07. März 2018 20:11
Drei Schwerverletzte
Amoklauf mit Messer auf der Praterstraße
Angreifer stach auf Familie ein  ++ Mutter, Vater und Tochter in Lebensgefahr
Amoklauf mit Messer auf der Praterstraße
© oe24

In der Wiener Leopoldstadt ist es Mittwochabend zu einem Amoklauf gekommen. Der Vorfall hat sich um circa 19.45 Uhr auf der Praterstraße im Raum Nestroyplatz ereignet. Ein Unbekannter hat auf der Praterstraße beim U-Bahn-Aufgang Nestroyplatz auf eine dreiköpfige Familie eingestochen. Vater (67), Mutter (56) und Tochter (17) wurden bei der Attacke lebensgefährlich verletzt. Danach flüchtete er in Richtung Praterstern, wo eine weitere Person mit einem Messer verletzt wurde, so die Polizei.

 

 

Festnahme am Praterstern

Im Zuge der Fahndung wurde im Bereich des Pratersterns ein afghanischer Staatsbürger festgenommen, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer gegen 23.00 Uhr zur APA. Der Mann soll dort einen Tschetschenen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben.

Ob der Verdächtige auch für die blutige Messerattacke auf die dreiköpfige Familie beim Nestroyplatz verantwortlich ist, war zunächst unklar. Mithilfe von Zeugen wollte man dies so rasch wie möglich abklären, so Maierhofer.  Am Donaukanal bei der Halmgasse wiederum wurden Blutspuren entdeckt. Hat sich der irre Täter selbst verletzt? Und wohin hat er sich abgesetzt?


 

Angebliche „Allah“-Rufe

Zeuge Robert N. kam um 19.45 Uhr aus dem nahen Gasthaus Nestroy und sah eine gespenstische Szenerie: „Vor dem japanischen Restaurant lag eine Person, zwei auf der Fahrbahn, die von Passanten versorgt wurden. Dann kam die Rettung. Ein Mann, der einen Herzstich erlitten haben soll, wurde wiederbelebt. Ein Zeuge brüllte: „Haltet ihn auf, haltet ihn auf.“ Genau dieser Mann behauptet später gegenüber dem oe24.TV-Team eisern, dass der psychotische , dunkel gekleidete Messer-Attentäter, der Richtung Prater­stern davonlief, „Allah, Allah“ geschrien habe. Vonseiten der Polizei gibt es dazu allerdings keinerlei Bestätigung.

Die Wirtin eines Gasthauses gegenüber dem Tatort auf Höhe Praterstraße 38 erinnert sich gegenüber ÖSTERREICH: „Plötzlich hörte man Frauen schreien, dann einen Mann, dann wieder eine Frau. Ich hab' mich zuerst gar nicht rausgetraut, als sich aber immer mehr Blaulicht näherte, hab ich es doch gewagt. Da sind mehrere Menschen schwer verletzt worden.“

Groß-Einsatz

Die Rettung war mit einem Großaufgebot mit insgesamt acht Fahrzeugen vor Ort. Auch der Katastrophenzug der Wiener Berufsrettung war im Einsatz, um allfälligen Personen eine Aufwärmmöglichkeit zu bieten, wie es seitens der Rettung hieß.

 
Der Verkehr der U-Bahn-Linie U1 war infolge der Polizeiaktion wegen der Messerattacke im Bereich Praterstraße-Nestroyplatz kurzzeitig unterbrochen, und zwar von etwa 20.15 bis 20.45 Uhr. Die Züge waren angehalten worden, sagte ein Sprecher der Wiener Linien zur APA. Derzeit fahren die Züge wieder normal und bleiben auch am Nestroyplatz stehen. Man stehe im Kontakt mit der Polizei und befolge deren Anordnungen, es könnten auch kurzfristig Stationen gesperrt werden.