Brutale Raubserie auf ältere Frauen

Wien

Brutale Raubserie auf ältere Frauen

Eine Raubserie auf betagte Frauen in Wien ist von der Polizei geklärt worden. Am Donnerstag wurde in einer Bankfiliale in Wien-Favoriten ein 32-Jähriger festgenommen, der zumindest sechs Pensionistinnen überfallen und niedergeschlagen haben soll. "Wir waren von der enormen Brutalität überrascht", sagte der leitende Ermittler Robert Klug am Freitag. Auch ein Komplize ist in Haft.

Die Serie an Überfällen auf ältere Damen im Alter von 69 bis 87 Jahren begann im Oktober 2013. Das Vorgehen war stets das selbe: Während ein Komplize im Auto wartete, machte der Haupttäter in Bankfilialen Frauen ausfindig, die Geld abhoben. Dann verfolgten die beiden ihre Opfer bis ins Stiegenhaus, wo der 32-Jährige sie mit unglaublicher Brutalität geschlagen und getreten haben soll. "Er wollte verhindern, dass sie um Hilfe schreien", sagte Klug bei einer Pressekonferenz.

Eine 87-Jährige wurde bei der Attacke derartig schwer verletzt, dass sie am Freitag mit einem Schädel-Hirn-Trauma weiterhin in Lebensgefahr schwebte. Die geraubten Summen waren stets gering.

Tatortanalyse bringt Erfolg
Die Ermittler kamen den Verdächtigen durch die Tatortanalyse auf die Spur. Zwar zogen sich die Überfälle durch ganz Wien, doch hatte der Verdächtige stets Banken gewählt, von denen man gut mit dem Auto flüchten konnte. Die Beamte legten sich schließlich laut Michael Mimra vom LKA bei mehreren Hot-Spots auf die Lauer und beobachteten bei einer Bank am Reumannplatz schließlich einen Mann, auf den die Personsbeschreibung passte. "Er hat sich zudem konspirativ verhalten", betonte Klug.

Als er einer älteren Frau in das Geldinstitut folgte, nahmen ihn die Beamten noch im Foyer fest. Der Komplize wurde wenig später festgenommen, auch das Fluchtfahrzeug wurde sicher gestellt. "Wir hatten auch das Glück des Tüchtigen", meinte Klug.

Der Haupttäter, ein rumänischer Staatsbürger, hat bei seiner Einvernahme die Taten bisher bestritten. "Er gab an, erst gestern nach Österreich eingereist zu sein", sagte Klug. Der Komplize, ebenfalls aus Rumänien, sagte allerdings aus, dass er für den Verdächtigen seit geraumer Zeit als Fahrer tätig gewesen ist und bei seinen Einsätzen 50 Euro am Tag bekommen hat.

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