Anita: Vater erhängt sich in der Zelle

Selbstmord

Anita: Vater erhängt sich in der Zelle

Seit 40 Tagen gilt die Supermarkt-Angestellte Anita K. als vermisst. Ihr neuer Freund Manuel Schuster (30) meldete sie am 28. Oktober als abgängig – seine neue Flamme, mit der "Manni“ zusammenziehen wollte, war von einer Aussprache mit dem Ziehvater nicht zurückgekommen. Mit ihrem neuen Freund hatte sie ausgemacht, spätestens nach drei Stunden eine SMS mit "O. K.“ zu schicken. Würde keine Nachricht kommen, sollte er die Polizei rufen.

Missbrauch
Die SMS traf nie ein. Sowohl "Manni“ als auch die Polizei hegten sofort den Verdacht, dass Erwin K. (54) aus Wien-Favoriten etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnte bzw. dass ein Verbrechen passiert war. Wie ÖSTERREICH berichtete, hatte sich der gebürtige Tiroler (er ist wegen Missbrauchs vorbestraft, saß neun Jahre in Haft) in den 1990er-Jahren in Eggern, NÖ, ein Haus gebaut. Hier soll er seine anfangs minderjährigen "Töchter“ missbraucht haben (es gilt die Unschuldsvermutung).

Dreieck
Der echte Vater der aus Ungarn stammenden Mädchen Anita und Szilvia war gestorben, die Mutter unfähig, sich um die Töchter zu kümmern. Also „kümmerte“ sich der väterliche Freund und IT-Dipl.-Ing. Erwin K. um die jungen Frauen – die den Missbrauch so lange verdrängten, bis beide überzeugt waren, eine normale "Dreiecksbeziehung“ zu haben – obwohl es oft Schläge setzte. Doch dann lernte Anita ihren neuen Liebhaber Manuel kennen – und verschwand. Vor zwei Wochen wurden Erwin K. und Szilvia K. wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung und des Mordes verhaftet.

Fernseher
Dabei konnte Szilvia (verteidigt von Marcus Januschke) beweisen, dass sie nichts mit dem Verschwinden zu tun hatte. Dafür konnte die 27-Jährige Hinweise geben, die das Lügengebäude des Ziehvaters zum Einsturz brachten. Montag fuhren die Ermittler mit dem Inhaftierten zum möglichen Tatort in der Slowakei. Leiche wurde keine gefunden, aber die Kripo konnte so viele Indizien zusammentragen, dass der 54-Jährige keinen Ausweg wusste – und sich in der Nacht auf Dienstag in seiner Einzelzelle in der Justizanstalt Krems mit dem Stromkabel des TV-Gerätes erhängte. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er alle Schuld abstreitet.

Anitas Leiche in der Slowakei verscharrt
Es ist mehr als eine heiße Spur: Die Polizei bestätigt, dass sich der Verdächtige Erwin K. am Tag nach dem Verschwinden von Anita K. im Süden der Slowakei aufgehalten hat. Das beweisen Aufzeichnungen seines Navi-Geräts. Und: Erwin K. geriet sogar in eine zufällige Polizeikontrolle. Dabei entdeckten die Beamten im Hyundai des Ingenieurs zwei leere Benzinkanister, Werkzeug sowie einen angekokelten Teppich.

Bei einem Brand in der Nähe einer Müllhalde fanden Ermittler später eine mit Löchern präparierte Mülltonne – ist die Leiche von Anita K. dar­in verbrannt worden? Spuren werden jetzt ausgewertet.

Interessant auch die Aussage von Szilvia K. Sie fuhr nach dem Streit am 28. Oktober zum gemeinsamen Haus in Eggern, NÖ, und rief vom Garten aus ihre Schwester und den Ziehvater an. Sie hörte die Handys der beiden im Haus läuten – aber niemand machte ihr auf.

Später rief Erwin K. zurück und sagte, dass alles o.k. sei. „Anita ist jetzt bei Manuel.“ Am 29. und 30. Oktober war Erwin K. dann zwei Tage lang nicht erreichbar. Als er zurückkam, wiegelte er Sorgen ab („Die Anita ist ja schon einmal weggelaufen“). Mit der Bluttat an ihrer Schwester hat sie nichts zu tun.

Anitas Freund: "Hoffe und bete weiter"

ÖSTERREICH: Anitas Stiefvater hat sich in seiner Zelle erhängt.
Manuel Schuster: Das macht das Ganze nicht leichter für mich. Betroffen bin ich nicht so sehr. Für mich zählt nur, ob Anita noch lebt!

ÖSTERREICH: Es gibt Hinweise, dass er seine Ziehtochter ermordet und in der Slowakei angezündet hat …
Schuster: Das glaube ich nicht! Anita lebt, das spüre ich. Wir wollen doch zusammen in unsere gemeinsame Wohnung ziehen.

ÖSTERREICH: Haben Sie wieder versucht, sie am Handy zu erreichen?
Schuster: Ich rufe jeden Tag an. Aber sie ist nicht erreichbar. Ich hoffe und bete weiter, dass sie wieder auftaucht.


Autor: R. Kopt, M. Lassnig
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