angeklagte blieb bei der Urteilsverkündung ungerührt. Er wieder holte seine Verantwortung, die er schon früher im Prozessverlauf gegeben hatte: "Ich habe aus Angst gehandelt."

19:53
 

Die Verhandlung ist geschlossen!

19:50
 

Alen R. folgte urteil teilnahmslos

Auch in der Unterhaltung mit seiner Anwältin wirkte er ungerührt.

19:45
 

Die Analyse der letzten Psychologin dürfte entscheidend für das Urteil gewesen sein

Den Geschworenen wurde in der Analyse eine schlüssige Erklärung der Amokfahrt geliefert.

19:39
 

Alen R. will wissen, ob er in der Haftanstalt Karlau bleiben dürfe

19:38
 

Staatsanwaltschaft schweigt - Verteidigerin meldet Nichtigkeitsbeschwerde

19:36
 

Alen R.: "Ich habe aus Angst gehandelt"

Als der Richter seine Abführung anordnet, meldet sich der Amokfahrer kurz zu Wort: "Ich habe aus Angst gehandelt"

19:35
 

Urteil nicht rechtskräftig!

19:34
 

Alen R. bekommt lebenslange Haft und wird in eine Anstalt für abnormale Rechtsbrecher eingewiesen.

19:30
 

Lebenslang & Einweisung für Alen R. - Das Urteil ist gefallen

19:27
 

Richter liest die Verletztenliste der Amokfahrt vor - 108 Mencshen wurden damals verletzt

19:26
 

Richter Rom sagt, R. habe vorsätzlich getötet

19:22
 

Alen R. des dreifachen Mordes schuldig!

19:16
 

Die Geschworenen befinden Alen R. für schuldig & zurechnungsfähig!

Das genaue Urteil ist noch ausständig.

19:12
 

Die Geschworenen versammeln sich langsam im Gerichtssaal

19:04
 

Die Verteidigerin Hirschbrich scheint guter Stimmung zu sein - sie lacht laut

18:54
 

Die Spannung steigt...

18:52
 

Die zwei Staatsanwälte sind im Saal angekommen

18:38
 

Es kann sich nur um Minuten handeln

Der Saal füllt sich wieder langsam. Die Urteilsfindung der Geschworenen ging offensichtlich schneller als gedacht.

18:31
 

Demnächst geht es weiter

17:49
 

Das Urteil wird mit Spannung erwartet...

Derzeit beraten die Geschworenen noch

17:45
 

Zusatzfrage: Zurechnungsfähigkeit

Die Zusatzfrage dreht sich um die Zurechnungsfähigkeit. Dann kamen zahlreiche Eventualfragen, in denen es um die Verletzungen oder Bedrohungen von weiteren über 100 Personen ging. Da jeder Fall einzeln aufgelistet wurde, dauerte die Verlesung ungewöhnlich lange. Sollten die Geschworenen allerdings alle drei Hauptfragen mit "ja" beantworten, entfällt bei der Urteilsverkündung die Verlesung der Eventualfragen.

17:35
 

Zweite Hauptfrage

Die zweite Frage drehte sich um jenen Mann, auf den Alen R. mit einem Messer losgegangen istund der dabei schwer verletzt wurde. Hier wurde gefragt, ob das Mordversuch war, ebenso wie bei den übrigen Verletzten oder nur Geschockten, auf die der mutmaßliche Amokfahrer direkt zugesteuert haben soll.

17:27
 

Erste Hauptfrage

Erste Hauptfrage lautete, ob es im Fall der drei getöteten Menschen Mord war.

17:26
 

Drei Hauptfragen, die sich die Geschworenen stellen müssen

17:14
 

Urteil nicht vor 18.45 Uhr

Die Beratungen werden mindestens zwei Stunden dauern, heißt es im Landesgericht Graz. Damit ist mit einem Urteil erst ab 18.45 Uhr zu rechnen.

16:55
 

Die Geschworenen beraten sich

Es ist noch unklar, wie lange die Beratung dauern wird.

16:50
 

Richter erklärt die Verhandlung für beendet

Jetzt treten die Geschworenen zur Beratung zusammen. Dann kommt das Urteil.

16:49
 

Letzte (Verhandlungs-)Worte von Alen R.

"Ich hätte meine eigenen Kinder überfahren können. Ich hatte panische Angst. Es war nicht Absicht." Sonst habe er nichts zu sagen.

16:47
 

Hirschbrich: "Die wichtigste Frage ist, ob mein Mandant zurechnungsfähig war oder nicht."

16:42
 

Jetzt Alen R.-Verteidigerin Liane Hirschbrich

Anwältin Hirschbrich spricht von schrecklichen Ereignissen, die durch nichts zu entschuldigen seien.

16:38
 

Anwältin des toten Bosniers

Susanne Ecker vertritt einen Mann, " der uns nichts mehr sagen kann". Er wurde ermordet, so Ecker. Sie vertritt die Witwe des toten Bosniers, die vor Gericht ausgesagt hat.

16:36
 

"Es geht nicht ums Geld!"

So Opferanwalt Lehofer. Denn Alen R. hat keins, das sei bekannt. Es geht um Gerechtigkeit.

16:33
 

16:28
 

Anwalt des kleinen Valentin am Wort

Opferanwalt Lehofer hat die Eltern des kleinen Valentin besucht um die Zeit, an der der Vater sonst immer den Buben zu Bett gebracht habe.Die Eltern haben ihn darum gebeten, alles zu tun, damit so etwas nie wieder passiert.

16:21
 

Der Opferanwalt Leodolter ist in seinem Schlussplädoyer überzeugt: "Dieser Schuss kann nicht Auslöser einer solchen Wahnsinnstat gewesen sein", so Ledolter.

16:21
 

Jetzt Opfer-Anwalt Leodolter!

16:19
 

Bauchgefühl ist erlaubt

Die Geschworenen sollen nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden - auf ihr Bauchgefühl dürfen sie trotzdem hören, sagt der Zweite Staatsanwaltschaft Bacher.

16:11
 

Anspielung auf Jack Unterweger

Vor 22 Jahren sei "auch jemand wegen Tötungsdelikten hier gesessen. Auch im weißen Anzug." Da sei es um Knoten gegangen, sagt Bacher, und spielt damit auf den verurteilten Serienmörder Jack Unterweger an.

16:00
 

"Keine Hörner, kein Schwefel"

"Da waren keine Hörner, kein Pferdefuß, es hat nicht nach Schwefel gestunken" - das Schlussplädoyer des Zweiten Staatsanwalts Bacher gerät zusehends launiger.

15:57
 

Hat Alen R. vorsätzlich getötet?

Diese Frage stellt der zweite Staatsanwalt. Und beantwortet sie gleich mit "Ja".

15:51
 

"Egal, welche Farbe sein Anzug trägt"

Fauler ermahnt die Geschworenen, sich nicht vom Erscheinungsbild von Alen R. beeinflussen zu lassen.

15:48
 

Schlussplädoyer des Staatsanwalts

Rudolf Fauler appelliert an die Geschworenen: "Sie sollen sich auch noch morgen, in 30 Jahren, in den Spiegel schauen können und sagen: Habe ich richtig entschieden?"

15:45
 

Dank an die Geschworenen

Staatsanwalt Fauler spricht seinen Dank an die Geschworenen aus. Die acht Personen hätten ihre Staatsbürgerpflicht erfüllt und wichtige Fragen gestellt .

15:30
 

Alle Fragen sind verlesen worden

Über eine Stunde dauerte das Vorlesen der Zeugenbefragung. Jetzt sind erstmal 10 Minuten Pause.

15:20
 

"Alles ist geflogen"

Die Zeugen des Gastgartens sind dran, in den der grüne SUV von Alen R. krachte. "Es ist alles geflogen, Sessel, Tische - und Menschen".

14:54
 

Alen R.: Wie immer ganz in Weiß

Es ist eine der größten Auffälligkeiten an Alen R. im Verlauf des Prozesses: Er trägt stets einen zu großen weißen Anzug.

14:47
 

"Wer zur Zeit der Tat wegen einer Geisteskrankheit, wegen einer geistigen Behinderung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen einer anderen schweren, einem dieser Zustände gleichwertigen seelischen Störung unfähig ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, handelt nicht schuldhaft." - so lautet Paragraph 11 des Strafgesetzbuches.

14:40
 

Allgemein wird im Gericht geschätzt, dass es am späten Abend zu einer Entscheidung der Geschworenen kommt.

14:38
 

Bei den Stationen der Amokfahrt sind wir jetzt am Hauptplatz angelangt.

14:36
 

Die Richter haben sich mittlerweile bis zur Herrengasse 13 vorgetastet.

14:17
 

Die Kollegin ist zwar nicht heiser, aber noch schwerer zu verstehen, weil sie extrem schnell liest.

14:10
 

Der Richter ist heiser

Stimme ist heiser. Er übergibt an seine Kollegin, die so schnell liest, dass ein Raunen durch den Saal geht. Kein Wort wird mehr verstanden. Das Verlesen dauert so lange, weil für fast jedes Opfer ein eigener Satz verfasst werden muss. Alen R soll versucht haben, 108 Personen zu töten.

13:58
 

Der Richter rasselt die sachlich-juristisch gestellten Fragen der Staatsanwaltschaft herunter. Das tut er bereits seit mehr als 15 Minuten. Seine monotone Stimme wird ab und zu nur durch ein Husten unterbrochen. Für die Geschworenen ist es bald soweit. Es erwarten uns noch die Plädoyers der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft.

13:57
 

Immer wieder wiederholt er die Zusatzfrage, ob der Angeklagte in einem "die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustand" die jeweilige Tat beging.

13:54
 

Der Richter verliest die Opfer entlang der Route. Jetzt gerade Girardigasse/Ecke Hammerlinggasse.

Amokfahrt Graz © APA

13:52
 

Der Richter verliest immer Name des Opfers und den Ort der Attacke. Auch die Art der Verletzungen wird angegeben. Sogar das Kennzeichen des Autos von Alen R. muss jedes Mal verlesen werden.

13:46
 

Noch immer verliest der Richter Zusatz- und Eventualfragen, in welchen die Geschworenen die Verantwortung des Angeklagten bewerten müssen.

13:44
 

Die Geschworenen müssen für jedes der 108 Opfer beantworten, ob R. schuldig und zurechnungsfähig ist.

13:37
 

Der Richter verliest nun alle Namen, die am Tattag verletzt wurden. Es ist eine lange Liste...

13:32
 

Die weiteren Fragen zu den einzelnen Vorfällen während der Amokfahrt werden schnell verlesen. Die Geschworenen müssen darüber entscheiden, ob Alen R. in jedem Fall schuldig ist und ob er vorübergehend nicht zurechnungsfähig war.

13:31
 

Hauptfrage

Die Hauptfrage lautet laut Richter Rom: "Ist R. schuldig, drei Menschen getötet zu haben?" Wenn nein, ist er geistig derart abnorm, in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert zu werden? Die Geschworenen müssen über die Zurechnungsfähigkeit entscheiden.

13:30
 

Die Hauptfragen und Zusatzfragen zur Unterbringung sind entschieden. Nun verliest der Richter noch einmal, um welche Tat es geht.

13:29
 

Es geht weiter

Die Pause war doch kürzer als gedacht, es geht schon wieder weiter. Nun geht es um die Fragen an die Geschworenen.

13:24
 

Der Richter, die Beisitzerinnen und die Gutachter ziehen sich zurück. Im Gerichtssaal bleiben die Staatsanwälte, die Verteidiger und die Geschworenen.

13:23
 

Schon wieder Pause

Der Akt wurde einvernehmlich verlesen. Der Schwurgerichtshof zieht sich zur Beratung darüber zurück, welche Fragen den Geschworenen gestellt werden. Dies werde etwa 15 bis 30 Minuten dauern.

13:20
 

Alen R. entschuldigt sich

Der Angeklagte wird kurz in den Gerichtssaal gebracht. Der Richter fragt, ob er noch etwas sagen wolle. Ihm tue alles sehr leid, sagt R. in der gleichen Stimmlage wie immer. Der Angeklagte wird wieder hinausgeführt.

13:19
 

Fortsetzung

12:26
 

Mit einem Urteil dürfte erst am Abend zu rechnen sein.

12:13
 

Mittagspause bis 13.15 Uhr

Am Wort sind Anwälte, die zivilrechtlich hier ihre Klienten vertreten. Im Fall eines Schuldspruchs fordern sie Schmerzensgeld für einige der Opfer der Amokfahrt. Die Hauptverhandlung ist bis 13.15 Uhr unterbrochen.

12:12
 

Opferanwälte verlesen Ansprüche der Privatbeteiligten. Die Liste mit allen Namen ist lang.

12:09
 

Geschworener fragt

Ein Geschworener fragt Müller, ob Aussagen von Patienten auf Richtigkeit überprüft würden. "Simulanten gibt es nicht so selten." Man merke aber sehr schnell, wie konsistent die Geschichte sei, die der Patient erzähle.

12:06
 

Staatsanwalt Bachler fragt Müller, ob dieser bei seinem Gutachten bleibe. "Ja."

12:03
 

Unterschiedliche Vorgehensweisen

Auch Müller spricht über Kriminologin Bannenberg. Kriminologen oder Psychologen untersuchen allgemeine Verhaltensweisen bei Tätern. Dann schauen sie, ob dies auf einen Täter passe. Psychologen reden hingegen nach Patienten und suchen nach psychischen Störungen.

11:59
 

Müller erklärt, dass 75 Prozent der Amokfahrer eine psychiatrische Vergangenheit hätten.

11:56
 

Schizophrenie zähle zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Ein Prozent der Bevölkerung leide darunter, so Gutachter Müller.

11:52
 

Psychiatrie ist keine exakte Wissenschaft

Ob Psychiatrie eine exakte Wissenschaft sei, möchte die Verteidigerin wissen. Müller sagt, Psychiatrie sei keine exakte Wissenschaft wie Physik. Aber es gebe auch etliche Geräte, die man hinzuziehen könne.

11:49
 

Es geht weiter. Die Verteidigung Alen R.s befragt noch einmal Obergutachter Jürgen Müller (Professor für Forensische Psychiatrie an der Georg-August-Universität in Göttingen). Ihr Ziel ist, die Aussagen des Sachverständigen Manfred Walzl, wonach Alen R. zurechnungsfähig sei, zu hinterfragen. Ob das Hören von Schüssen eine Halluzination sei? Gutachter Müller: Ja.

11:47
 

Nach etwas längerer Pause wird der Prozess nun fortgesetzt

11:43
 

Foto vom Prozess

Verteidigerin Liane Hirschbrich © APA/ERWIN SCHERIAU/APA-POOL

Verteidigerin Liane Hirschbrich sorgt durch langes Nachfragen und ständige Unterbrechungen für gereizte Stimmung im Gerichtssaal. Foto: APA/Erwin Scheriau

11:30
 

Fünf Minuten Pause

Nach langwieriger Befragung durch die Verteidigerin des Angeklagten wird die Kriminalpsychologin aus dem Zeugenstand entlassen. Es kommt zu einer fünfminütigen Pause. Beim Rausgehen sagt Alen R. ein paar Worte in Richtung seiner Verteidigerin.

11:29
 

Die Verteidigerin fragt wieder nach, ob Raiger eine paranoide Schizophrenie ausschließen könne. Für die Psychologin seien die "Kriterien für eine Wahnerkrankung oder Psychose zu dünn".

11:28
 

Verteidigerin: Welche der drei Alternativen stimmt? Lügt er? Wurde er wirklich vergiftet? Hat er sich das eingebildet? Psychologin Raiger müsse sich nun entscheiden. Raiger: "Erstens war das in Bosnien...", Hirschbrich: "Das ist doch egal, wo das war!"

11:26
 

Hirschbrich betont: Es sei das erste Mal, dass sie einem Sachverständigen dieselbe Frage fünfmal stellen müsse.

11:21
 

Stimmung gereizt

Jetzt gibt es Wortwechsel zwischen der Verteidigerin und einem Opferanwalt. Richter Rom will besänftigen: "Ich weiß, es ist heute am achten Tag anstrengend. Aber wir sollten versuchen, diesen Tag auch noch zu überstehen."

11:16
 

Warum sich R. bei ihrem psychologischen Test enttarnt habe, obwohl er so intelligent sei? "Das habe ich gut gemacht", sagt die Psychologin.

11:14
 

Die Verteidigerin fragt schon wieder, ob sie die "Schüsse" analysiert habe und warum sie eine Halluzination ausschließe. Der Gerichtssaal wird unruhig. Das habe sie schon nun zum fünften Mal gefragt, sagt jemand auf der Bank der Opferanwälte.

11:13
 

Verteidigerin sorgt für Durcheinander

Die Verteidigerin stellt in unhöflicher Art und Weise scharfe Fragen an die psychologische Gutachterin. Nachdem sie die Psychologin öfters nicht ausreden lässt, wird Richter Rom laut. „Nehmen Sie eine Diskussionskultur an! Hören Sie auf mit diesen Unhöflichkeiten!“. Bereits gestern fiel die Verteidigerin Alen R.s durch sehr langes Nachfragen auf. Ihre Verteidigungslinie ist, dass Alen R. nicht zurechnungsfähig sei.

11:10
 

Diskussion um Schüsse

Jetzt wird um einen Schuss, zwei Schüsse und Halluzinationen diskutiert. Man hört eine Stimme aus dem Zuschauerraum: "Ich weiß, wer da einen Schuss hat."

11:04
 

Verteidigerin unterbricht auch Richter. Richter an Hirschbrich: "Hören Sie mir zu. Benehmen Sie sich!"

11:02
 

Tippfehler

Nun geht es um fehlende Buchstaben und Tippfehler im Gutachten.

11:00
 

Richter Rom diszipliniert Hirschbrich: "Lassen'S sie einmal antworten, Frau Verteidigerin!" Sie könne nicht immer weiterreden, nur weil die Psychologin unerwünschte Antworten gebe.

10:56
 

Die Psychologin könne den Hinweis auf paranoide Schizophrenie von Gutachter Hofmann nicht nachvollziehen. Zu ihr habe Alen R. nicht gesagt, dass er verfolgt werde, sondern bedroht. Auch laut Zeugenaussagen habe er sich nie umgedreht.

10:54
 

Der Dialog zwischen der Verteidigerin und der Psychologin ist mühsam für alle Anwesenden.

10:49
 

Lügt er?

Hirschbrich will wissen, ob Alen R. lügt. Psychologin: "Nehmen wir an, der ist psychotisch und flüchtet zur Polizei und rammt aus Versehen diese Leute." Wieso sei er dann nicht auf direktem Weg zur Polizeistation gefahren, sondern habe eine Strecke mit größerer Menschenpräsenz gewählt. Die Verteidigerin stellt die selbe Frage immer wieder, die Richterin greift ein - die Psychologin habe dies schon beantwortet.

10:46
 

Ob der Angeklagte in die Polizeiinspektion gegangen ist, weil er erschossen werden wollte, ruft Hirschbrich. Das wisse man laut Psychologin nicht. Sie habe eine Erklärung, "aber ich glaube, dass Sie Ihnen nicht gefallen wird."

10:44
 

Warum der Angeklagte in der Stubenberggasse gewesen sei, wenn er doch so viele Menschen wie möglich töten wollte? Diese Frage könne nur Alen R. beantworten, so die Psychologin.

10:42
 

Ob sie psychiatrische Gutachten erstellen dürfe, fragt Hirschbrich. Ja, so die Psychologin. Laut Gesetz dürften dies Polizeiärzte. "Klinische Psychologen auch?". Die Psychologin antwortet wieder mit "Ja". Einem Patienten, der psychiatrische Behandlung brauche, dürfe sie jedoch keine Medikamente verschreiben, erklärt sie auf Nachfrage der Verteidigerin.

10:39
 

Einweisungsgutachten

Die Verteidigerin will wissen, wie oft die Psychologin schon Einweisungsgutachten erstellt habe. Allein heuer etwa sieben, so die Psychologin. Sie sei nicht nur Psychologin, sondern auch klinische Psychologin.

10:37
 

Weiter Diskussion über Fachliteratur. Hirschbrich kritisiert, dass Psychologen immer Leute zitieren, deren Beruf sie nicht einmal kennen.

10:34
 

Verteidigerin Hirschbrich bezweifelt jedoch die Qualität von Berichten, "die irgendwelche Journalisten geschrieben haben".

10:29
 

Psychologin hat auch die Studie zu Amoktätern von Britta Bannenberg herangezogen. Diese habe nicht nur Infos von Medien wie bei Lübbert, sondern auch die Originalakten. Es handle sich bei allen herangezogenen Werken um echte Fachliteratur, "wir reden hier nicht von Kaffeeklatsch".

10:24
 

R. habe zur Psychologin gesagt, dass er die Frau nicht gekannt habe, er aber glaube, dass der Mann aus seinem Ort stamme. Sie könne nicht sagen, woher er das wusste.

10:21
 

Staatsanwalt Rudolf Fauler fragt, ob es möglich gewesen sei, dass er Leute als Bosnier erkannt habe, als er die Kurve mit Vollgas bewältigte. Psychologin: "Wir wissen nicht, ob er die zwei schon vorher gesehen hat und wusste, die sind da abgebogen."

10:19
 

Eine Konfliktsituation stehe zumeist mit einer Trennung und zusätzlichen beruflichen Schwierigkeiten verbunden, erklärt die Psychologin zum Hauptmotiv der Tat.

10:17
 

Befragung der Psychologin

Die Kriminalpsychologin wird von der Staatsanwaltschaft eingehend befragt. Die Befragung, die auch durch die Verteidigung, dem Gericht und den Geschworenen weiter geht, wird länger dauern.

10:14
 

Alen R. habe sich ganz klar als Österreicher bezeichnet. Als sie ihn auf seine Abstammung angesprochen habe, sei er beleidigt gewesen, so die Psychologin. Er sei immerhin mit vier Jahren nach Österreich gekommen.

10:12
 

Der Angeklagte habe selbst im sedierten Zustand eine enorme Schlagfertigkeit.

10:08
 

Alen R. habe sich eine Erklärung für danach überlegt. 15 Monate lang unter diesem Druck die gleichen Antworten zu geben, ein "normaler Mensch" würde das nicht schaffen.

10:06
 

Foto vom Prozess

Alen R. © APA/ERWIN SCHERIAU/APA-POOL

Alen R. wird vor Beginn des Prozesses in den Gerichtssaal gebracht. Foto: APA/Erwin Scheriau

10:03
 

Warum das Ende des Amoklaufs bei der Polizei gewesen sei? Auch in seinem Computerspiel sei dies ein mögliches Ende.

10:01
 

Alen R. sagt, er sei ganz sicher nicht gefährlich. „Das war nicht mit Absicht.“ so der Amokfahrer über das Gutachten.

09:57
 

Erstes Opfer

Bei Amokläufern ist es oft so, dass das erste Opfer, das getötet wird, am meisten „gehasst“ wird. Dies war das bosnische Pärchen. Alen R. kannte die beiden. Die waren sogar aus seiner Heimatstadt. Das Auto ist die zweithäufigste Waffe bei einem Amoklauf. Man könne damit sehr schnell sehr viele Menschen umbringen.

09:57
 

R. ist hochgradig gefährlich, so die Psychologin.

09:54
 

Es sei kein Zufall, dass die Tat am Grand-Prix-Wochenende stattgefunden habe. Somit habe er die maximale Medienaufmerksamkeit erreicht.

09:52
 

Tat wie im Spiel?

Die Tat gleiche laut Psychologin einem Computerspiel, das er stundenlang gespielt habe. Das Spiel sei ein sehr beliebtes Auto-Ego-Shooter-Spiel.

09:49
 

Im Mai kommt es zu einem Streit, den er verliert. Das sei der auslösende Moment gewesen. Jetzt war genug: diese Grazer Gesellschaft hat mir alles genommen. Zuerst geben sie mir keinen Job, dann nehmen sie mir die Waffe weg, die Frau weg, die Kinder weg und dann darf ich bei meinen Eltern nicht einmal mehr sein. Das ist die Bedrohung. Nicht irgendwelche „dunklen Gestalten“ - es ist die Gesellschaft an sich, von der die Bedrohung für ihn ausgeht.

09:45
 

Vorstufe zur Tat waren Schießübungen mit 1000 Schuss Munition.

09:44
 

Laut Psychologin habe Alen R. Probleme mit Frauen gehabt. Dazu kamen sechs Jahre nach der Schule kein Job, kein Geld, kein Antrieb.

09:41
 

Die ständige Bedrohung des Verlassenwerdens (durch Frauen) sei schlimm gewesen. Deshalb hasse er auch seine Schwiegereltern, meint die Psychologin.

09:39
 

Amok laufe man nicht von heute auf morgen. Er habe aufgrund der Demütigungen eine Vorlage für eine Rache an der Gesellschaft gesucht. "Wird dieser Vorgang nicht gestoppt, kommt es zur Inszenierung der Tat."

09:35
 

Motiv für die Tat sei, dass Alen R. sich in seiner Männlichkeit gekränkt gefühlt habe.

09:32
 

Die Psychologin geht der Frage nach, was sein Plan nach der Tat gewesen sei. "Maximale Aufmerksamkeit", lautet die Antwort.

09:31
 

Die Psychologin zitiert eine Studie aus Deutschland. Vieles trifft auf den Angeklagten zu.

09:29
 

Schwer einzuschätzen

Er hat eine große Lügenbereitschaft. Alles was ihm nachgewiesen werden konnte, stimmt laut ihm nicht. Er findet immer neue Lügen. „Ich habe meine Frau nie geschlagen.“ Da gibt’s Beweise. „Sie hat es selbst getan.“ Oder beim Cannabis. „Ich habe nie Cannabis konsumiert.“ Doch es gibt den Befund. „Das war eine Schweizer-Teemischung.“ usw. Egal was man sagt, egal welche Argument man bringt, er lügt immer. Hat immer eine neue Idee. Das sei Psychopathie. Sie täuschen uns, so sehr sie können. Ich möchte Ihnen zu denken geben, sich die Situation dieser Verhandlung anzuschauen. Zehn Fachpersonen haben Ihnen ihre Meinung gesagt. Wir haben vier Gutachter: Zwei sagen zurechnungsfähig und zwei nicht zurechnungsfähig.

09:28
 

Es sei für Amokläufer typisch, keine Psychose sondern eine Persönlichkeitsstörung zu haben.

09:26
 

"Wenn man herzlos ist, kann man die immer gleichen Sätze sagen." Alen R. sei auffallend gefühllos.

09:25
 

Die Psychologin ist sich sicher, dass er Alen R ein Psychopath ist. Psychopathen wirken charmant. Die Psychologin wendet sich an die Geschworenen mit der Frage, wenn sie nicht wissen würden, was er getan hat, ob sie ihm diese Tat wirklich zutrauen würden. Vor Gericht wirke er eher hilflos. Seine Ehefrau sagte auch, anfangs sei er nett gewesen und dann irgendwann kippte seine Art.

Alen R. habe kein Mitgefühl. Er versteht nicht, wieso sie ihn verlassen will, wenn er sie täglich schlägt. Er kann auch den Opfern gegenüber kein Mitgefühl entgegenbringen. Er hat eine schwere emotionale Störung.

09:24
 

Ob Alen R. das vorspielen könne? Ja und auch Nein, so die Antwort der Psychologin.

09:23
 

Sie erklärt, dass Psychopathen sehr manipulativ seien.

09:22
 

Die Psychologin spricht von einer schweren emotionalen Störung und einer hohen Lügenbereitschaft.

09:20
 

Alen R. ist überdurchschnittlich intelligent

Alen R. glaubt, alles hätte sich gegen ihn verschworen. Die Psychologin vermutet, das sei stressbedingt ausgelöst. Eine spezielle Frage liest sie vor: „Oft halte ich versehentlich gewisse Geräusche für Stimmen.“ - das hat er mit „Ja, etwas“ angekreuzt. Bei Stress gab es Zeiten kurz vorm Einschlafen wo er etwas gehört hat, aber nicht ganz sicher war. Laut Psychologin sei das kein Zeichen von einer Psychose. Es haben sich keine Ich-, Denk- oder Wahrnehmungsstörungen gezeigt. Er war genau wie er vor Gericht ist, nur dass er viel mehr geredet hat. Er hat angegeben, dass er ein äußerst recherchierter Mensch ist, der sich übers Internet gerne in wissenschaftliche Themen einliest. IQ von 132.

09:16
 

Die Trennung seiner Eltern schmerzt Alen R. am meisten. Er war noch nie- keine Nacht- von seinen Eltern getrennt. Er hegte in seinem ganzen Leben keinen sozialen Kontakt außer zu den Eltern und seiner Ehefrau. Die Trennung von den Eltern ist für ihn ein sehr schwieriger Prozess der angstauslösend ist. In Haft fühlt er sich sehr alleine und selbstunsicher. Er beschreibt sich nicht als antisozial. Er beschreibt sich als hilfreichen Menschen. Er meint, er reagiert nie aggressiv. Er würde nie töten. Bei der Tat würden seine Handlungen nicht absichtlich sein.

09:10
 

Die Psychologin hat ihn insgesamt 6x untersucht. Dabei versucht sie einzuschätzen, was Alen R. für ein Mensch ist. Ist er gefährlich? Passen seine Aussagen zum Tathergang? Er hat mehrere hundert Fragebögen ausgefüllt. Seine Intelligenz wurde getestet. Alen R. sieht sich als ängstlich, selbstunsicher und sehr stark von anderen Menschen abhängigen Menschen. Er ist äußerst verunsichert und zwanghaft. Er fühlt sich oft in seinem Leben überfordert. Insgesamt bildet sich das Bild einer zwanghaften, selbstunsicheren, abhängigen Persönlichkeitsstörung.

09:08
 

Psychologin am Wort

Der Richter betritt pünktlich den Saal. Alen R. wird von zwei Justizwachebeamten begleitet, als er hineingeführt wird. Das forensisch-psychologische Gutachten von Psychologin Anita Raiger wird nun präsentiert. Sie erklärt den Geschworenen, was eigentlich eine Amokfahrt ist. Was ist die Persönlichkeitsstruktur von Alen R. und wie ist die Persönlichkeit eines Amokläufers? - Schließlich: Gibt es Parallelen zwischen diesen Persönlichkeiten?

09:07
 

Alen R. ist wieder im weißen Anzug erschienen.

09:06
 

Zuerst wird heute eine Psychologin sprechen, danach werden die Aussagen von jenen Zeugen verlesen, die nicht zum Prozess kommen konnten.

08:57
 

Heute wird darüber entschieden, ob Alen R. zurechnungsfähig ist.

08:54
 

Herzlich Willkommen zum oe24-Liveticker!

Hier berichten wir live vom letzten Verhandlungstag in Graz.

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