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Bergretter hoffen auf Wetterbesserung

Drama am Großglockner

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Bergretter hoffen auf Wetterbesserung

Im Drama um eine polnische Bergsteigergruppe am Großglockner mussten die Bergretter am Dienstag weiter zuwarten. Die erhoffte Wetterbesserung trat nicht wie angenommen im Laufe des Vormittags ein. Der Niederschlag nahm zunächst zu. An einen Hubschrauberflug sei vorerst nicht zu denken, sagte der Kalser Bergrettungschef Peter Tembler. Die Helfer hofften darauf, dass sich das Wetter in zwei bis drei Stunden so weit bessert, dass Starts möglich werden, hieß es zu Mittag.

Bergretter zu Fuß aufgebrochen
Unterdessen brach eine Gruppe von Bergrettern zu Fuß von Kals zur Stuedlhütte auf, um von dort zum vermutlichen Unfallort zu gelangen. Das dürfte zumindest vier Stunden in Anspruch nehmen. Eine zweite Gruppe sollte per Helikopter folgen, sobald sich das Wetter besserte.
 

Diashow Die Retter am Großglockner
Bergrettung am Großglockner

Bergrettung am Großglockner

Am Sonntagabend wurde am Großglockner die Leiche eines 53-jährigen Polen entdeckt.

Bergrettung am Großglockner

Bergrettung am Großglockner

Die beiden Vermissten Alpinisten wurden Mittwoch in 2600 Metern gefunden.

Bergrettung am Großglockner

Bergrettung am Großglockner

Im Einsatzgebiet herrschen orkanartige Stürme mit Sturmspitzen von bis zu 150 km/h, es gab mehr als 50 Zentimeter Neuschnee und Lawinenwarnstufe 4.

Bergrettung am Großglockner

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Bergrettung am Großglockner

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Bergrettung am Großglockner

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Zwei Vermisste, ein Toter
Zwei Alpinisten gelten weiter als vermisst. Nicht geborgen werden konnte jener 53-jährige Pole, der am Kleinglockner von Bergrettern am Sonntagabend gefunden wurde. Er dürfte erfroren sein. Im Einsatzgebiet herrschten orkanartige Stürme mit Sturmspitzen von bis zu 150 Km/h, es gab mehr als 50 Zentimeter Neuschnee und Lawinenwarnstufe "4".

Großglockner

Trotz Schlechtwetter-Prognosen Aufstieg gewagt
Der 53-Jährige war am Freitag gemeinsam mit seinen zwei Söhnen und zwei Freunden nach Kals gekommen. Trotz schlechter Wetterprognosen war die fünfköpfige Gruppe am Samstag über die Stuedlhütte in Richtung Großglockner aufgestiegen. Die Gruppe habe gute Alpinerfahrung und -ausrüstung, einige Gruppenmitglieder, sollen bereits am Großglockner gewesen sein.

Die Alpinisten gingen am Samstag in einer Zweier- und einer Dreierseilschaft. Während ein 21-Jähriger (einer der Söhne des Verunglückten) und dessen 22-Jähriger Freund zum Gipfel kamen, dürfte die Dreierseilschaft in Schwierigkeiten geraten sein. Erst beim Eintreffen der Zweierseilschaft in der tiefer gelegenen Adlersruhe am Sonntag hätten die Polen Alarm geschlagen und die Rettungskette in Gang gesetzt.

53-jähriger Pole erfroren
Bergretter fanden schließlich am Sonntagabend den 53-Jährigen am Kleinglockner bei der dritten der meterhohen Stangen, die Bergsteiger dort zur Sicherung verwenden. Ein etwa 40 Meter langes Seil führte in Richtung Tal. Die Bergretter nahmen an, dass der 25-jährige Begleiter (der Sohn des 53-Jährigen) versucht haben könnte, alleine in Richtung Tal zu gelangen, um Hilfe zu holen. Von ihm fehlte jede Spur.

Der 24-jährige Bergsteiger, dritter in der Dreierseilschaft, dürfte immer noch im Bereich des Stuedlgrates sein und sich einen Fuß gebrochen haben. Über die Überlebenschancen der beiden Vermissten wollten die Alpinpolizisten und Bergretter nicht spekulieren.

Extrembergsteiger Habeler: Überlebensschance gering
Der Tiroler Extrembergsteiger und Glockner-Kenner Peter Habeler hat am Dienstag die Überlebenschancen der beiden am Großglockner vermissten Polen als gering eingestuft. "Der Stüdlgrat bietet keine Möglichkeit, sich in einer Schneehöhle zu verkriechen", meinte er. Eine Chance für die beiden Vermissten bestehe allerdings, wenn sie es geschafft hätten, sich abzuseilen und zu einer geschützteren Stelle zu gelangen. Das sei unter den herrschenden Bedingungen, dem starken Wind und der schlechten Sicht, allerdings ein äußerst schwieriges Manöver. Außerdem müsse man dafür das Gelände gut kennen.

Zeit unterschätzt
Habeler glaubt, dass die polnische Seilschaft, die Zeit, die man bis zum Gipfel braucht, unterschätzt hat. Die Felsen seien bei den derzeitigen Verhältnissen stark vereist. Die Folge: Für Abschnitte, die man normalerweise in 15 Minuten bewältigen könne, brauche man eine bis eineinhalb Stunden. "Leider Gottes können viele nicht rechtzeitig umdrehen, dass sei die Hauptkrux", erklärte der Tiroler. 

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