11. März 2010 16:27
Der Bruderkrieg zwischen Marius Fortelni und Albert Fortell (eigentlich
Adalbert Fortelni) um das Millionenerbe der Mutter wird härter: Am
Donnerstag erhob der Bruder des Schauspielers in einer Pressekonferenz in
Wien schwere Vorwürfe gegen Albert. "Er hat meine 50 Prozent an
dem Erbe unterschlagen", sagte Marius Fortelni. Der Anwalt von Fortell,
Anton Becker, wies die Anschuldigungen zurück. "Es gibt nicht
einmal ein Erbe, der Nachlass ist überschuldet", betonte der
Jurist.
Die Einberufung der Pressekonferenz ist Marius nach eigenen Angaben schwer
gefallen. "Das ist mein traurigster Tag überhaupt", meinte
er. Doch "die Öffentlichkeit ist das einzige, wovor sich mein Bruder
fürchtet", sagte Fortelni. Es gehe ihm auch nicht etwa ums Geld,
sondern um das Ansehen seiner Familie. "Ich übertreibe nicht, ich
untertreibe nicht, ich sage die Wahrheit", so Marius, der in den USA
ein kleines Immobilienunternehmen betreibt.
Website gegen den Bruder
Konkret wirft Marius Fortelni seinem
Bruder vor, dass dieser nach dem Ableben der Mutter das gesamte Erbe in der
Höhe von drei Millionen Euro einkassiert hat. Herzstück des Streits bilden
Wiener Liegenschaften, die die Mutter Albert Fortell noch zu Lebzeiten
übertragen hat - allerdings, so Fortelni, nur als Treuhänder. Nach ihrem
Ableben seien diese brüderlich aufzuteilen gewesen. "Ich habe die
entsprechenden Dokumente!", erklärte Fortelni, der mittlerweile die
Homepage http://www.albertfortellhatmichbetrogen.com
betreibt.
Nach dem Tod der Mutter habe Fortell seinem Bruder zufolge die Wohnungen
jedoch verkauft "und alles einkassiert". Der Anwalt von Fortell
sieht die Sache naturgemäß nicht ganz so eindeutig. Albert Fortell habe die
Wohnungen nicht verkauft, um seinen Bruder zu hintergehen, sondern um für
ihn geradezustehen. Der Schauspieler habe sich von seinem Bruder zum
Einstieg in ein Immobilienprojekt überreden lassen und dafür die Wohnungen
belastet. "Das Geschäft ist dann fürchterlich in die Hose gegangen.
Fortell musste daraufhin die Wohnungen verkaufen", meinte Becker. Von
den Immobilien blieb nur ein China-Lokal in der Wiener City über - und das
ist seitdem schwer verschuldet.
Antiquitäten
Fortelni hingegen will auch bei ihm
zustehenden Antiquitäten - darunter sogar Silberstücke "von
Kaiser Franz Josef" - durch die Finger geschaut haben. "Albert ist
mit dem Lastwagen gekommen und hat alles abgeholt", so Marius. Der
Anwalt ist auch hier nicht ganz der selben Meinung: Fortell habe seiner
Mutter die Antiquitäten noch zu Lebzeiten abgekauft. Dazu gebe es einen "wasserdichten
Kaufvertrag". Außerdem habe Fortelni sowieso eine Reihe der
Antiquitäten aus dem Nachlass in seiner Wohnung, "obwohl sie
eigentlich Albert Fortell gehören", so Becker.
Bargeld
Zu guter Letzt fühlt sich Fortelni auch beim
verbliebenen Bargeld übervorteilt. Fortell habe sogar "Konten in
der Schweiz abgeräumt". "Von Konten in der Schweiz höre ich
zum ersten Mal", meinte der Anwalt. Tatsache sei aber, dass Fortelni
noch zu Lebzeiten seiner Mutter von ihr "Geldbeträge in der Höhe von
mehreren Millionen Schilling erhalten hat", sagte Becker.
Marius Fortelni will sich von seinem Bruderkrieg aber nicht abbringen
lassen. "Jeden Bankräuber, der 10.000 Euro stiehlt, führt man in
Handschellen ab, hier geht es um Millionen!", erregte er sich.
Inzwischen betreibt Marius vier Gerichtsverfahren gegen Albert.