Badesommer fiel komplett ins Wasser

Bäderbilanz

Badesommer fiel komplett ins Wasser

Regen und kühles Wetter luden im heurigen Sommer eher zu Couchaktivitäten als zu Badeausflügen ein. Das schlägt sich in der Bilanz der heimischen Bäder nieder. Fast alle heimischen Bäder stiegen mit einem deutlichen Umsatzminus aus der Saison aus.

Burgenland: 25 bis 60 Prozent weniger Besucher
Im Burgenland ist die heurige Badesaison sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Dem entsprechend verhalten ist die Stimmung bei Bade- und Freizeitbetrieben. Zwischen 25 und 60 Prozent weniger Besucher wurden gezählt, hieß es aus einigen der größeren See- und Freibäder. In Eisenstadt hat man 21 Prozent weniger Eintrittsgelder kassiert, als im Vorjahr.

"Eine Katastrophe" war der diesjährige Badesommer in Ritzing, wo der Besucherrückgang am Sonnensee heuer im Vergleich zum Vorjahr 60 Prozent ausgemacht habe, schilderte Bürgermeister Walter Roisz (ÖVP). Im Durchschnitt komme man auf jährlich über 40.000 Badegäste. Der Einzugsbereich liege im Umkreis von bis zu 150 Kilometern. Finanziell werde sich ein Plus in der Bilanz des Badebetriebes heuer nicht ausgehen, so der Ortschef.

Kärnten: Guter Saisonstart, aber dann gings rasch bergab
In Kärnten ist die Badesaison noch nicht ganz vorbei, dennoch lässt sich schon jetzt sagen, dass die Bilanz keinen Grund zur Freude geben wird. Das Klagenfurter Strandbad verzeichnete bisher 258.000 Besucher. 2013 waren es 430.000. Geschäftsführer Gerald Knes: "Die Saison hat im Mai ganz gut angefangen, wir haben viele Saisonkarten verkauft." Danach war der Sommer bald wieder vorbei.

Als Konsequenz des anhaltenden Schlechtwetters wird heuer das Hallenbad in Klagenfurt früher als geplant aufgesperrt. "Es ist ja von der Technik her sehr alt, wir sind aber mit den Instandhaltungsarbeiten diese Woche gerade fertig geworden", erklärte Knes. Die Sauna wurde am Freitag aufgesperrt, ab Montag ist auch die Schwimmhalle wieder offen.

26 Prozent Besucher-Rückgang in Graz
Nicht berauschend war die Saison für die Grazer Freibäder - die unter dem Dach der Holding Graz zusammengefasst sind - wie das Augartenbad, die Auster mit den Freibadflächen in Eggenberg, das Stukitzbad, das Margarethenbad, Straßgang und das Familienbad Ragnitz.

Die derzeitige Prognose mit Ende September liege bei einem Minus von 16 Prozent (55.000 Besucher weniger) im Langzeitschnitt und einem Minus von 26 Prozent (minus 85.000) Besucher im Vergleich mit 2013. Dieses Jahr steht für den bisher besten Sommer. Die Zahlen für den August seien noch nicht zur Gänze in der Prognose berücksichtigt, hieß es laut Holding auf APA-Anfrage. Die Freianlage in der Auster ist noch bis Ende September geöffnet. Im Hallen- und Freibad im obersteirischen Kapfenberg war die Saison nicht ganz so schlimm, da man für die Wasserflächen drinnen wie draußen ein Kombikarte anbietet. Laut Geschäftsleitung registrierte man rund 35 Prozent weniger Besucher als in einer normalen Saison. Mit 22. September endet die Freibadezeit, dann beginne die Sanierung des Bades.

Massive Verluste auch in Linz und Salzburg

In Linz verzeichnete der städtische Betreiber der Freibäder, die Linz AG, mit insgesamt rund 275.000 Besuchern ein Minus von 24 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr, bilanzierte der zuständige Thomas Lettner. 2013 sei allerdings ein besonders gutes Jahr gewesen. Gegenüber "Normal"-Jahren betrage der Rückgang zwischen 15 und 18 Prozent. Dass er nicht größer ausgefallen sei, liege an der Kombination von jeweils Frei- und Hallenbad. Die Gäste könnten deshalb bei Schlechtwetter leicht in den Indoor-Bereich ausweichen.

In der Stadt Salzburg ist die heurige Freibad-Saison komplett ins Wasser gefallen. 156.006 Gäste haben in diesem Sommer eines der drei städtischen Bäder besucht. Damit liegt man massiv unter den Zahlen der vergangenen Jahre, in denen im Durchschnitt rund 270.000 Wasserratten die Drehkreuze passierten. Und vom Ergebnis des Jahrhundertsommers 2003 ist man ohnedies weit entfernt, damals war bereits Ende August die Halbe-Million-Grenze geknackt. Auch in den Jahren davor wurden noch jeweils über 300.000 Besucher gezählt. Für die Stadt ist das triste Ergebnis jedenfalls Grund, Trostpflaster zu verteilten: Als kleine Wiedergutmachung für die vielen verärgerten Saisonkartenbesitzer verlost sie für den kommenden Sommer fünf Saisonkarten über Facebook (https://www.facebook.com/StadtSalzburg.at).

Wien: Zweitschlechteste Saison seit 1990
Die Wiener Bäder erlebten die zweitschlechteste Saison seit 1990. Nur rund 1,8 Mio. Menschen konnten sich für einen Sprung ins kühle Nass begeistern, das bedeutet ein Minus von 38,5 Prozent gegenüber 2013, wie die zuständige MA 44 am Montag berichtete.

Genau waren es bis zum gestrigen Saisonende 1,823.403 Menschen, denen auch Wind und Wetter nichts anhaben konnten - das Minus fällt aber besonders im Vergleich zum starken Sommer des vergangenen Jahres hoch aus. Denn während man heuer gerade einmal 25 Badetage (über 20.000 Besucher) zählte, waren es 2013 noch 45. Aber auch wenn man mit den Durchschnittsbesucherzahlen der vergangenen Jahre rechnet, schneidet der Sommer 2014 schlecht ab: In den vergangenen 25 Jahren zählte man durchschnittlich 2,348.652 Badegäste, das bedeutet für heuer einen Verlust von 22,36 Prozent gegenüber einem Durchschnittsbadejahr.

Ein kleiner Trost: Wenigstens einen Rekord konnte man 2014 in Wien knacken. Mit dem sonnigen Pfingstmontag fuhr man am 9. Juni mit 118.127 Besuchern die bisher beste Zahl an einem Feiertag ein.


 

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