Brandsätze aus Phosphorgranaten

Dicke Rauchschwaden

© AP

Brandsätze aus Phosphorgranaten

Die am Samstag nahe Klagenfurt gefundenen Brandsätze sind aus Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gebastelt worden. "Der Täter dürfte in jeden Behälter vier bis fünf Phosphorgranaten hineingegeben haben", sagte der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Helmut Mayer, am Montagnachmittag. Über Motiv und Identität des Täters gab es vorerst keine Erkenntnisse.

Autobahn stundelang gesperrt
Der Unbekannte dürfte jedenfalls gewusst haben, womit er es zu tun hatte, denn die Behälter wurden von ihm mit Wasser gefüllt und anschließend abgedichtet, bevor er sie in den Teich nahe der Südautobahn A2 versenkte. Sobald weißer Phosphor mit Sauerstoff in Berührung kommt, beginnt er sofort zu brennen. Genau das war am Samstag passiert, nachdem ein Behälter undicht geworden war. Dichte Rauchschwaden zogen über die Autobahn, die stundenlang gesperrt werden musste. Die Feuerwehr hatte mit dem Löschen ihre liebe Not, weil der Phosphor immer wieder von neuem zu brennen begann. Die Behälter wurden am Abend vom Entminungsdienst gesprengt.

Vorsichtshalber wurde nach weiteren derartigen Behältern gesucht, fündig wurde man jedoch nicht. Es gab vorerst auch weder brauchbaren Spuren noch Zeugen, die Verdächtiges beobachtet hätten. Das Wasser in dem Teich weist eine hohe Phosphorkonzentration auf, wie Landeschemiker Erich Polzer erklärte. Sie beträgt das "mehrtausendfache" der natürlichen Konzentration. Ökologisch sieht Polzer keine besondere Gefährdung, da das Phänomen lokal begrenzt sei. In dem Teich ist in nächster Zeit allerdings mit verstärktem Algenwachstum zu rechnen.

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