14. Jänner 2008 18:41
ÖSTERREICH: Hat die Grippe-Welle jetzt Österreich erreicht?
Michael Kunze: Die Aktivität der Viren hat in den vergangenen Wochen stark
zugenommen. Die Influenza ist da und wird auch vom Institut für Virologie
ausgerufen. Ich rechne damit, dass wir in zwei bis drei Wochen die Influenza
mit Hunderttausenden Kranken in ganz Österreich voll da haben werden.
ÖSTERREICH: Für einige endet eine Grippe-Infektion tödlich.
Michael Kunze: Je nach Ausprägung sterben jährlich einige tausend Menschen
an den Folgen der Infektionskrankheit. Das sind im allgemeinen Menschen, die
schon vorgeschädigt sind, zum Beispiel an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung
gelitten haben.
ÖSTERREICH: Wo herrscht eine hohe Ansteckungsgefahr?
Michael Kunze: Die Kindergärten und Schulen sind ungeheure
Verbreitungspools. Über die Kinder kommt dann häufig die Influenza in die
Familien. Auch in den Verkehrsmitteln herrscht hohe Ansteckungsgefahr, wenn
man in der U-Bahn sehr eng steht. Jetzt ist auch die Zeit, um aufs
Händeschütteln zu verzichten, denn das ist der häufigste Übertragungsweg.
Man hustet, hält sich die Hand vor den Mund und gibt sie dann dem Nächsten.
Händeschütteln sollte jetzt absolut eingestellt werden.
ÖSTERREICH: Wie sieht Ihre Prognose für die Grippe-Welle in diesem Jahr
aus?
Michael Kunze: In sieben europäischen Ländern läuft die Grippe schon, vor
allem in Spanien und Italien. Wenn wir genauer wissen, wie sie dort
verläuft, kann man auch genaue Prognosen für Österreich erstellen.
ÖSTERREICH: Kann man sich jetzt noch vor der Influenza schützen?
Michael Kunze: Man kann sich schützen und das sollte man auch tun. Es gibt
noch Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. Besonders Schul- und
Kindergartenkinder sollten geimpft sein.