Brutale Räuber sind erst acht Jahre alt! Brutale Räuber sind erst acht Jahre alt!

Nackte Aggression

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Brutale Räuber sind erst acht Jahre alt!

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind völlig außer Kontrolle. Sie ziehen raubend durch Städte. Norbert Gerstberger, Jugendrichter, schlägt Alarm: „Es gibt mehr unmotivierte Gewalt.“ Erst gestern wurde wieder ein unfassbarer Gewaltakt bekannt: In Ulmerfeld-Hausmening (NÖ) setzten drei 16-Jährige einem Mann eine Softgun an den Kopf und raubten ihn aus. Dafür droht ihnen jetzt bis zu fünf Jahre Haft.

Ein Delikt steigt überproportional: der Handyraub. „Ohne iPod und iPhone ist man ja nichts mehr“, sucht Gerstberger nach einer Erklärung für ein Motiv.

Trend: Handyraub.
Im Mai überfielen Slaviša M. und Georg J. (16) den Koch Gernot F. (27) in der Wiener U-Bahn. Sie nahmen ihm sein iPhone ab und ließen ihn mit blutigem Gesicht liegen (Foto oben). „Dieses Delikt wird weiter ansteigen“, so der Richter. Nächster Fall: Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren verprügelten elf Personen im Wiener Gasometer, um an Handys zu gelangen. Ein Opfer wurde von den Teenie-Tätern bewusstlos geschlagen.

Obwohl die Zahl der Straftaten von unter 18-Jährigen allgemein abnimmt, werden Kinder immer aggressiver: „Vor allem Fußtritte gegen den Kopf, schwerste Verletzungen bis zum Mordversuch“, so Gerstberger.

Jüngster Räuber.
Die Täter werden immer jünger, Achtjährige zücken Messer. Vor einem Jahr wurde ein Siebenjähriger geschnappt. Er ging in Bad Ischl (OÖ) auf Einbruchstour. Auch die jüngsten Gangster sind organisiert wie die großen Ganoven, erklärt der Richter: „Es bilden sich Gangs von drei bis zehn Burschen, die raubend durch die Straßen ziehen. Da findet man oft erstaunliche Brutalität.“

Aktuellster Kinderbanden-Fall: Genau vor einem Monat gingen zwei Zehnjährige bewaffnet auf Raubtour. Die Kinder setzten einem Jugendlichen in Wien-Favoriten ein Messer an und zwangen ihn, sein Handy herzugeben.

Das ist kein Einzelfall: 44 unter Zehnjährige haben zwischen Jänner und März 2010 (das sind die aktuellsten Zahlen) zumindest eine Straftat begangen!

Richter Gerstberger: „Hintergrund ist Drogensucht.“

ÖSTERREICH: Nimmt die Brutalität bei Kindern zu?
Norbert Gerstberger: Aus meiner Erfahrung steigt die Brutalität enorm. Vor allem Fußtritte gegen den Kopf, schwerste Verletzungen bis zum Mordversuch. Das gab es früher nicht. Messer sitzen auch sehr locker und werden auch verwendet. Die Häufigkeit fällt auf.

ÖSTERREICH: Seit wann bemerken Sie einen Anstieg?
Gerstberger: In den vergangenen zehn Jahren ist das auf jeden Fall zu beobachten.

ÖSTERREICH: Es gibt das neue Phänomen Handyraub – sehen Sie da in Zukunft eine Verbesserung?
Gerstberger: Der Trend hält schon seit einigen Jahren an. Und nimmt weiter zu: Das hängt mit der Verbreitung von Handys unter Kindern zusammen. Sogar immer mehr Volksschulkinder haben Telefone, und die sind einfach eine leichte Beute.

ÖSTERREICH: Wofür brauchen die jungen Täter das Geld?
Gerstberger: Sie rauben Handys entweder für den Eigengebrauch, oder weil man damit gutes Geld machen kann. In aller Regel ist im Hintergrund die Drogensucht – auch bei 16-Jährigen.

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