Bruder:

Frontal-Angriff

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Bruder: "Fortell ist ein Betrüger"

Der Bruderkrieg zwischen Marius Fortelni und Albert Fortell (eigentlich Adalbert Fortelni) um das Millionenerbe der Mutter wird härter: Am Donnerstag erhob der Bruder des Schauspielers in einer Pressekonferenz in Wien schwere Vorwürfe gegen Albert. "Er hat meine 50 Prozent an dem Erbe unterschlagen", sagte Marius Fortelni. Der Anwalt von Fortell, Anton Becker, wies die Anschuldigungen zurück. "Es gibt nicht einmal ein Erbe, der Nachlass ist überschuldet", betonte der Jurist.

Die Einberufung der Pressekonferenz ist Marius nach eigenen Angaben schwer gefallen. "Das ist mein traurigster Tag überhaupt", meinte er. Doch "die Öffentlichkeit ist das einzige, wovor sich mein Bruder fürchtet", sagte Fortelni. Es gehe ihm auch nicht etwa ums Geld, sondern um das Ansehen seiner Familie. "Ich übertreibe nicht, ich untertreibe nicht, ich sage die Wahrheit", so Marius, der in den USA ein kleines Immobilienunternehmen betreibt.

Website gegen den Bruder
Konkret wirft Marius Fortelni seinem Bruder vor, dass dieser nach dem Ableben der Mutter das gesamte Erbe in der Höhe von drei Millionen Euro einkassiert hat. Herzstück des Streits bilden Wiener Liegenschaften, die die Mutter Albert Fortell noch zu Lebzeiten übertragen hat - allerdings, so Fortelni, nur als Treuhänder. Nach ihrem Ableben seien diese brüderlich aufzuteilen gewesen. "Ich habe die entsprechenden Dokumente!", erklärte Fortelni, der mittlerweile die Homepage http://www.albertfortellhatmichbetrogen.com betreibt.

Nach dem Tod der Mutter habe Fortell seinem Bruder zufolge die Wohnungen jedoch verkauft "und alles einkassiert". Der Anwalt von Fortell sieht die Sache naturgemäß nicht ganz so eindeutig. Albert Fortell habe die Wohnungen nicht verkauft, um seinen Bruder zu hintergehen, sondern um für ihn geradezustehen. Der Schauspieler habe sich von seinem Bruder zum Einstieg in ein Immobilienprojekt überreden lassen und dafür die Wohnungen belastet. "Das Geschäft ist dann fürchterlich in die Hose gegangen. Fortell musste daraufhin die Wohnungen verkaufen", meinte Becker. Von den Immobilien blieb nur ein China-Lokal in der Wiener City über - und das ist seitdem schwer verschuldet.

Antiquitäten
Fortelni hingegen will auch bei ihm zustehenden Antiquitäten - darunter sogar Silberstücke "von Kaiser Franz Josef" - durch die Finger geschaut haben. "Albert ist mit dem Lastwagen gekommen und hat alles abgeholt", so Marius. Der Anwalt ist auch hier nicht ganz der selben Meinung: Fortell habe seiner Mutter die Antiquitäten noch zu Lebzeiten abgekauft. Dazu gebe es einen "wasserdichten Kaufvertrag". Außerdem habe Fortelni sowieso eine Reihe der Antiquitäten aus dem Nachlass in seiner Wohnung, "obwohl sie eigentlich Albert Fortell gehören", so Becker.

Bargeld
Zu guter Letzt fühlt sich Fortelni auch beim verbliebenen Bargeld übervorteilt. Fortell habe sogar "Konten in der Schweiz abgeräumt". "Von Konten in der Schweiz höre ich zum ersten Mal", meinte der Anwalt. Tatsache sei aber, dass Fortelni noch zu Lebzeiten seiner Mutter von ihr "Geldbeträge in der Höhe von mehreren Millionen Schilling erhalten hat", sagte Becker.

Marius Fortelni will sich von seinem Bruderkrieg aber nicht abbringen lassen. "Jeden Bankräuber, der 10.000 Euro stiehlt, führt man in Handschellen ab, hier geht es um Millionen!", erregte er sich. Inzwischen betreibt Marius vier Gerichtsverfahren gegen Albert.

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