BFI-Chef:

Verbot umgesetzt

BFI-Chef: "Darum verbiete ich Kopftuch"

Es ist das erste Unternehmen in Österreich, in dem das vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwochvormittag erlaubte Kopftuchverbot am Arbeitsplatz eingeführt wurde: Mittels Dienstanweisung sind beim führenden Erwachsenenbildner der Steiermark, dem steirischen Berufsförderungsinstitut (BFI), Mitarbeiterinnen und Trainerinnen mit Kopftuch künftig nicht mehr erwünscht. „Wir brauchen keine Trainer, die religiös motiviert sind“, erklärt BFI-Geschäftsführer Wilhelm Techt im Gespräch mit ÖSTERREICH (siehe Interview unten).

Andere Unternehmen wollen nicht nachziehen

In der Vergangenheit habe es bereits immer wieder Probleme mit ähnlichen Fällen gegeben, so Techt.

Andere Bildungsinstitute in Österreich sehen die Kontroverse dagegen ganz anders: Das BFI Wien erklärt auf ÖSTERREICH-Anfrage, dass man „Abstand von jeglicher Bekleidungsvorschrift“ nehme. „Wir sind ein Unternehmen mit vielen Nationen und Religionen, das die Vielfalt der Menschen nicht nur akzeptiert, sondern schätzt“, heißt es aus der Hauptstadt. Das WIFI Kärnten ließ wissen: „Bei uns sind religiöse Symbole als Zeichen der Vielfalt durchaus erwünscht.“

Auch bei den ÖBB, der Post, den Wiener Linien, bei Raiffeisen International, Rewe oder Spar wird es künftig kein Kopftuch-Verbot geben, wie ÖSTERREICH-Recherchen ergaben. „Wir freuen uns über freundliche, kundenorientierte Kolleginnen, egal ob mit oder ohne Kopftuch“, heißt es beispielsweise von Spar.

BFI-Geschäftsführer: "Brauchen keine religiös motivierten Trainerinnen"

ÖSTERREICH: Schon am Tag des EuGH-Urteils haben Sie Ihren Mitarbeiterinnen das Kopftuch verboten. Wieso passierte das so schnell?

Wilhelm Techt: Wir arbeiten schon lange daran, weil es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Menschen gab, die versucht haben, ihre religiösen Ansichten in die Kurse hineinzubringen. Wir brauchen aber keine Trainer, die religiös motiviert handeln. Muslim kannst du sein, jede Religion kannst du haben, wenn du die humanistische Wertehaltung teilst.

ÖSTERREICH: Nicht nur das Kopftuch, sondern auch die Kippa oder Kreuze sind bei Ihren Kursen verboten.

Techt: Wir sind ein Bildungsträger. Wir wollen die Menschen in die Gesellschaft integrieren, ihnen die humanistische Wertekultur, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen vermitteln. Da dulden wir überhaupt keine religiösen Symbole. (mud)

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